Kreis Schweinfurt

Frauen und Kommunalpolitik: Größter Fortschritt in Dittelbrunn

Trotz kleiner Steigerungsraten beim Frauenanteil: Die Kommunalpolitik bleibt eine Domäne der Männer. Eine Analyse des Landratsamts belegt dies mit Zahlen.
Lisa Krein aus Schwanfeld (hier bei der Vereidigung durch Kurt Eichelbrönner) ist eine von vier Bürgermeisterinnen im Landkreis Schweinfurt. Frauen tun sich auch hier schwer, entscheidende Positionen in der Kommunalpolitik einzunehmen.
Lisa Krein aus Schwanfeld (hier bei der Vereidigung durch Kurt Eichelbrönner) ist eine von vier Bürgermeisterinnen im Landkreis Schweinfurt. Frauen tun sich auch hier schwer, entscheidende Positionen in der Kommunalpolitik einzunehmen. Foto: Daniela Schneider

Eine Trendwende ist nicht in Sicht, doch auch kleine Erfolge sind wertvoll und weitere Schritte in Richtung Parität. So fasst das Landratsamt sich die Ergebnisse der Kommunalwahlen im Landkreis Schweinfurt zusammen, nachdem es die Sitzverteilungen in den Kommunalparlamenten nach Frauenanteil analysiert hat. Kommunalpolitik bleibt aber weiterhin eine Domäne der Männer.

Eine Auswertung der Ergebnisse der Gemeinderatswahlen durch die Gleichstellungsstelle des Landkreises, Ute Suckfüll, zeigt auf, dass sich der Frauenanteil in einigen Gemeinderäten im Vergleichzu 2014 deutlich gesteigert hat. Die Gemeinde Dittelbrunn hat sogar eine paritätische Besetzung erreicht: Je zehn Männer und Frauen sitzen seit 1. Mai am Ratstisch.

Ein Plus in acht Gemeinderäten

Eine Steigerung um 28,5 Prozentpunkte ist in der Zusammensetzung des Gemeinderates Waigolshausen zu verzeichnen, um 25 Prozentpunkte hat sich der Frauenanteil im Frankenwinheimer Gemeinderat gesteigert, in Kolitzheim um 20 Prozentpunkte, in Üchtelhausen um knapp 18,8 Punkte und in Oberschwarzach um 16,7. Auf der Gegenseite hat sich der Frauenanteil im Euerbacher Rat um 25 Prozentpunkte reduziert, in Donnersdorf und Wipfeld um jeweils 16,7.

„Erfreulich ist, dass in jedem Gemeinde-, Marktgemeinderat und Stadtrat zumindest eine Frau vertreten ist. In der abgelaufenen Legislaturperiode waren drei Gemeinden noch ohne weibliche Ratsmitglieder“, wird Suckfüll in einer Mitteilung des Landratsamts zitiert.

Ein Viertel der Mandate an Frauen

Um die 454 Mandate hatten sich insgesamt 722 (22,5 %) Frauen und 2487 (77,5 %) Männer beworben. Diesem Anteil entsprechend sind auch die Sitze verteilt: In Summe hat sich der Frauenanteil in den 29 Gemeindeparlamenten von rund 21 Prozent auf 25 Prozent gesteigert. Absolut bedeutet dies: Von 454 Ratsmitgliedern im Landkreis sind 114 weiblich; 2014 waren es 96.

In 24 Gemeinden stand am 15. März auch die Bürgermeisterwahl an: In vier Rathäusern haben Frauen den Chefsessel erobert bzw. verteidigt: Nicole Weissenseel-Brendler in Dingolshausen (neu), Simone Seufert in Euerbach (neu), Bettina Bärmann in Niederwerrn und Lisa Krein in Schwanfeld (neu). 2014 waren es noch fünf Bürgermeisterinnen. Der Landkreis Schweinfurt liegt in Unterfranken dennoch leicht über dem Durchschnitt, der bei 12,3 Prozent Frauenanteil (2014: 11,2 %) liegt. 13 Frauen amtieren nun im Landkreis als stellvertretende Bürgermeisterinnen.

Abwärtstrend im Kreistag

Der leicht steigenden Tendenz bei den Gemeinderäten steht ein leichter Abwärtstrend im Kreistag entgegen. Von den 60 im Kreistag zu vergebenden Sitzen haben 20 Frauen einen erhalten. Im Wahljahr 2014 waren es 22 Frauen. Den höchsten Anteil hat die achtköpfige Grünen-Fraktion, die je zur Hälfte aus Männern und Frauen besteht.

„Es wird weiterhin noch gezieltere Ansprache und Motivation erforderlich sein, um den Frauenanteil zu erhöhen. Auch die Parteien und Wählervereinigungen sind gefordert, fortwährend für mehr Frauen als Mitglieder zu werben und nicht auf das Potenzial der Frauen zu verzichten“, sagt Ute Suckfüll. Das sieht sie auch als Aufgabe der Gleichstellungsstelle an.

Rückblick

  1. Frauen und Kommunalpolitik: Größter Fortschritt in Dittelbrunn
  2. Die neuen Kooperationen im Kreistag funktionieren
  3. Kommentar: Eine große Chance für den Landkreis
  4. Euerbacher Bürgermeister-Tandem: Zwei wie Pech und Schwefel
  5. Bärmann, Bender und Vizl vertreten den Landrat
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  12. Es wird sich einiges ändern im neuen Kreistag
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