Gerolzhofen

Freizeitpark Geo: Der Zusammenhalt ist das große Plus

Die jungen Sportler, die am neuen Freizeitpark trainieren, achten auf ein faires Miteinander und halten die Sportanlagen sauber. Sie geben uns Einblick in ihren Alltag.
Timo Hümmer in Aktion.
Timo Hümmer in Aktion. Foto: Gerald Effertz

Da drehen sie ihre Runden auf den Anlagen am neuen Freizeitpark in Gerolzhofen. Sie setzen zu wahren Stunts an. Der eine macht einen "Tailwhip" mit seinem Scooter (das heißt, das sogenannte Deck dreht sich im Sprung um 360 Grad), ein anderer macht einen "Barspin" (hier dreht sich der Lenker um 360 Grad). "Man braucht Motivation, Ehrgeiz, Geduld und Spaß", erklärt der 17-jährige Tim Ponczek aus Dingolshausen. Und erzählt weiter: "Wir nehmen Rücksicht aufeinander und verstehen uns mit Alten und Jungen".

Noah Roggbuck (18), Lülsfeld, seit sechs Jahren aktiv, fünftbester Scooter-Fahrer in Deutschland (gemäß der Internationalen Scooter Association "ISA"), ist für die vor allem jungen Fahrer ein ganz besonderer Motivator. Er gibt Tipps und kennt sich auch mit Reparatur und Pflege der Fahrzeuge gut aus. Und gerne zeigt er auf der neuen Anlage auch mal sein Können: Er vollführt einen "Flair" (Rückwärtssalto mit halber Schraube) -  die Zuschauer sind schwer beeindruckt. "Es macht einfach Spaß", sagt der junge Erwachsene.

"Jeder achtet auf jeden, jeder respektiert jeden."
Luca Assmus, Freizeitpark-Sportler
Kleine Reparaturen werden selbst ausgeführt.
Kleine Reparaturen werden selbst ausgeführt. Foto: Gerald Effertz

Schwierig wird es am Freizeitpark für die jungen Sportler an heißen Tagen, wenn die Sonne runterknallt. Die große Skate-Anlage bietet nirgends Schatten. Ein Sonnensegel wäre ein Wunsch von vielen aus der Gruppe. Aber zufrieden sind die jungen Menschen mit ihrem Park auf jeden Fall. Luca Assmus (17) aus Gerolzhofen sieht auf der neuen Anlage viel mehr Möglichkeiten als auf dem alten Skaterplatz. Luca weiter: "Jeder achtet auf jeden, jeder respektiert jeden", macht er deutlich. Und stellt fest: "Es herrscht hier kein Neid, der Bessere hilft dem noch nicht ganz so geübten."

Einige der Sportler kümmern sich um die Sauberkeit

Viel Trinken ist sehr wichtig. Luca braucht "etwa drei Liter" in der Zeit, in der er seinem Sport nachgeht. Und kommt damit auch auf die Sauberkeit zu sprechen: "Einige von uns schauen, dass es sauber bleibt." Er überlegt, ob er "einen Sack für Pfandflaschen" hinhängt. Denn davon "finden sich leider einige in der Mülltonne", sagt er.

Timo Hümmer, Cedric Ziller und Tim Ponczek (von links) sowie Luca Assmus und Dieter Dennis Kaul (beide nicht im Bild) kümmern sich darum, dass die Anlage nicht vermüllt und räumen regelmäßig auf.
Timo Hümmer, Cedric Ziller und Tim Ponczek (von links) sowie Luca Assmus und Dieter Dennis Kaul (beide nicht im Bild) kümmern sich darum, dass die Anlage nicht vermüllt und räumen regelmäßig auf. Foto: Gerald Effertz

Dieter Dennis Kaul (16) aus Gerolzhofen ist so oft wie möglich auf der Anlage zu finden. Auch er lobt den guten Zusammenhalt untereinander. "Ja,wir hören gerne Musik", beschreibt es der junge Mann. Am alten Platz gab es da wohl immer mal Ärger mit den Anwohnern. "Mit uns kann man reden, aber leider kam da gleich die Polizei", erinnert er sich. Am neuen Platz habe man Ruhe, weil er doch etwas abseits des Wohngebiets liegt. "Durch Rücksicht aufeinander vermindern wir Unfälle", sagt er. "Wenn jemand Hilfe braucht, helfen wir." Und auch die Spanne von bis zu 20 Jahren Altersunterschied bei den verschiedenen Freizeitparkbesuchern ist kein Problem: "Das Alter spielt bei uns keine Rolle." Und manchmal lassen sich sogar richtig alte Haudegen hier blicken: Skater Bernhard Kümpel (57) fährt seit 1975 Skateboard. Für ihn ist das"besondere Lebensgefühl und der große Zusammenhalt" das Wichtige.

Man lernt voneinander und hilft sich

Zurück zu Dieter Dennis Kaul. Er findet - sollte sich ein Müllproblem ergeben -  dass man "einfach den Park mal einen Tag schließen" sollte, "damit man merkt, so geht es nicht." Dass die aufgestellte Mülltonne nicht immer genutzt wird, findet er "schade". Und: "Alkohol ist für mich tabu." Cedric Ziller (18) aus Gerolzhofen findet "Motivation durch die Gemeinschaft" und sagt, "man lernt voneinander und hilft sich untereinander". 

Basketballer trainieren

Am angeschlossenen Basketballfeld trainieren derweil Matthias Kleinhenz (56) aus Gerolzhofen und Jens Richter (52) aus Dingolshausen. "Eine ideale Ergänzung für Gerolzhofen", findet Kleinhenz, "für die Jugendlichen ein schöner Kommunikationsort", sagt Richter. Beide sind Spieler aus der Erwachsenengruppe der "Geo-Falcons" und nutzen die Anlagen immer Mittwochs zum Trainieren.

Auf der sogenannten "Pumptrack"-Strecke, ein asphaltierter, wellenartiger Rundparcours, waren an dem Abend zahlreiche Menschen auf dem Mountainbike mit Inline-Skatern oder auch Tretrollern unterwegs. Ein 28-Jähriger, der nicht namentlich genannt werden will, wünscht sich "eine gute Zusammenarbeit mit der örtlichen Polizei". Etwas wollen die jungen Menschen in Richtung Stadt noch sagen: Sie fänden eine längere Nutzungszeit am Wochenende toll.

Einige der Skater und Scooter-Fahrer.
Einige der Skater und Scooter-Fahrer. Foto: Gerald Effertz

Sportreferent der Stadt zeigt sich zufrieden

Als der Reporter gerade gehen will, hört er von einem jungen Sportler, obwohl man sich während der Gespräche "duzte", den Satz: "Schön, dass Sie heute bei uns waren." Die jungen Menschen sind froh, dass sie mit dem Freizeitpark einen tollen Treffpunkt bekommen haben und nicht als Störenfriede wahrgenommen werden. Auch der Sportreferent der Stadt Gerolzhofen, Christian Ach, ist glücklich über die neue Anlage. In einer Stellungnahmen macht er deutlich: "Ich finde, der neue Freizeitpark hat lange gedauert, aber ist jetzt noch vor den großen Sommerferien fertig geworden". Ach weiter: "Der aktuell große Zuspruch gibt allen Beteiligten Recht." Und: "Die verschiedenen Bereiche wie Calisthenicsbereich, Pump-Track, Streetball- und Skaterplatz sind hochwertig ausgeführt und es ist jetzt schon ein beliebter Treffpunkt für die Jugendlichen von Gerolzhofen".

Noah Roggenbuck in Aktion.
Noah Roggenbuck in Aktion. Foto: Gerald Effertz
Tim Ponczek in Aktion.
Tim Ponczek in Aktion. Foto: Gerald Effertz

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