Waigolshausen

Gemeinde veröffentlicht Sterbefälle auf ihrer Internetseite

Schon wiederholt waren die langfristige Umgestaltung des Waigolshäuser Friedhofs und die Schaffung pflegefreier Bestattungsmöglichkeiten Thema im Gemeinderat. Eine Baumbestattung hatte der Rat schon 2018 beschlossen, eine Umsetzung auf der Obstbaumwiese im südlichen Friedhofsbereich blieb aber aus.

In der jüngsten Sitzung sprach sich das Gremium jetzt bei einer Gegenstimme dafür aus, bei der ungenutzten Erweiterungsfläche im nordwestlichen Friedhofsgelände Angebote für die Anlage pflegefreier Urnenbeisetzungen einzuholen. Vorgesehen sind – laut dem Planungsvorschlag von Bauamtsmitarbeiter Christian Stütz – ein Bereich für Baumbestattungen und ein weiterer für Urnengrabbeete mit Blumen- und Staudenbepflanzung. Umgestaltet werden soll zunächst nur eine der drei bestehenden Reihen in dem freien Überhangareal.

Die Planung sieht vor, dass der Bauhof die dort bereits eingebauten Betoneinfassungen und Wegebefestigung herausreißt. Die Entsorgungskosten, die Neuanlage eines Weges, Pflanzung von Bäumen und die Anlage der Urnen-Beete wird mit 30 000 Euro veranschlagt. Nicht berücksichtigt ist die Eigenleistung des Bauhofs.

Parkplätze schaffen

Zur Diskussion stand hinsichtlich einer langfristigen Umgestaltung auch eine denkbare Umnutzung dieser ungenutzten Überhangfläche als Erweiterungs-Parkplatz für das Freizeitzentrum. Der Ausbau der kompletten Fläche würde demnach 180 000 Euro kosten, eine kleinere Lösung mit der halben Fläche 110 000 Euro, lautete das Ergebnis einer von Stütz vorgenommen Kostenberechnung. Dies stieß allerdings auf wenig Zuspruch.

Thomas Steinlein schlug vor, im Zuge der Sanierung der Friedhofsmauer diese zurück zu setzen, um einige Parkplätze zu schaffen. Nachdenken könne der Rat auch über Parkplätze hinter dem Feuerwehrhaus, was kostengünstiger wäre, sagte Kämmerer Philipp Müller.

Die in der Vergangenheit für Baumbestattungen angepeilte Obstbaumwiese im südlichen Friedhofsbereich sei zwar ein optisch schönes Areal, aufgrund der Topografie aber nicht ideal, sagte Stütz. Wegen dem abfallenden Gelände sei mit Blick auf die Verkehrssicherungspflicht der Gemeinde die Anlage von Wegen notwendig. Denn um einen Natur- oder Waldfriedhof handle es sich hier nicht.

Für die Erschließung von zwei Dritteln des Bereichs sei mit Kosten von mindestens 55 000 Euro zu rechnen, so Stütz. Der Baumbestand sei zudem nicht mehr der beste. Neupflanzungen in angemessener Größe wären teuer.

Nicht mehr bis Jahresende möglich 

Im Anschluss stellte Bürgermeister Christian Zeißner einen gemeinsamen Antrag der Gemeinderäte Peter Pfister und Bernd Pfeuffer zur Abstimmung. Er umfasste vier Punkte, die sich zum Teil auf die vorausgegangene Beratung bezogen. Abgelehnt wurde bei zwei Gegenstimmen die vorgeschlagene Herausnahme der nichtgenutzten Friedhofsfläche aus der Friedhofsplanung und ihre anderweitige Nutzung. Ebenfalls bei zwei Gegenstimmen abgelehnt wurde die Forderung, noch bis Ende 2021 pflegefreie Bestattungen im Friedhof zu ermöglichen, da dies zeitlich nicht möglich ist.

Eine vorgeschlagene Verkürzung der Familiengräber zur Erleichterung der Grabpflege soll bei der Besprechung der neuen Friedhofssatzung thematisiert werden, beschloss der Rat bei einer Gegenstimmen. Eine knappe Mehrheit fand schließlich der Vorschlag, bei einem Sterbefall die Daten in die Internetseite der Gemeinde zu stellen. Allerdings verlangt der Datenschutz dafür eine Zustimmung der Angehörigen.

Begründung der Antragsteller war, dass bei vielen Leuten die "traditionellen Kanäle" nicht mehr greifen und sie so nur schwer von Todesfällen – insbesondere in anderen Gemeindeteilen – erfahren.

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