Schweinfurt

Glosse: Corona ist nicht mehr immer und überall

Die Themen, die nicht vom Coronavirus gemacht sind, häufen sich. Mit dem Aufgraben der Straßen ist auch gewiss, was das Wetter schon vermuten ließ: Der Sommer ist da.
Mit Abstand bestuhlt sind Straßencafés und Biergärten.
Mit Abstand bestuhlt sind Straßencafés und Biergärten. Foto: Frank Wunder-Weis

Dass die Straßen zu richten sind, versteht sich, denn der Herr Bundesverkehrsminister will auf den Asphalt lassen, wer sich inner- wie außerorts nicht an die jüngst verabschiedeten Regeln hält, weil ein Fahrverbot für Raser unverhältnismäßig sei. Strapaziert wird das Wort von der Unverhältnismäßigkeit aktuell auch von den Gegnern der Coronaregeln, die auf den Schutz der anderen ebenfalls pfeifen, was genauso bescheuert ist.

Regeln sind – oder sollten zumindest – eine Übereinkunft sein, die auf Regelmäßigkeit, Erfahrung und Erkenntnis fußt. Die Erfahrungen zum Vatertag besagen, dass in den Biergärten in der Regel eingehalten wurde, was vorgeschrieben ist, was bei den Grillpartys in den Gärten hinter den Häusern, wo höchstens der dortige Radweg Einblicke gewährt, verhältnismäßig und fast schon regelmäßig weit weniger Beachtung fand.

Schweinfurter planen, Zeuzleben macht einfach

Einen Anbau will die Burschenschaft Ripuaria an dem Haus für die Studenten an der Stadtmauer, und zwar an der Schweinfurter Stadtmauer, weil es sich in der Enklave mit einem eigenen Mehrzweckraum besser leben und wohnen lasse. Daheim waren Ripuarier der merowingisch-karolingischen Zeit zwischen Mosel, Maas, Waal und dem Herzogtum Sachsen.  

Selbst ist der Mann, sagten sich die Zeuzlebener und errichteten in eigener Regie und in drei Tagen einen Weg von der Kirche zur ehemaligen Schule. Gespart hat man so viel Geld und noch mehr Zeit, denn per Ausschreibung wäre die Realisierung in nur drei Jahren wohl schon als sportlich eingestuft worden.

Etwas länger hat die Stadt gebraucht, um den Jägersteig zwischen Peterstirn und Mainberg zu richten. Schon 2009 wurde der Verfall des Weges beklagt. Seit 2020 ist er wieder sicher. 

Fragt man den Schweinfurter nach den Fachgeschäften in der Innenstadt, sind schnell der Messer Hoffritz und das Porzellanhaus Weitzel genannt. Aber nicht mehr lange. Jetzt kommt zum Monatsende nach 154 und 140 Jahren das Ende der beiden Traditionsgeschäfte. Bei der Antwort auf die oben gestellte Frage, muss jetzt gründlich nachgedacht werden.

Boom bei Fahrradhändlern, Hubschrauber über dem Landkreis

Der Fahrradverkauf boomt. Etliche Modelle sind ausverkauft. Das Schweinfurter Unternehmen PEXCO sieht sich gut aufgestellt: "Wir haben bereits Anfang des Jahres alle Hebel in Bewegung gesetzt, um bestmöglich vorbereitet zu sein. Das bedeutet, dass wir unsere Lagerbestände frühzeitig hochgefahren haben. Uns war klar, dass das Thema Fahrrad deutlich an Geschwindigkeit zulegen kann. Momentan kommt es bei unseren Marken Husqvarna Bicycles und R Raymon zu keinen nennenswerten Engpässen", lässt Geschäftsführerin Susanne Puello wissen.

Bestimmt hatte die Hubschrauberformation der Army, die am Dienstagnachmittag über dem Schweinfurter Land unterwegs war, aktuelles Kartenmaterial, bestimmt auch in elektronischer Form. Das war nicht immer so. Als vor 40 Jahren die Fußgängerzone längst eingeweiht war, stand auf einmal eine Panzereinheit der US-Armee auf dem Marktplatz und wusste nicht weiter. In den Karten war die Spitalstraße noch Fahrstraße.

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