Schweinfurt

Glosse Zeug gibt's:  Die Trotz-Ufra und die Drück-Ampeln

Alles fällt aus, nur die Ufra findet statt. Aber wie groß ist die Lust der Menschen auf einen Messebesuch unter Pandemiebedingungen.
Am Samstag beginnt die Ufra. Die Verbrauchermesse soll auch unter Pandemiebedingungen vom 26. September bis 4. Oktober möglichst viele Besucher anlocken. Das Bild stammt von 2018.
Foto: Stefan Sauer | Am Samstag beginnt die Ufra. Die Verbrauchermesse soll auch unter Pandemiebedingungen vom 26. September bis 4. Oktober möglichst viele Besucher anlocken. Das Bild stammt von 2018.

Das Jahr 2020 hat sich schon jetzt einen außergewöhnlichen Platz in den Geschichtsbüchern gesichert. "Corona-Jahr" wird es wohl genannt werden und wir, die wir noch mitten drin stecken, würden uns schon freuen, wenn daraus nicht die "Pandemie-Jahre" werden. Kein Volksfest, kein Stadtfest, kein Honky Tonk, kaum Gelegenheiten zum gemeinsamen Humpen-heben. Da mutet die Ufra, die dem Virus trotzig ein Hygienekonzept entgegenstellt und stattfindet, schon fast wie das gallische Dorf an, das sich in den Asterix-Heften erfolgreich den Römern widersetzt.   

Einen Zaubertrank haben die Ufra-Macher zwar nicht, aber alles getan, was man tun kann, um in Pandemie-Zeiten hoffentlich gut über die Runden zu kommen und nicht hinterher als Auslöser für höhere Infektionszahlen an den Pranger gestellt zu werden. Bleibt die spannende Frage, wie denn die Verbraucher, ohne die eine Verbrauchermesse dieser Dimension keinen Sinn macht, so eine Corona-Ufra überhaupt annehmen. Maskenpflicht auf dem Gelände und natürlich in den Hallen, da müssen die Besucher schon einiges an Ufra-Idealismus mitbringen, um sich das anzutun. Tickets gibt es beinahe nur online, vierstündige Zeitfenster, Einlass-Ampeln an den Hallen. Das hat schon fast den Charme eines Besuchs einer überlaufenen Facharzt-Praxis oder einer Zulassungsbehörde.  "Wir gehen einfach mal so auf die Ufra, essen eine Bratwurst und schauen, was es Neues gibt", mit dieser Ufra-Leichtigkeit wird sich die 2020er-Auflage wahrscheinlich schwer tun.

Umso mutiger und ambitionierter, diesen Schweinfurter Messe-Dino auch im Pandemiejahr überhaupt auf die Beine zu stellen. Die Aussteller, bei vielen von ihnen wird aufgrund der Corona-Krise das Jahr als "schwarzes Jahr mit roten Zahlen" in Erinnerung bleiben, können sicher eine Bühne wie die Ufra gut gebrauchen, um sich und ihre Produkte den Kunden präsentieren zu können. Ein Gutes hat die Pandemie dann aber doch. Die unsägliche "Rudelbildung" vor dem Gurkenhobel- oder Wunder-Gemüseschneider-Stand wird es heuer nicht geben, denn auch fürs Rübchen-Raspeln gilt:  Abstand halten und Maske auf,  auch wenn unter selbiger das Wasser im Mund zusammenlaufen sollte.      

Der Trend zur Berühr-mich-nicht-Ampel 

Apropos Corona und Ampeln. Auf der Ufra sorgen sie dafür, dass nicht zu viele Menschen in einer Halle sind, in der Stadt helfen sie Fußgängern und Radlern über die Straße. Viele davon muss man noch mit dem Patschehändchen drücken, um grünes Licht zu beantragen. Da sieht die SPD Ansteckungsgefahr und forderte den Haupt- und Finanzausschuss auf, zu prüfen, wie diese Ampeln kontaktlos für freien Lauf für freie Fußgänger  sorgen können. Nicht nötig, konterte die Stadtverwaltung, das Übertragungsrisiko sei nicht höher als beim Berühren von Türgriffen oder Bargeld. Wahrscheinlich ist das Risiko der Ampel-Ansteckung in Zeiten zunehmender Ellbogen-Mentalität noch weitaus geringer. Corona hat zwar mancherorts zu mehr Solidarität geführt, häufig aber auch der Ellbogen-Gesellschaft Auftrieb gegeben. Gut zu beobachten an den Drückampeln, die meistens mit eben demselben betätigt werden.       

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