Schweinfurt

Glosse Zeug gibt's: Schweinfurts sparsame Schneemänner

Der erste Schnee fiel vor kurzem auch in Schweinfurt, und die Haushaltsberatungen hallen nach. Was beleuchtete Traktoren mit strahlenden Bürgern zu tun haben.
Beim ersten Schnee am Marktplatz in Schweinfurt wurde sogleich dieser Schneemann gebaut.
Foto: ANAND ANDERS | Beim ersten Schnee am Marktplatz in Schweinfurt wurde sogleich dieser Schneemann gebaut.

Vor einigen Tagen öffnete Frau Holle im Himmel das Fenster, wahrscheinlich konnte sie nicht schlafen, es war nämlich noch dunkel. Sie nahm ihre Kissen und schüttelte kräftig, so kräftig, dass gut zehn Zentimeter schöner weißer Flocken gen Schweinfurt rieselten. Auf dem Marktplatz zwischen dem altehrwürdigen Rückert-Denkmal und dem Rathaus auf dem Boden ankommend, fanden sich sofort eilfertige Helfer zum Schneemann-Bau.

Böse Zungen behaupten, die Schneemann-Bauer seien von der Verwaltung geschickt, denn das Foto, das unser Fotograf von der kalten Skulptur machte, sah irgendwie aus wie ein Schneemann kleiner als seine Artgenossen, wir schätzen so um die 20 Prozent kleiner. Wäre ja mal so ganz grundsätzlich gesprochen dem Zeitgeist entsprechend, wenn die städtischen Ausgaben ein Fünftel weniger betragen sollen wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie, kann man ja keine Protz-Schneemänner mit fetter Mohrrüben-Nase, dicken Kohleaugen und am Ende noch einer Lichterkette und einer Maske über dem Schneemund bauen.

Ein dickes Lob an die Landwirte der Region

Apropos Lichterkette: Da ist natürlich an dieser Stelle ein dickes Lob an die Landwirte aus der Region fällig. Der Korso mit bunt beleuchteten Traktoren jeder Größe, der sich am zweiten Advent seinen Weg durch Schweinfurt bahnte und dabei vor allem an den Krankenhäusern und Seniorenheimen vorbeifuhr, um den dortigen Patienten und Bewohnern in mutmaßlich trister Lage eine kleine vorweihnachtliche Freude zu bereiten, war echt beeindruckend und wurde zum kleinen Social-Media-Hit, denn unzählige Schweinfurter posteten jede Menge Videos von blinkenden Traktoren.

Was der Bauausschuss und Loriot gemeinsam haben

Indes beschäftigte sich der Bau- und Umweltausschuss in seiner jüngsten Sitzung mal wieder mit den Plänen für das neue Parkhaus in der Mainberger Straße. Das Gremium tauchte diesmal in die Rolle des Künstlers, vielmehr in die des Gestalters.

Denn in der Sitzung wurde nicht nur entschieden, dass zwei Fassaden des Gebäudes in dem schönem Farbton RAL 1019 – für alle Loriot-Fans: ein gepflegtes Graubeige, das jede neumodische Couch noch mausgrauer als ohnehin schon erscheinen lassen würde – gestaltet werden sollen. Auch die zwei weiteren Gebäudeseiten wurden besprochen. Und die haben es in sich.

Die Fassaden der West- und Nordseite werden, aller Voraussicht nach, "mit einer begrünten Edelstahl-Seilnetzfassade ausgeführt", wie es die Stadtverwaltung in ihrer Beschlussvorlage elegant ausdrückte. Diese Begrünung sorgte natürlich für Diskussionen. So wollte etwa Stadträtin Ulrike Schneider wissen, wie grün das Ganze wirklich werde und ob besagte Begrünung zu einem gewissen Anteil auch garantiert werden könne. Baureferent Ralf Brettin kommentierte das lakonisch: "Da müssten wir das Efeu fragen, ob es uns das rechtskräftig bestätigen kann." Oberbürgermeister Sebastian Remelé ergänzte: "Wir können die Wachstumseuphorie des jeweiligen Gewächses jetzt leider noch nicht festlegen." Ganz im Gegensatz zur Schneemann-Bau-Euphorie.

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