Gochsheim

Gochsheimer Haushalt setzt auf Sicherheit

Gochsheimer Haushalt setzt auf Sicherheit

Bürgermeister Manuel Kneuer eröffnete die jüngste Gemeinderatssitzung mit einem umfangreichen Prolog: Darin ging er auf die weltweiten Unsicherheiten durch Corona und den Ukrainekrieg ein, nannte die Lieferengpässe und extremen Preissteigerungen und die Folgen für das kommunale Handeln. Es sei notwendig Prioritäten zu setzen und den finanziellen Rahmen nicht aus den Augen zu verlieren.

Kneuer zählte einige Leuchtfeuer im bisher Erreichten auf. Er gab aber auch an, was in diesem Jahr zu erarbeiten sei oder zumindest begonnen werden soll: das Baugebiet Südost II, die Sanierung von Bauerngraben, Weinberg- und Schillerstraße, der Ausbau der Grünanlagen, die Umsetzung des Parkraumkonzeptes im Altort, die Erweiterung der Sport- und Freizeitanlage Flennerried mit zehn Fitnessgeräten, die Sanierung des Spielplatzes Franken-, Weinbergstraße und die energetische Sanierung der Grundschule Bau A.

Er bedankte sich für die parteiübergreifende Kooperation im Gemeinderat und die produktive Unterstützung durch alle kommunalen Einrichtungen von der Verwaltung bis zum EVU.

Danach stellte Kämmerer Christian Konrad den Haushaltsplan 2022 und die Finanzplanung bis 2025 vor und erläuterte den Vorschlag für die Haushaltssatzung 2022. Der Verwaltungshaushalt geht von 26, 76 Millionen Euro aus, beim Vermögenshaushalt ist eine Steigerung auf neun Millionen Euro geplant. Dabei sind die größten Einzelposten die Energetische Sanierung der Grundschule Bau A und der Einbau einer Lüftung.

Die Glasdachkonstruktion von Grund- und Mittelschule erfordert eine dringende Sanierung und die EDV-Ausrüstung der Schulen wird weiter verbessert. Im Hallenbad muss saniert und eine neue Lüftung eingebaut werden. Die beim Baugebiet Südost II anfallenden Kosten für Erschließung und Entwässerungsanlage sind weitgehend umlagefähig. Wie andere Energieversorger muss auch das EVU kräftig investieren, besonders bei der Erschließung des Neubaugebietes. Der Breitbandausbau für das Verwaltungsgebäude und benachbarte Anwesen schlägt mit über 500.000 Euro zu Buche. Daueraufgabe ist die Straßensanierung, besonders im Untergrund.

Konrad hob die enorm gestiegenen Energiekosten hervor, besonders bei der Stromversorgung. Er begründete nachvollziehbar, warum dringend Rücklagen gebildet werden müssten, um die zu beobachtenden Schwankungen beim Gewerbesteueraufkommen abzupuffern. Zwei auslaufende Darlehen (538.000 und 518.000 Euro) werden abgelöst und so die Verschuldung weiter reduziert. Momentan beschäftigt die Kommune insgesamt 71 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Bei der Kinder- und Schulkindbetreuung verursachen neue Bestimmungen zusätzliche Kosten.

Alle Fraktionen bedankten sich für die gute Information seitens der Finanzverwaltung und stimmten allen drei Vorlagen zu. Dass 2021 trotz Krise steuerlich so gut laufen würde, habe man im Voraus nicht wissen können, sonst hätte man dem Wunsch von Jürgen Mayerl auf Umgestaltung des Friedhofs in Weyer eher zugestimmt. Auch Michael Müller empfahl eine langfristige fraktionsübergreifende Prioritätenliste angesichts zu erwartender finanzieller Unwägbarkeiten.

Der Aufstellung eines knapp vier Meter hohen Stahlbehälters zur Wasserspeicherung in der freien Flur wurde zugestimmt. Eine Fensterbaufirma in der Jakob-Panzer-Straße baut an ein bestehendes Gebäude eine Kommissionier- und Warenversandhalle für fünf Ladestationen an. Positiv beschieden wurde die Sanierung eines Wohngebäudes in der Kirchgasse im Altort.

Das Gebäude wird energetisch erneuert, erhält einen neuen Dachstuhl und eine Außentreppe, um die Wohneinheiten separat zu erreichen. Damit endet der Leerstand des Gebäudes.

Eine ehemalige Praxis in der Schweinfurter Straße wird künftig als "Escape Room" (Fluchtraum) zur Freizeitgestaltung genutzt. Die kombinierte Parkregelung wurde bereits vom Landratsamt überprüft, weswegen das Gremium seine Zustimmung erteilte.

Wie im Kinderrat und vom Bauausschuss besprochen, wurde die Ausstattung des Spielplatzes Frankenstraße/Weinbergstraße beschlossen. Die vorgeschlagene Streichung eines Sandkastens wurde mehrheitlich, die Montage einer 2. Hängematte einstimmig beschlossen. Die Geräte (Kletteranlage, Hügelkombination, Wippe, Hangelparcours, Sitzzaun, Hängematten, Sitzgruppe, Kletterskulptur) kommen von verschiedenen Firmen.

Eine neue Parkregelung ist für die Goethestraße im Bereich der Kita vorgesehen. Nach Meinung der Kita-Leitung sei die Umwandlung von vier Kurzzeitparkplätzen in normale Parkplätze problemlos machbar. Auch die Anlieger begrüßen diese Veränderung. Da einige Gemeinderäte Zweifel haben, ob sich die Umwandlung bewährt, wird diese zunächst für drei Monate vorgenommen. Die testweise Umstellung wurde mit 12:4 beschlossen.

Da das Energieeffizienz-Netzwerk nach drei Jahren ausläuft, entschied der Rat, dass sich Gochsheim künftig einem neuen Klimaschutz-Netzwerk anschließt, das von der ÜZ Mainfranken betreut wird. 35 Gemeinden haben ihren Beitritt bereits erklärt. Fachvorträge und Erfahrungsaustausch über Maßnahmen, Fördermöglichkeiten und Einsparpotenziale sind wichtige Dienstleistungen des Netzwerks. Der Rat stimmte zu, von maximal 4.800 Euro für die drei Jahre geht man aus.

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