GRETTSTADT

Grettstadt in der Sackgasse?

(ue) Landet Grettstadt in der Sackgasse der (Long Term) Evolution? Nicht sehr glücklich zeigten sich im Gemeinderat Bürgermeister Ewald Vögler und Michael Lommel als neuer „Breitbandpate“ der Verwaltung, über ein Angebot der Firma Vodafone, den Grettstädter Mobilfunkmast aufzurüsten und so auch die Unter- und Obereuerheim sowie Dürrfeld mit modernem Internet zu versorgen. Eben durch Long Term Evolution (LTE), einem Signal, das auf UKW-Wellen aufmoduliert wird und per USB-Stick zu empfangen wäre. Dies bereits bis März 2011 und kostenlos. Ende Februar soll es eine Info-Veranstaltung von Vodafone geben. Versprochen werden Übertragungsraten von „bis zu“ 50 Megabit pro Sekunde.

Die Räte hörten es, es fehlte allerdings der rechte Glaube – das Geschenk von Vodafone wird eher gefürchtet. Denn mit Verweis auf das kostenlose, zeitnahe LTE-Projekt ließ die Regierung die Grettstädter wissen, dass sie damit aus dem Förderprogramm zur Verbesserung der Breitbandversorgung fallen.

Bei einer Gegenstimme schluckte der Rat erst einmal die Kröte und erklärte die seit 2008 laufende Breitbandinitiative für beendet. Allerdings will die Kommune eine bessere Lösung finden. Denn: „Das Breitbandsystem ist im Fluss“, weiß Ewald Vögler, auch in Grettstadts Umgebung geht Volkes Wille Richtung Glasfaserkabel. Die Lösung wäre ideal, so der Bürgermeister, aber auch mit bis zu 380 000 Euro Investitionskosten teuer: „Das können wir uns zum heutigen Zeitpunkt nicht leisten“. Man brauche einfach neue Ideen, formell seien der Gemeinde die Hände gebunden.

„Ungleichbehandlung“

Viel Unmut gab es im Publikum, das Wort von der Ungleichbehandlung der Ortsteile macht die Runde, man könne auch die Kosten senken. Vor allem in Dürrfeld fürchtet man Standortnachteile bei einem langsamen, teuren Netz, etwa für Schüler. Ein Anschluss in Obereuerheim koste 50 Euro monatlich mehr als in Grettstadt, behauptete Heinrich Lindner. In diesem Punkt erntete er Widerspruch von Thomas Dellermann.

Im Übrigen sah der Grettstädter das Problem ähnlich. Letzte Möglichkeit wäre, die lokalen Firmen einen höheren Bedarf bei den Übertragungsraten anmelden zu lassen: „Die Technik, die jetzt installiert wird, ist längst überholt“. Der Gemeinderat monierte, dass das Ministerium bei seinen Vorgaben LTE nicht von vorneherein ausgeschlossen habe. Grettstadt werde hängen gelassen. Ansonsten sei der Fall von Ortschaft zu Ortschaft eben verschieden, warnte Dellermann vor hoffnungsvollen Blicken auf günstigere Förder-Kulissen anderswo.

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