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Grettstadt klopft die großen Nägel ein

Grettstadt klopft die großen Nägel ein

Die Haushaltssitzung war in diesem Jahr eine "Arbeitssitzung", die sich mehr um den Neubau des Einheitskindergartens Euerheim als um das bereits besprochene Budgetwerk drehte. Durch eine Terminüberschneidung trat das Kommunalparlament erst um 20 Uhr zusammen, "Nichtöffentlichkeit" gab es dann kurz vor 23 Uhr.

Kämmerin Kerstin Frankl hatte bei ihrem Bericht wahrscheinlich gemischte Gefühle, wie manch andere Finanzverwaltung. Der Haushalt 2022 ist geprägt von hohen Investitionen, von guten Steuereinnahmen trotz Corona-Krise und einem ganzen Schwung neuer Sorgen, angesichts von Inflation, möglicher Zinswende und Ukrainekrise.

Der Verwaltungshaushalt beträgt 8,6 Millionen Euro und ist um 6,5 Prozent gestiegen, der Vermögenshaushalt (von knapp 5,7 Millionen Euro) um 11,4 Prozent gesunken. Die Höhe des Gesamtbudgets klettert auch in Grettstadt immer weiter nach oben.

1,8 Millionen Euro Kreisumlage

Die Kreisumlage hat sich um 144.000 Euro erhöht, auf nun 1,8 Millionen Euro, was auch der gestiegenen Umlagekraft geschuldet ist. Die Zuführungen vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt lagen in den letzten Jahren deutlich über 1,5 Millionen Euro, nun wird konservativ mit 638.000 Euro gerechnet.

Die Rücklagen sollen bis Ende des Jahres von 9,3 Millionen Euro auf 5,8 Millionen Euro sinken und bis 2025 auf 772.000 Euro abschmelzen. Allein die Erneuerung der Grundschule Grettstadt steht mit 3,2 Millionen Euro im längerfristigen Finanzplan. Der Neubau der Kita für Unter- wie Obereuerheim ist mit 5,8 Millionen Euro veranschlagt, die dortige Kanalsanierung mit 2,15 Millionen Euro.

Gleichzeitig steigen bis zur Mitte des Jahrzehnts die Schulden, von 472.000 Euro (Ende 2022) auf 5,1 Millionen Euro im Jahr 2025. Derzeit versuche man ältere, zinslastige Kredite abzulösen, sagte Frankl auf Nachfrage von Birgit Reinhart, "vorsorgliche" Kreditaufnahmen seien nicht möglich: "Die Banken haben auch nichts mehr".

PV-Anlagen für Bauhof und neues Feuerwehrhaus

Leichter zu schultern sind die PV-Anlagen für den Bauhof und das neue Feuerwehrhaus, für jeweils 35.000 Euro. Unter den 84 Beschäftigten befinden sich derzeit 22 Vollzeitjobs, der einzige Beamte ist der Bürgermeister. Die letzten zehn bis 15 Jahre seien eine "tolle Zeit" gewesen, stellte Ewald Vögler fest, der bei der Großwetterlage nun doch einige Turbulenzen sieht. Die Mahnung des Ende 2022 aus dem Amt scheidenden Rathauschefs für die Zukunft lautet: "Pflichtaufgaben ja. Kür kann, muss aber nicht sein." Der Haushalt wurde einstimmig verabschiedet,

Unspektakulär war die Jahresrechnung 2021, mit einem Verwaltungshaushalt von 8,5 Millionen Euro, sowie einer "satten" Zuführung von über 1,9 Millionen Euro vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt, der vier Millionen Euro betrug. 617.000 Euro wurden der Rücklage zugeführt.

Ein bisschen hoffnungsfrohe Zukunftsmusik war auch erlaubt. Vögler berichtete erfreut von einer Vorführung des People Movers, einem selbstständig fahrenden Transportshuttlebus von ZF Schweinfurt, der demnächst die Strecke der Steigerwaldbahn entlang rollen könnte mit bis zu 22 Passagieren. Das 40 Stundenkilometer schnelle Innovations-Gefährt ("sieht aus wie ein bunter Schuhkarton") orientiert sich dabei an "Kupfernägeln" im Boden. Fest steht allerdings auch: Fehlt die Orientierung auf der Teststrecke, geht auf kurze Sicht gar nichts, trotz Computer, Kameras und Sensoren.

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