Grettstadt

Grettstadt kürzt großen Hunden die Leine

Pro Bahn: Dieses Plakat in Grettstadt fasst die Argumente für eine Reaktivierung zusammen.
Pro Bahn: Dieses Plakat in Grettstadt fasst die Argumente für eine Reaktivierung zusammen. Foto: Uwe Eichler

Der "Schnellkurs Steigerwaldbahn", eine Übersicht zum Sachstand, umfasst einen ganzen Stoß Papier: den hatte Bürgermeister Ewald Vögler im Bürgersaal dabei, für die neuen Gemeinderäte. Sowohl Stadt und Landkreis als auch Kitzingen haben ein Gutachten von  der Bayerischen Eisenbahn-Gesellschaft (BEG) gefordert. Gewünscht wird auch eine Stellungnahme der Anrainer, was deren Verkehrsanbindung betrifft.

"Es wird nochmal neu aufgedröselt",  berichtet Vögler, der warnte, dass bei einer Reaktivierung der Bahnlinie Richtung Schweinfurt vorhandene Buslinien eingestellt würden. Derzeit habe man 23 Aussteigepunkte in der Stadt, in Grettstadt selbst drei Bushaltestellen.  Gesucht wird außerdem noch ein Investor fürs Millionenprojekt.

Schnellradweg und Elektrobus

Christian Störcher begrüßte ein unabhängiges Gutachten. Die Gemeinde sollte ihren (ablehnenden) Standpunkt noch einmal darlegen: "Es ist noch nicht in den Köpfen." Die große Politik denke nicht wirtschaftlich, sondern politisch, kritisierte Vögler. Die Schüler würden bei einer Bahn-Reaktivierung künftig mit dem Zug zum Bus fahren, stellte Ruth Volz fest. Bürgerinitiativen fordern einen Schnellradweg auf der Trasse, angedacht ist auch ein "Mover", ein autonom fahrender Elektrobus.

Dieses Plakat ist eindeutig contra Bahn.
Dieses Plakat ist eindeutig contra Bahn. Foto: Uwe Eichler

An die kurze Leine genommen werden die großen Hunde und Kampfhunde der Gemeinde. Die 20 Jahre alte Verordnung wird angepasst. So ist nun eine Leinenlänge von 1,50 statt drei Metern vorgeschrieben – was auch für Ausziehleinen gilt, wie Geschäftsleiter Jürgen Markert auf Nachfrage von Martin Saalmüller feststellte. Mit sechs Metern Anlauf bekomme ein Hund schon Geschwindigkeit, meinte Vögler. Die Leinenverkürzung erntete eine Gegenstimme.

Nicht gekürzt, aber auch nicht erhöht werden die Übungsleiter-Pauschalen für die Sportvereine. Eigentlich zahlt die Gemeinde in gleicher Höhe wie der Freistaat, gemäß Schwebheimer Modell. Der verdoppelt in diesem (Corona-)Jahr seine Pauschalen. Grettstadt belässt es bei den bisherigen, "einfachen" Zahlungen.

Aufträge vergeben

Vergeben wurden die Aufträge im Bereich Heizung, Sanitär, Lüftung, Wärmedämmung fürs neue Feuerwehrhaus, was 292 000 Euro kostet (eine Steigerung von 50 000 Euro gegenüber der Kostenberechnung, auch aufgrund neuer Anforderungen). Verzögerungen gibt es bei der Auftragsvergabe für die Rohbauarbeiten, wo sich die "erstplatzierten" Angebote zwischen 738 000 und 770 000 Euro bewegen. Ein Bewerber hat im Vergabeverfahren eine Rüge bei der Regierung vorgebracht, was zumindest Zeit kosten wird. Nun soll mit einem Bietergespräch das wirtschaftlichste Angebot gefunden werden.

Abklopfen, was geht: Das möchte die Gemeinde bei der neuen Gigabitrichtlinie der bayrischen Breitbandförderung. Der Gesetzgeber frage nur, ob es Versorger gebe, stellte Ewald Vögler fest, was in Grettstadt der Fall sei.  "Wir brauchen Glasfaser", gab Christian Störcher das Ziel vor, man solle sich nicht frühzeitig binden.

Angepasst wurden die Abrechnungssätze in der Feuerwehr-Satzung bezüglich "nichtlebensrettender" Einsätze. Bislang gab es eine Standardsatzung. Mit Rücksicht auf die aktuelle Rechtsprechung (und Nachfragen der Versicherungen) hat die Gemeinde ihre Sätze nun selbst kalkuliert.

Keine Hundebeutel-Spender

Nicht anfreunden kann sich die Kommune mit einem Antrag aus der Bürgerschaft, Hundebeutel-Spender aufzustellen, statt die Tüten im Rathaus auszugeben: aus optischen wie geruchsmäßigen Gründen. Eine neue Förderung von 30 statt 20 Prozent wird bei der LED-Umstellung der Straßenbeleuchtung angepeilt, was ein Plus von 13 000 Euro bringen soll.

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