Geldersheim

Hammeltanz und Fackelzug

Vier Tage lang Partystimmung im Dorf. Maskottchen Lissy war immer dabei.
Geschmückt: Maskottchen Lissy war der Mittelpunkt beim Kirchweihzug durchs Dorf.
Foto: Uwe Eichler | Geschmückt: Maskottchen Lissy war der Mittelpunkt beim Kirchweihzug durchs Dorf.

Kerwazeit heißt vier Tage lang Ausnahmezustand in Galderschum. So hat sich auch in unsrer gestrigen Hammeltanz-Schnellmeldung ein „Fehltritt“ eingeschlichen. Es war natürlich keine Premiere, dass das neue Hammelkönigspaar, Sina Kreutzberger und Kai Hüser, von auswärts kommt: „Interkommunale“ Herrscherpaare gab es im letzten Vierteljahrhundert schon mehrere. Schließlich darf jede(r) Brauchtumsbegeisterte beim Rundtanz um Wecker, Strohballen, Kirchweihschaf Lissy und Schaffer Winfried Huppmann antreten, nicht allein die Fichtenmädchen und -burschen.

Fakt ist, dass 2014 einige Lücken bei den sieben Fichtenpärli kurzfristig mit „Auswärtsspielern“ besetzt werden mussten, ob des Generationswechsels. Entsprechend sind tanzerprobte junge Trachtler aus Sennfeld, Zell, Holzhausen und Schwebheim eingesprungen. Prompt wurde ein Zeller und eine Schwebheimerin zu den Nachfolgern von Katja und Dieter Lauerbach aus Geldersheim gekrönt.

Wie auch manch junger Galderschumer auf mehreren Hochzeiten oder besser gesagt Kirchweihen tanzt. So zum Beispiel David Full. Er hat die Kirchweihrede am Freitag gehalten. In fränkischer Tracht, mit Körres und Kränzli beziehungsweise Frack und Zylinder anzutreten, das ist für die durchaus weltoffenen Jugendlichen in Geldersheim selbstverständlich.

Ansonsten galt auch diesmal bei der letzten Kirchweih im Jahreskreis die goldene Wetterregel: „Der liebe Gott ist ein Galderschummer.“ Davon ist auch Oliver Brust überzeugt. Der Bürgermeister und Kirchweih-Moderator freute sich in Geldersheimer Tracht über den Sonnenschein am „Sunndi“, den es exklusiv zum Hammeltanz zwischen trüben Novembertagen gab. „Wir müssen dankbar sein.“ Der letzte richtig große Wetter-Ausrutscher war 1999, im Schnee. Den Startschuss hatte es schon am Donnerstag mit dem Besuch der Pärli beim Gemeinderat gegeben. Gefolgt vom Kirchweihtanz am Freitag im Fränkischen Hof und dem Aufstellen der Fichten an den Wirtshäusern am Samstag. Großer Rummel dann am Sonntag, im Wortsinn: Nach einer Pause gab es wieder einen kleinen Rummelplatz.

Der eine oder andere altbayrische oder fränkische Trachtenkollege gab sich beim „Verein für Heimat und Brauchtumspflege“ die Ehre. Der Musikverein steuerte hoch vom Wagen her die passenden Melodien bei - und bekam einen Bierkasten als Belohnung hinaufgestemmt. Fleißig wurde Walzer, Rheinländer, Schottisch gespielt und der Buschen, der Kirchweihstrauß, umhergereicht. Mancher war in Schunkellaune, selbst in den Fenstern der umliegenden Höfe zeigten sich die Zuschauer.

Als „Zufallsgenerator“ fungiert ein alter Wecker: Das Paar, das den Stab in Händen hält, wenn's klingelt, ist neues Hammelkönigspaar. Als Herrschaftszeichen, die einmal von Renate Zeisner gestiftet wurden, erhielten Sina und Kai ein Zepter mit Schafskopf sowie einen „Reichsapfel“ (wie es heißt, mit hochprozentigem Inhalt): „Hoch sollen sie leben, dreimal hoch!“

Das neue Königspaar durfte dann den Ehrenwalzer tanzen, zu den passenden Klängen von „Ich bau dir ein Schloss, so wie im Märchen. Der blaue Himmel schaut auf uns herab.“

Am Abend dann der Fackelzug, durchs Unterdorf zum Tor, wo die Frankenfahne am Fachwerkturm wehte und eine ausgelassene Lichterparty stieg. Bevor dann am Montag die Kirchweih langsam ausgeklungen ist, mit einem Festprogramm für Jung und Alt im Fränkischen Hof. Beim finalen Hammelessen am kommenden Freitag heißt es auch 2014: Maskottchen Lissy kommt dabei nicht zu Schaden.

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