Falkenstein

Harte Linie bei den Weinbergshäuschen

Projekte des Weinbaus: Regierungspräsident Paul Beinhofer unternahm zusammen mit dem fränkischen Weinbaupräsidenten Artur Steinmann, der fränkischen Weinkönigin Christin Ungemach und vielen weiteren Gästen seine jährliche Weinbaubereisung, um sich über weinbauliche Projekte zu informieren. Von links: Donnersdorfs Weinprinzessin Kristina Reinhart, Winzer Rudolf Sahlmüller (Besitzer des zu versetzenden Weinberghäuschens), Regierungspräsident Paul Beinhofer, Christin Ungemach (fränkische Weinkönigin), Artur Steinmann (fränkischer Weinbaupräsident) und Albin Solf (Vorsitzender Weinbauverein Donnersdorf).
Foto: Matthias Beck | Projekte des Weinbaus: Regierungspräsident Paul Beinhofer unternahm zusammen mit dem fränkischen Weinbaupräsidenten Artur Steinmann, der fränkischen Weinkönigin Christin Ungemach und vielen weiteren Gästen seine ...

Regierungspräsident Paul Beinhofer hat am Donnerstag seine jährliche Weinbaubereisung unternommen. Zusammen mit dem fränkischen Weinbaupräsidenten Artur Steinmann, der fränkischen Weinkönigin Christin Ungemach und vielen Gästen informierte er sich über Projekte rund um den Weinbau. Hierfür besuchte die Delegation die Weinlage Falkenberg bei Falkenstein und Winzer aus Hundelshausen, Oberschwarzach und Kammerforst.

Steinmann begrüßte die Gäste in den Weinbergen der Weinlage Falkenberg und hielt anerkennende Worte für die Winzer bereit. Beinhofer lobte die positive Entwicklung des Weinbaus hinsichtlich der Qualität, der Wahrnehmung nach außen und der Identifikation der Menschen mit dem Wein im eigenen Land. Bürgermeister Klaus Schenk sprach vom Erholungspotenzial der Weinlage Falkenberg und von deren Zukunftschancen. Die stellvertretende Landrätin Christine Bender hob unter anderem die touristische Bedeutung des Weinbaus hervor.

Es folgten Referate zu Projekten aus der Region. Peter Doneis vom Amt für ländliche Entwicklung Unterfranken stellte die ländliche Neuordnung am Falkenberg vor. Der Vorsitzende der Teilnehmergemeinschaft Flurbereinigung Falkenstein 3 ging auf die umfassenden Baumaßnahmen mit Blick auf Wege, Leitungen, Gräben und Wasserrückhalten in den Jahren 2010 bis 2012 ein. Die Baumaßnahmen hätten zu keinen einschneidenden Veränderungen des Landschaftsbildes geführt.

Auch sprach Doneis von der Vorgeschichte des Projekts. Damals seien nur unbefestigte Wege vorhanden gewesen, weshalb 2005 ein Neuordnungsverfahren eingeleitet worden sei. Nach der Planfeststellung im Juni 2009 sowie während der Bauarbeiten habe es Kritik und Widerstand gegeben, nicht zuletzt aufgrund des hohen Eigenanteils der Besitzer. Auch habe es gerichtliche Auseinandersetzungen im Zuge der Inbesitznahme von Privatflächen gegeben.

Richtlinien bleiben

Weiterhin ging Doneis auf die kommenden Schritte des Verfahrens ein, das noch einige Zeit in Anspruch nehmen werde. Letztlich habe man gerade durch die gut zu befahrenden Wege zur weinbaulichen Nutzung der Weinbergslage beigetragen. Insgesamt könne man von einer landschaftsangepassten Erschließung sprechen, bei der fast alle der vielen Weinbergshäuschen erhalten geblieben seien.

Auf Letztere kam der Vorsitzende des Weinbauvereins Donnersdorf, Albin Solf, zu sprechen. Er plädierte für die Pflege, die Förderung und den Erhalt der 48 Weinbergshäuschen. Die bis in die 80er Jahre hinein noch 65 Häuschen seien vor und während des Zweiten Weltkrieges als Funktionsbauten entstanden. Sie dienten unter anderem der Lagerung von Werkzeug und Material. Wichtig waren sie vor allem für das zum Spritzen benötigte Wasser.

Der Weinbauverein fördere die Sanierung der Häuschen mit maximal 200 Euro, so Solf weiter. Das Entstehen neuer Häuschen scheitere aber an der Genehmigung. Die derzeitigen Richtlinien von maximal sieben Quadratmetern pro Häuschen ab einer Weinbergsfläche von 15 Ar seien nicht praxisgerecht. Daher forderte er eine Anhebung der Häuschenfläche und eine Senkung der minimalen Weinbergsfläche.

Nach dem Besuch eines Weinbergshäuschens sagte Beinhofer, dass man jene Richtlinie generell aufrechterhalten wolle. Die Häuschen sollen in erster Linie der Bewirtschaftung des Weinbergs dienen. Eine allgemeine Freigabe, größere Häuschen zu bauen, wäre ein Fehler. Man wolle nicht, dass Wochenendhäuschen entstehen. Für die Versetzung eines bestehenden Häuschens eines anwesenden Winzers werde sich allerdings eine Lösung finden lassen.

Christine Bender sagte hierzu, dass sie die Diskussion mit ins Landratsamt nehmen wolle. Die Weinbergshäuschen seien wichtig für die Kulturlandschaft. Dennoch müssten sie der Funktion für die Weinbergsarbeit gerecht werden. Dem Winzer, der sein bestehenden Häuschen versetzen möchte, erteilte sie eine Zusage.

Weinpanorama Steigerwald

Monika Lindner vom Tourismusaktionsteam Oberschwarzach stellte anschließend das regionale Tourismuskonzept „Weinpanorama Steigerwald“ vor. Mit dem sich in der Präsentationsphase befindlichen weintouristischen Entwicklungskonzept wolle man die Gemeinden und Leistungsträger am Steigerwald vermarkten. Neben vielen Vereinen seien die Gemeinden beteiligt.

Als Maßnahme des Konzepts nannte sie die Internetseite www.weinpanorama-steigerwald.de. Auch habe man den Wanderweg „Weinsteiger“ ausgewiesen. Dieser ergänze den Panoramaweg um Schleifen, die unter anderem zu attraktiven Aussichtspunkten führen. An wichtigen Kreuzungspunkten stelle man Wandertafeln auf. Eine Wanderkarte werde derzeit erstellt.

Etwa 86 000 Euro kostete das gesamte Konzept, so Lindner weiter. Hinzu kommen Anteile der Vereine, Sponsoren und Gemeinden für spezielle Projekte und betriebliche Investitionen. Die Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau sagte rund 36 000 Euro zu. Alle Winzer und Weinbauvereine hätten sich auf den Namen „Weinpanorama Steigerwald“ geeinigt. Nach dem Genehmigungsverfahren bei der EU könnten die Winzer den Namen für ihre Etiketten mitnutzen.

Nach den Vorträgen wurden verschiedene Weingüter besucht. Zunächst war man bei zwei Nebenerwerbsbetrieben zu Gast, dem Weinbau Markert in Hundelshausen und dem Weingut Ruppenstein in Oberschwarzach. Zuletzt besuchte man einen Vollerwerbsbetrieb, die Weinkellerei und Obstbrennerei Jürgen Rebhann in Kammerforst.

Beinhofer würdigte die drei Betriebe als innovativ, tatkräftig und eindrucksvoll. Der fränkische Weinbau könne stolz auf sie sein. Schließlich hielt er als Fazit des Tages fest, dass man die fränkische Kulturlandschaft erhalten müsse. Zudem sei der Weinbau über den wirtschaftlichen Produktionswert hinaus ein Aushängeschild und Markenzeichen.

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