MAINBERG

Heubisch: Schloss Mainberg muss erhalten werden

Falls die Eigentümerin des Schlosses Mainberg nachweislich finanziell nicht in der Lage sein sollte, das Baudenkmal zu erhalten, „muss der Staat eingreifen“. Das hat nicht irgendwer gefordert – der bayerische Kunstminister Wolfgang Heubisch sagte es beim Rundgang durch die Schlossräume. Eine recht deutliche Zusage also, dass diese Burganlage auf keinen Fall dem Verfall überlassen werden darf.

„Ich habe Schlimmeres erwartet“, sagte Heubisch nach dem ersten Eindruck angesichts der Fassade“, „ich weiß aber schon, dass bei alten Gebäuden die Probleme im Detail stecken.“ Und: „Ich erwarte, dass Sie mir schonungslos die Probleme aufzeigen. Es ist selbstverständlich, dass ich mich als Kunstminister für die Erhaltung des Schlosses einsetzen werde.“

Für die schonungslosen Details war der sachkundige Historiker Thomas Horling zuständig, der die rund 15-köpfige Gruppe durch das Schloss führte. Er wies auf die Wasserflecken und -einbrüche hin, darauf, auf den Luftschutzstollen aus dem Zweiten Weltkrieg, der wohl dafür verantwortlich ist, dass die Vorburg so schwer geschädigt wurde, dass sie wohl nur abgebrochen werden kann.

Dann ging's durch Vorräume in den repräsentativen Roten Saal, ins Herrenzimmer bis hinauf ins Fürsten- und Jagdzimmer, in den Raum mit vergoldeter Stuckdecke und zwei großformatigen Wandgemälden mit deutlich sichtbarem Riss durch einen der abgebildeten Edlen. Horling wies auf übermalte Wasserflecken hin. Die massiven Schäden im Vorderbau erwähnte Hans-Christof Haas vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, sowie „Systemschäden“ in der Statik der Hauptburg und die üblichen Probleme im Dachbereich, außerdem auch Hausschwammbefall.

Angekommen beim höchsten Punkt der Burg, beim traumhaften Blick vom Balkon auf den Main, räumte der Kunstminister ein: „Das wird ein schwieriger Weg.“ Zunächst sei die rechtliche Situation zu klären, vor allem die finanzielle Leistungsfähigkeit der Schlossbesitzerin Renate Ludwig, die beim Rundgang nicht dabei war. Von ihr ist laut Horling keine Notsicherung oder gar eine Sanierung des Denkmals zu erwarten. Sie könne nach ihrer Aussage nicht einmal 3000 Euro für die Säuberung der Dachrinne aufbringen, damit an bestimmten Gebäudestellen kein Wasser mehr eintritt.

Zu Beginn der Führung hatten Schonungens Bürgermeister Stefan Rottmann und Landrat Florian Töpper für den Landkreis den zuständigen Fachminister gebeten, in München „ein gutes Wort einzulegen, „damit diese erhaltenswerte hohe Kulturgut in bestmöglichem Zustand erhalten wird“, so Töpper. Heubischs eindeutige Worte vor vielen Zeugen kommen einem ministeriellen Versprechen gleich.

Besuch in Schloß Mainberg.
Foto: Anand Anders | Besuch in Schloß Mainberg.

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