Schweinfurt

Hinse und Hofmann diskutierten über Kirche und Kunst

Bei einer Podiumsduskussion in der Kunsthalle mit dem Lichtkünstler Ludger Hinse und dem emeritierten Bischof Friedhelm Hofmann wurde über Kunst und Theologie gesprochen.
Eine Podiumsduskussion mit dem Lichtkünstler Ludger Hinse und dem emeritierten Bischof Friedhelm Hofmann in der Kunsthalle.
Eine Podiumsduskussion mit dem Lichtkünstler Ludger Hinse und dem emeritierten Bischof Friedhelm Hofmann in der Kunsthalle. Foto: Charlotte Wahler

Zwei, die sich gut kennen, der Künstler Ludger Hinse und der emeritierte Bischof von Würzburg, Friedhelm Hofmann, trafen sich im Rahmen der Ausstellung "LichTraum" in der Kunsthalle, um über den Zusammenhang von Kunst und Theologie im Allgemeinen und über die Symbolik von Kreuz und Licht im Besonderen zu sprechen.

Die Lebensgeschichten der beiden wären wohl auch einzeln abendfüllend gewesen, sprach doch der emeritierte Bischof Hofmann mit rheinländischem Gemüt davon, dass er "unter den Bischöfen der einzige weiße Rabe gewesen" war und wie er bereits als Kind eine Verbindung zur Kunst entwickelte. Später übte er nicht nur als Bischof, sondern auch als Kunsthistoriker sein kirchliches Amt aus.

Ebenso spannend dürfte die Lebensgeschichte Hinses sein, dem "Magier des Lichts", wie Moderatorin Anke Faust meinte. Als Kind einer Bergarbeiterfamilie, dessen Kunstverständnis nicht über das Bild am Abreißkalender hinausging, entwickelte er sich zu einem renommierten Künstler. Dazwischen war er jüngster Vorsitzender der IG-Metall – eine facettenhaft schillernde Biografie. Und wie kommt so ein Künstler zu einer so fragilen und gleichzeitig kraftvollen, leuchtenden  Auseinandersetzung mit dem Kreuz? Hinse, auch Lyriker, antwortete auf die Frage nach der Inspiration ganz pragmatisch: "Wenns da ist, geht's." Er betonte auch die Verantwortung jedes Einzelnen, seine Gabe zu nutzen. Angefangen habe er auf den Resten von Tapetenstücken, die er fand. Entdeckt wurde er durch Zufall von der Leiterin der Kunsthalle Recklinghausen.

Kunst: Brücke zwischen profanem und sakralem Raum

Moderatorin Anke Faust fragte gleich zu Beginn nach dem religiösen Faktor in der Kunst. Dabei war zum einen von der Kunst die Rede, die eine Brücke zwischen profanem und sakralem Raum bau. Zum anderen sei die Kirche auch der größte Kunstmäzen in Deutschland, hieß es. In diesem breiten Spektrum verwiesen die beiden Gesprächspartner auf die Bedeutung von Farbe und Licht, die ja beispielsweise auch in der Gestaltung von Kirchenfenstern eine überragende Rolle spiele. Hier könnte das Licht als "Ursprungskraft des göttlichen Wortes", so Hofmann, erfahrbar werden. Auf die Frage Fausts, ob die Kunst möglicherweise auch die Menschen wieder zur Kirche bringen könnte, antwortete Hinse: "Die Kirche und die Kunst sind Suchende", deshalb könne da eine neue Geschwisterlichkeit entstehen.

Die Podiumsduskussion wurde von der Journalistin Anke Faust moderiert.
Die Podiumsduskussion wurde von der Journalistin Anke Faust moderiert. Foto: Charlotte Wahler

Einig waren sich Hinse und Hofmann in ihren Aussagen zu Kunst und Raum. Denn Kunst verändere nicht nur den Raum, auch umgekehrt wirke der Raum auf das Kunstwerk. Gerade beim Thema Kreuz und Licht würden die Betrachter in dem weiten Themenfeld zwischen Bürde und Licht, Verzweiflung und Erlösung berührt. "Diese Berührung war immer mein Anspruch als Künstler, nicht die Belehrung", so Hinse. Das Kreuz sei nicht immer ein Leidenszeichen gewesen, erst im Christentum sei es entstanden.

In die "Grenzbereiche der Wahrnehmung", wie Hinse erklärte, kommen Kunstbetrachtende wohl allemal bei der Begegnung mit den Objekten des Künstlers. Kleine Lichtpunkte tanzten durch den Raum und die Objekte veränderten ihre Ausdruckskraft nicht nur mit ihren Umdrehungen, sondern auch mit dem Tageslicht und durch das Zusammenspiel ihrer Farben. Neben der Kunsthalle sind Hinses Objekte noch bis zum 5. Juli auch in den Kirchen St. Johannis, St. Kilian und Heilig Geist zu sehen sowie im Krankenhaus St. Josef und im plus.punkt in der Schultestraße 21.

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Schweinfurt
  • Charlotte Wahler
  • Bischöfe
  • Friedhelm Hofmann
  • Gott
  • IG Metall
  • Kirchen und Hauptorganisationen einzelner Religionen
  • Krankenhaus St. Josef
  • Krankenhäuser und Kliniken
  • Kulturhistoriker
  • Künstlerinnen und Künstler
  • Lyriker
  • Religionswissenschaft
  • St. Johannis
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!