Schweinfurt

Jazz/Rock/Pop-Aktionstag: In drei Stunden bühnenreifer Auftritt

Die Resonanz war überwältigend: Zahlreiche Jugendliche kamen zum Jazz/Rock/Pop-Aktionstag in die Musikschule. Was sie am Ende auf der Bühne präsentierten, war erstaunlich.
Gemeinsam macht es mehr Spaß: Beim 'Jazz/Pop/Rock-Aktionstag' in der Musikschule Schweinfurt konnten sich junge Musiker in verschiedenen Bands ausprobieren.
Foto: Steffen Krapf | Gemeinsam macht es mehr Spaß: Beim "Jazz/Pop/Rock-Aktionstag" in der Musikschule Schweinfurt konnten sich junge Musiker in verschiedenen Bands ausprobieren.

Können drei Stunden Proben reichen, damit eine neuformierte Band auf die Bühne gehen kann? Ja, das klappt – das hat zumindest die Schweinfurter Musikschule am Samstag eindrucksvoll unter Beweis gestellt.  "Es war ein kleines Experiment", verriet Popgesangs-Lehrerin Canan Semel von der Musikschule. Früher hat es ein ähnliches Konzept schon einmal gegeben, jetzt hat sie es mit ihren Kollegen wieder aufblühen lassen. Der "Jazz/Rock/Pop-Aktionstag" wurde zum vollen Erfolg. Die Resonanz der jungen Musiker – zumeist im Alter zwischen 12 und 18 Jahren – war überwältigend.

"Der Grund, warum wir das machen, ist ja auch, dass viele nur in ihrem stillen Kämmerlein spielen. Eigentlich ist Musik aber dafür da, es miteinander zu tun. Ich hoffe, dass alle viel Spaß haben – und vielleicht entsteht ja hierdurch die ein oder andere Band." Dass es für junge Bands, die mit eigenen Liedern auf die Bühne geht, nicht ganz einfach ist, betonte sie aber auch: "Sich als Zuschauer auf eine Band einzulassen, die man noch nicht kennt, das ist eine Kultur, die leider sehr nachgelassen hat. Das ist wirklich schwer für junge Bands heute. Die Leute sollten auf Konzerte gehen, da sind wirklich sehr gute Musiker unterwegs."

Jazz, Rock oder Pop – die Nachwuchssängerinnen konnten sich in allen Genres ausprobieren.
Foto: Steffen Krapf | Jazz, Rock oder Pop – die Nachwuchssängerinnen konnten sich in allen Genres ausprobieren.

Ab 15 Uhr starteten dann die verschiedenen Workshops für die einzelnen Instrumente und die Sänger. Aufgeteilt waren die jugendlichen Musiker in drei Bands, quer verteilt in den Räumlichkeiten des Gebäudes. Die Teilnehmer konnten während der drei Stunden die Bands wechseln, um sich in allen Bereichen auszuprobieren.

Laut zu ging es beim Rockband-Projekt. Mit den Coaches Dieter Trommler und Timo Jan Deen wurden drei Cover-Songs einstudiert. Mit "Crush, Crush, Crush" war ein energiegeladenes Stück der US-Amerikanischen Alternative-Rockband Paramore dabei, mit "All Right Now" von der ehemaligen britischen Rockband Free um ihren Frontmann Paul Rodgeres ein absoluter Klassiker des Genres und mit "Addicted to you" noch ein aktuelles Stück von Avicii. Ein paar Räume weiter ging es kaum leiser zu. Die Pop-Band um ihre Coaches Hannes Wagner und Michael Albert hatte ebenfalls das ehrgeizige Ziel, bis zum Abend drei Lieder bühnenreif zu einzuüben. Später auf der Bühne sollte der stimmungsvolle Evergreen "Every Breath you take" von Police für Stimmung im Konzertsaal der Musikschule sorgen. Bei "Don`t dream it`s over" von Crowded House war dann etwas mehr Gefühl der Musiker gefordert, bevor es bei "Castles" – im Original von Freya Ridings – richtig kraftvoll zur Sache ging. Eine nicht minder interessante Song-Auswahl war im Erdgeschoss des Hauses zu belauschen – auch wenn es dort deutlich am leisesten zu Werke ging. Bei der Jazz-Combo wurde die etwas feinere Klinge gespielt mit "Fly me to the Moon", das unter anderem einst von Frank Sinatra interpretiert wurde. Mit "Fever" von Peggy Lee und "Night & Day" von Cole Porter wurden unter der Regie von Eva Tilly und Michael Weisel drei zeitlose Klassiker des Jazz eingeübt. 

Wer in die Bandproben und Jam-Sessions reinschaute, sah begeisterte junge Menschen und leidenschaftliche Musiklehrer. Und tatsächlich: Der Plan ging auf. Um kurz vor 19 Uhr verlagerte sich das rege Treiben in der Musikschule in das oberste Stockwerk in den Konzertsaal. Die Aufregung bei den Debütanten hielt sich in Grenzen. Ein Großteil der Jugendlichen waren Schüler der Musikschule, aber auch viele Externe nahmen an dem "Jazz/Rock/Pop-Aktionstag" teil. Im Saal blieb kein einziger Platz unbesetzt. "Das ist fast schwieriger mit so vielen zusammenzuspielen", meinte ein Schüler

Canan Semel, die als Organisatorin umtriebig den ganzen Tag über im ganzen Haus unterwegs war, behielt stets den Überblick und ihr Strahlen wurde von Stunde zu Stunde größer: "Das ist eine total coole Erfahrung für die Jugendlichen, auch im sozialen Miteinander. Die meisten kannten sich vorher noch gar nicht. Das ist auch der Sinn der Veranstaltung, dass hier viele zusammenfinden." Auf der Bühne wirkten die Bands nicht wie Newcomer. Voller Passion begeisterten die Jugendlichen das Publikum. Als Höhepunkt eines gelungenen Abends spielte zum Abschluss noch die Big Band der Musikschule, verstärkt mit einigen Sängerinnen des Aktionstags.

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