Gerolzhofen

Jugendrotkreuz: Online fließen Ausbildung und Spaß ineinander

Seit Monaten können sich die Gruppen nicht mehr live treffen. Wie hält die Hilfsorganisation ihren jüngsten Helfernachwuchs während der Corona-Pandemie bei der Stange?
Dieses Archivbild entstand während eines Wettkampfs im Mai 2017 in Gerolzhofen, an dem Mitglieder der beiden JRK-Standorte Gerolzhofen und Grettstadt teilnahmen.
Foto: Archivbild Gerald Effertz | Dieses Archivbild entstand während eines Wettkampfs im Mai 2017 in Gerolzhofen, an dem Mitglieder der beiden JRK-Standorte Gerolzhofen und Grettstadt teilnahmen.

Mona Schmitt vom Jugendrotkreuz (JRK) in Gerolzhofen und Martina Bätz vom JRK in Grettstadt haben Wegen gesucht, wie sie den Helfernachwuchs des Roten Kreuzes während der Pandemie, in der keine Präsenzunterrichte möglich sind, ausbilden können. Über das Internet ist einiges möglich, sagen sie und berichten über ihre Erfahrungen, Ziele und Wünsche.

Frage: Wie muss man sich denn beim JRK Online-Gruppenstunden vorstellen?

Martina Bätz: Wir haben nur vereinzelt Gruppenstunden angeboten. Aktuell führen zwei Gruppen regelmäßig Gruppenstunden durch, da das JRK einen digitalen Landeswettbewerb ausgeschrieben hat und die Kinder auf jeden Fall dabei sein wollen.

Mona Schmitt: Wir bieten seit Dezember eine sogenannte Online-Challenge an. Diese läuft so ab, dass wir jeden Freitag zu den Gruppenstunden-Zeiten ein Video in eine WhatsApp-Gruppe schicken, mit einer Wochenaufgabe, die es für die Kinder zu lösen gilt. Oft sind es auch Aufgaben, an denen sich die gesamte Familie beteiligen kann. Diese reichen thematisch von Erste-Hilfe-Fragen über kreative Aufgaben bis hin zu Scherzaufgaben. Die Lösung wird dann bis zum folgenden Donnerstag auch per Video in die Gruppe zurückgeschickt und wir Gruppenleiter verteilen Punkte. Am Ende bekommen die Teilnehmer Preise. Hin und wieder trafen wir uns über Skype.

Was könnt ihr da den Kindern beibringen?

Bätz: Da es bei uns neben praktischer Erster Hilfe auch viel theoretisches Wissen in ganz verschiedenen Kategorien, beispielsweise Umweltschutz und Allgemeinwissen, zu vermitteln gilt, gibt es immer das eine oder andere spielerische Quiz oder Ähnliches.

Schmitt: Neuer Input wird kaum vermittelt. Wir bauen hier eher auf Wiederholung und Vertiefung der bereits in Präsenz behandelten Themen. Außerdem steht die Wissensvermittlung in der aktuellen Zeit eher hinten an und wir versuchen, Abwechslung und Spaß in diese außergewöhnliche Zeit zu bringen.

Die JRK-Kinder sind ja noch relativ jung – helfen da die Eltern mit?

Bätz: Für uns hat ein Papa einen Jitsi-Raum (Anm. d. Red.: Programm für Video-Konferenzen im Internet) erstellt, über den wir jetzt unsere Online-Stunden abhalten können. Von den Eltern kam auch die Rückmeldung, dass die Kinder durch die Schule genug um die Ohren haben und sie es begrüßen, keine wöchentlichen Gruppenstunden zusätzlich zu haben.

Schmitt: Auf jeden Fall. Unsere Challenge ist erfreulicherweise teilweise zu einem Familienprojekt geworden. Außerdem sind die technischen Mittel, wie Handy und WhatsApp, über die Eltern organisiert.

Wie reagieren die Kinder darauf, dass es derzeit keine Präsenz-Gruppenstunden gibt?

Bätz: Sie finden es sehr schade und würden sich freuen, wenn wir uns wieder treffen dürfen.

Schmitt: Wir haben dieselbe Erfahrung wie Grettstadt gemacht.

Gibt es neben Online-Gruppenstunden noch anderes, was ihr trotz oder gerade wegen Corona machen könnt?

Bätz: Wir versuchen mit den Kindern über WhatsApp-Gruppen in Kontakt zu bleiben. Wir haben auch haben versucht, kleine Aufgaben zu verteilen, etwa das Fotografieren von etwas Tollem in der Natur, oder die Kinder sollten auf ihre Hände schreiben, was ihnen am JRK gefällt. Daraus entstand dann ein Poster zu Weihnachten, um die Kinder neben der Schule etwas zu beschäftigen.

Schmitt: Wir führen ja keine Online-Gruppenstunden im klassischen Sinne durch. Hier kam auch die Rückmeldung, dass das zu viel neben der Schule würde. Daher beschränken wir uns auf die kleine Challenge, wo auch niemand gezwungen ist, eine Aufgabe zu lösen. Es soll wirklich um den Spaß, den Kontakt und die Abwechslung gehen.

Was erhoffen sich die Gruppenleiterinnen für die nächste Zeit?

Bätz: Dass wir wieder in Präsenz-Stunden gehen können und die Kinder wieder mit der gleichen Begeisterung wie vor dem Lockdown am Start sind.

Schmitt: Wir hoffen, die Corona-Zeit zu überleben. Wir merken leider schon, dass die Begeisterung weniger wird bzw. die Zeit für zusätzliche Aufgaben gering ist. Wir hoffen, dass die Gruppenarbeit wieder auflebt, sobald wir uns regelmäßig in Präsenz treffen dürfen. Auch fehlen uns unsere Gruppenkinder sehr.

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