Lülsfeld

Kandidaten im Porträt: Thomas Heinrichs für Lülsfeld

Seit 18 Jahren sitzt Thomas Heinrichs bereits im Lülsfelder Gemeinderat. Jetzt will er Nachfolger von Bürgermeister Wolfgang Anger werden. Seine Chancen stehen gut.
Thomas Heinrichs, alleiniger Bürgermeisterkandidat für die Gemeinde Lülsfeld, an seinem Lieblingsplatz: An der Sitzgruppe rund um dem Baum vor seinem Eigenheim am Schleifweg treffen sich mehrmals in der Woche die Nachbarn zu einem gemütlichen Plausch.
Foto: Klaus Vogt | Thomas Heinrichs, alleiniger Bürgermeisterkandidat für die Gemeinde Lülsfeld, an seinem Lieblingsplatz: An der Sitzgruppe rund um dem Baum vor seinem Eigenheim am Schleifweg treffen sich mehrmals in der Woche die ...

"Innovativ, zukunftsorientiert und nachhaltig" – das sind die drei Schlagworte, die Thomas Heinrichs über seine Bewerbung als neuer Bürgermeister von Lülsfeld gestellt hat. Mit den gleichen Schlagworten tritt auch die Gemeinderatsliste der Unabhängigen Wählergemeinschaft Lülsfeld an. Thomas Heinrichs steht – durchaus überraschend – aber nicht auf dieser Liste. "Mir war es wichtig, konsequent nur als Bürgermeister zu kandidieren", sagt der 45-jährige Familienvater, der sich bereits seit drei Wahlperioden, also schon 18 Jahre, als Mitglied des Gemeinderats für Lülsfeld und Schallfeld engagiert. Seine Entscheidung – Bürgermeister oder nichts mehr – fiel bereits zu einem Zeitpunkt, als längst noch nicht feststand, ob es vielleicht doch einen zweiten oder gar dritten Kandidaten um das freiwerdende Bürgermeisteramt geben könnte. 

Mit der gleichen Konsequenz will der Elektromeister, der als Projektmanager in einem Gerolzhöfer Großbetrieb arbeitet, auch die Entwicklung der Gemeinde Lülsfeld weiter vorantreiben – falls er gewählt wird, wie er stets betont. Doch die Wahrscheinlichkeit, dass er als einziger Kandidat der Nachfolger von Bürgermeister Wolfgang Anger wird, ist ja durchaus hoch.

Altort-Sanierung

Es ist ihm wichtig, die gewachsenen Kernorte in beiden Gemeindeteilen nicht aus den Augen zu verlieren, erzählt Heinrichs im Gespräch mit dieser Redaktion. Innenentwicklung und Dorfgestaltung sind die wichtigsten Schlagworte der Zukunft. In den kommenden Jahren werde die Zahl der Leerstände in den Altorten deutlich zunehmen. Hier müsse man einfallsreich gegensteuern. Die Gemeinde werde mit dem neuen Dorfplatz in Schallfeld und der Gestaltung der Kirchstraße in Lülsfeld eine Vorreiterrolle übernehmen, quasi als Anreiz für private Sanierungsprojekte der Anlieger. Mittel- bis langfristig müsse ein kommunales Förderprogramm für Altbau-Sanierungen auf den Weg gebracht werden, um finanzielle Unterstützung zu leisten, wenn jemand in den Altorten Wohnraum renoviert oder neue Wohnungen schafft. Das Thema "Pflege im Alter" könne erleichtert werden, wenn es dort wieder mehr Mehrgenerationen-Wohnhäuser gebe.

Neue Baugebiete

Kurzfristig brauche man trotzdem aber auch neue Baugebiete, macht Heinrichs klar. Denn: "Wir wollen keine Wegzüge." Kinder sollen später als Erwachsene möglichst im Dorf bleiben können. Die Gemeinde hat deshalb schon reagiert und plant, neue Bauplätze in Lülsfeld und Schallfeld auszuweisen. Für Details sei es hier noch zu früh, macht Heinrichs klar, denn es sind noch nicht alle Grundstücksgeschäfte unter Dach und Fach. Unstrittig ist aber, dass es Bedarf gibt. In Lülsfeld sind nur noch drei Baugrundstücke frei, in Schallfeld sogar nur noch zwei Parzellen.

"Eine aktive Dorfgemeinschaft ist mir sehr wichtig", betont Heinrichs, der mit seiner aus Gerolzhofen stammenden Ehefrau Carmen Heinrichs und den Kindern Amelie und Lars im Eigenheim am Schleifweg in Lülsfeld wohnt. Er selbst macht es vor: Neben seinem Ehrenamt als Gemeinderat bringt sich Heinrichs als Gruppenführer bei der Feuerwehr, als aktives Mitglied der Musikkapelle und als Vorstandsmitglied beim SV Germania in das Dorfleben ein.

Gutes Miteinander

Ein gutes Miteinander mit Schallfeld liegt dem Lülsfelder am Herzen. "Ich habe seit meiner Jugend engen Kontakt zu Schallfeld und erhoffe mir auch von dort Unterstützung." Überhaupt sei das Miteinander zwischen beiden Gemeindeteilen vorbildlich, was sich auch bei der kommunalen Arbeit im Gemeinderat zeige: "Wir zwingen niemandem etwas gegen seinen Willen auf." Wenn die Gemeinderäte des einen Dorfes bei einer lokalen Angelegenheit sich einig sind, "dann unterstützt sie immer auch die Gegenseite".   

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In Sachen Digitalisierung sieht Thomas Heinrichs die Gemeinde schon jetzt auf einem sehr guten Weg. In den Neubaugebieten sei überall schon Glasfaser verlegt, und es gehöre selbstverständlich zu seinen Zielen als Bürgermeister, schnelles Internet über Glasfaser-Leitungen auch in die Altorte in jeden Haushalt zu bringen. Denn: "Das ist genauso wichtig wie Kanal oder Strom." 

Den Wald fit machen

Neben dem technischen Fortschritt dürfe man aber auch die Natur nicht vergessen, macht Heinrichs klar. "Wald mit Zukunft" hat er deshalb das Projekt überschrieben, das er möglichst schnell nach seinem vermutlichen Amtsantritt angehen will: Die Gemeindewälder bei Lülsfeld und Schallfeld müssen fit gemacht werden für die schon deutlich sichtbaren Auswirkungen des Klimawandels. Bei einer Begehung von Gemeinderat und Forstexperten müsse man zügig ein Konzept für den Waldumbau entwickeln.

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