Gerolzhofen

Kann man eine Eucharistie mit Desinfektionsmittel "feiern"?

Ab Montag wird es wieder Eucharistiefeiern in der Pfarreiengemeinschaft St. Franzikus geben. Es gibt Bedenken, dass die Schutzmaßnahmen den feierlichen Charakter stören.
Fronleichnam 2019 auf dem Gerolzhöfer Marktplatz: Wegen der Corona-Pandemie entfallen in diesem Jahr in der Pfarreiengemeinschaft alle Prozessionen.
Fronleichnam 2019 auf dem Gerolzhöfer Marktplatz: Wegen der Corona-Pandemie entfallen in diesem Jahr in der Pfarreiengemeinschaft alle Prozessionen. Foto: Klaus Vogt

Das Seelsorger-Team der Pfarreiengemeinschaft (PG) St. Franziskus am Steigerwald hat beschlossen, dass ab Pfingstmontag wieder Eucharistiefeiern in den Kirchen der PG stattfinden werden. Es gelten allerdings wegen der Corona-Pandemie weiterhin die notwendigen Hygienemaßnahmen und Platzbeschränkungen.

Die Anfragen an Pfarrer Stefan Mai haben sich in den vergangenen Tagen gehäuft: Warum feiern wir in der Pfarreiengemeinschaft St. Franziskus noch immer keine Eucharistie, wo es doch jetzt schon seit Christi Himmelfahrt, 21. Mai, auch von Bischof Franz Jung offiziell erlaubt ist?

Die Erlaubnis des Bischofs enthielt im Umkehrschluss allerdings keine Anweisung, dass die Eucharistie sofort wieder gefeiert werden soll. Der Bischof ließ dies offen, es sollte vor Ort entschieden werden: „Es liegt nun im Ermessen der Verantwortlichen vor Ort, angemessen mit der Situation umzugehen und das umzusetzen, was jetzt möglich und sinnvoll erscheint“, schrieb der Bischof in seinem jüngsten Brief vom 15. Mai, wo er nach anfänglichem Verbot die Feier der Eucharistie grundsätzlich wieder gestattete.

Das vorhergehende Verbot der Eucharistie im Bistum Würzburg hatte Franz Jung in einem Rundbrief vom 1. Mai unter anderem auch so begründet: „Aber genau deshalb, weil die Eucharistiefeier ein hohes Gut ist, ist sie auch zu schützen. Denn als Bischof geht es mir um die Bewahrung der Feiergestalt der Eucharistie.“ Auch für viele Gläubige war es in der Tat nur schwer vorstellbar, wie die Wandlung und die anschließende Kommunionausteilung unter dem Eindruck massiver Hygiene-Vorschriften hätte "feierlich" ablaufen sollte.

Mehr Operateur als Priester

Auch Pfarrer Stefan Mai  hatte damit seine Probleme. "So manche Bilder von Eucharistiefeiern in Fernsehen und Internet gehen mir durch Kopf und Herz, wo die Kommunionspendung schon sehr sonderbar und steril, merkwürdig und wenig würdevoll anmutet." In manchen Fernsehgottesdiensten habe ihn der Zelebrant, so Mai, eher an einen Operateur erinnert, der alle Hygienevorschriften einhalten muss, bevor er in den Operationssaal geht. "Es ist keine würdige Feier, mit Zange und hinter Spuckscheibe die Kommunion zu reichen", macht Stefan Mai deutlich.

Das Seelsorgeteam habe diese Problematik besprochen und entschieden, bis einschließlich Pfingstsonntag die Gottesdienste in einer Vielfalt von ansprechenden Wortgottesdiensten zu feiern, sagt Mai. Im Angebot waren österliches Morgen- und Abendlob, feierliche Anbetung, Bergwanderung mit Matthäus, Pfingstnovene und ein pfingstliches Orgelbrausen. "Ab Pfingstmontag, 1. Juni, wollen wir es wagen, unter den notwendigen Hygienemaßnahmen und Platzbeschränkungen mit den Eucharistiefeiern an Sonn- und Feiertagen zu beginnen", teilt Pfarrer Mai nun mit.

Entsprechend der bischöflichen Verlautbarung gibt es mehrere Regeln, die dabei eingehalten werden müssen: Für die Gläubigen ist nur die Handkommunion möglich, die Mundkommunion ist untersagt. Die Spendeformel „Der Leib Christi“, die bei der Austeilung sonst vom Priester oder den Kommunionhelfern vor jedem Gläubigen gesprochen wird, entfällt. Dafür wird sie zu Beginn der Kommunionspendung vom Priester einmal laut gesprochen und alle antworten gemeinsam mit „Amen“.

Mund-Nase-Bedeckung

Priester und Kommunionhelfer desinfizieren sich vor Beginn der Kommunionausteilung nochmals die Hände und legen eine Mund-Nase-Bedeckung und gegebenenfalls Handschuhe an. Priester und Kommunionhelfer reichen den Gläubigen dann "unter Wahrung des für eine würdige Form der Kommunionspendung größtmöglichen Abstands" die Heilige Kommunion, "indem der Spender die Kommunion mit größtmöglichem Abstand in die ausgestreckte Hand des Kommunikanten legen kann". Idealerweise sollen sich auch die Gläubigen, die zur Kommunion gehen, vorher die Hände desinfizieren.

Pfarrer Mai zu den Regeln: "Ich hoffe, wir finden ab dem 1. Juni auch unter den erschwerten Bedingungen eine Feierform der Eucharistie, die das Qualitätsmerkmal 'es ist würdig und recht' verdient."

Keine Prozessionen

Noch ein Hinweis: Die Fronleichnams- und Hagelprozessionen fallen in diesem Jahr in der Pfarreiengemeinschaft St. Franziskus aus.

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