Grafenrheinfeld

Kinder bauten Stadt der Zukunft

Städtebau in der Grundschulaula: Phantasie und Motorik waren bei dem Schulprojekt in der Grafenrheinfelder Grundschule gefragt.
Foto: Daniela Schneider | Städtebau in der Grundschulaula: Phantasie und Motorik waren bei dem Schulprojekt in der Grafenrheinfelder Grundschule gefragt.

Gleich zweimal gibt es in der Grafenrheinfelder Schulaula das Kühlturm-Duo in Bauklotzoptik zu bestaunen. Für die Kinder sind die weithin sichtbaren Türme anscheinend ein prägendes Element ihres täglichen Lebens in der Atomkraftgemeinde.

Das Projektthema der Theresia-Gerhardinger-Grundschule (TGGS) - lautete „Baue die Stadt der Zukunft“. Gesponsert hatte die Aktion unter der Anleitung von Spielpädagogen Michael Keim und seinem Main-Spiel-Mobil der Elternbeirat der Grundschule.

Schulleiter Markus Wahl war genauso begeistert wie die eifrig werkelnden kleinen Bauherren. Die Intention war ein klassenübergreifendes Gemeinschaftsprojekt aller 103 Schüler und ihrer Lehrkräfte, das dann am Nachmittag im Rahmen eines Schulfestes den Eltern und Bürgermeisterin Sabine Lutz präsentiert wurde. Die Kinder durften ihre Bauwerke selbst vorstellen. Sie waren also Architekten und Stadtführer in Personalunion, ein pädagogisches Konzept, das voll aufging.

Die Kinder hatten gleich genaue Vorstellungen, was so alles in ihr zukünftiges Stadtplanungskonzept gehört: neben Krankenhaus, Schule, Bücherei, Spielplatz, Kindergarten und Waldspielplatz ist es ein Zoo, ein Schminkladen und ein gigantisches Fußballstadion a la Allianz-Arena. Warum auch nicht, Platz gibt es ja schon für solche Bauprojekte, und schließlich ging es ja um die „Orientierung im heimatlichen Raum“, wie es Lehrerin Dagmar Weidling beschrieb.

Und da gehören halt alle „lebensrelevanten Bauwerke“ der näheren und weiteren Umgebung dazu. Selbst das Atomkraftwerk möchten einige Kinder behalten. Die Frage nach der Endlagerung haben sie auch gleich geklärt: „Der Atommüll kommt dahin, wo keiner lebt oder nach Fukushima.“

Na ja, wenn das so einfach wäre, doch dafür hielten die Türme allen Belastungen stand, während der hohe Kirchturm der nachgebauten Pfarrkirche kurz vor der Fertigstellung den Einsturz probte. Nichtsdestotrotz, eine kreative Aktion, die alle gleichermaßen begeisterte und beschäftigte und spielerisch für ein überzeugendes städtearchitektonisches Gemeinschaftswerk jenseits der üblichen Medienberieselung sorgte.

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