Waigolshausen

Kinderwagen aus Schleeriether Sandstein

Im Dezember hatte sich der Gemeinderat einstimmig für eine Beteiligung der Gemeinde am "Denkort Deportationen" am Würzburger Hauptbahnhof ausgesprochen (wir berichteten). Denn auch im Gemeindeteil Theilheim gab es eine jüdische Kultusgemeinde, die von den Nazis ausgelöscht wurde.

Als Beitrag zu dieser Erinnerungsstätte für die jüdischen Opfer des NS-Regimes in Unterfranken entschied sich das Gremium für einen künstlerisch gestalteten Kinderwagen in zeittypischer Ausführung. Mit dem ausgefallenen Motiv soll daran erinnert werden, dass auch Kinder deportiert wurden.

Aus drei Angeboten von verschiedenen Steinmetzen wählte der Gemeinderat jetzt einstimmig eine Ausführung komplett aus Schleeriether Sandstein, die das wirtschaftlichste Angebot bildete. Angefertigt werden zwei Kinderwagen, von denen einer an der Erinnerungsstätte in Würzburg und ein weiterer in Theilheim aufgestellt werden soll. Beide zusammen kosten 6400 Euro. Hinzu kommen die Transportkosten.

Positiver als geplant

Positiver als geplant verlief das Haushaltsjahr 2020, wie die von Kämmerer Philipp Müller vorgestellte Jahresrechnung zeigte. Demnach belief sich der Gesamthaushalt nur auf 6,6 Millionen Euro gegenüber geplanten 7,2 Millionen Euro. Im Verwaltungshaushalt wurden Mehreinnahmen von fast 416 000 Euro verbucht, während der Vermögenshaushalt im Ergebnis gut eine Million unter dem Ansatz blieb. Grund für Letzteres war, dass sich der Beginn von geplanten Großprojekten nach hinten verschob.

Im Verwaltungshaushalt sorgten insbesondere ein Plus bei der Einkommenssteuerbeteiligung sowie eine pauschale Finanzzuweisung zum Ausgleich von coronabedingten Mindereinnahmen bei der Gewerbesteuer für höhere Einnahmen. Außerdem kam es zu einer Ausgabenminderung von 114 900 Euro. Unter dem Strich war damit eine Zuführung von 769 000 Euro an den Vermögenshaushalt möglich, 530 000 Euro mehr als eingeplant.

Nicht benötigt wurde in der Folge der zum Haushaltsausgleich eingeplante Kredit in Höhe von 220 000 Euro. Auch die eingeplante Rücklagenentnahme von 803 000 Euro entfiel. Stattdessen wurde im Vermögenshaus ein Überschuss von 46 000 Euro verbucht. Einschließlich einer Schuldentilgung von 112 000 Euro sank der Schuldenstand der Gemeinde zum Ende des Jahres somit geringfügig auf 1,437 Millionen Euro, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 530 Euro entspricht.

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