Schwemmelsbach

Kirchturmkreuz wieder an seinem Platz

Letzte Handgriffe, bevor zum Schluss noch die Wetterfahne angebracht wird. Das restaurierte Kreuz ragt wieder in den Himmel.
Foto: Barbara Rüger | Letzte Handgriffe, bevor zum Schluss noch die Wetterfahne angebracht wird. Das restaurierte Kreuz ragt wieder in den Himmel.

Das frische Gold, mit dem das Kirchturmkreuz sowie die Kugel neu überzogen wurde, glänzte auf dem Schwemmelsbacher Gottesacker mit der Sonne um die Wette. Nach genau fünf Monaten ist der Echter-Turm aus dem Jahr 1612 wieder komplett. Im Frühjahr wurden Kreuz und Kugel von der Arnsteiner Dachdeckerfirma Hammer heruntergehievt, dann sandgestrahlt, pulverbeschichtet und mit Gold überzogen, das an diesem wolkenlosen spätsommerlichen Tag herrlich vom Turm strahlte.

Seit April befasste sich ein Arbeitskreis mit der Aufgabe, die in der Kirchturmkugel befindliche Dorfchronik zu überarbeiten. Der letzte Abdruck datiert aus dem Jahr 1991, als das Kreuz wegen Restaurierungsarbeiten zuletzt abgenommen wurde. Die älteste Ausgabe der örtlichen Chronologie stammt sogar noch aus der Bayerischen Monarchenzeit von 1850.

Neue Dorfchronik verfasst

Besonders die beiden örtlichen Gemeinderäte Dominik Zeißner und Christian Hofmann waren bei der Aufarbeitung der letzten drei Jahrzehnte maßgeblich beteiligt und tage-, ja gar wochenlang mit akribischer und zeitintensiver Recherchearbeit beschäftigt. Dazu befragte das Duo etliche Zeitzeugen, suchte im Internet nach Daten und Fakten, telefonierte, mailte oder stöberte im Gemeindearchiv.

Letztendlich kam eine stattliche, über 50 Seiten umfassende, aktualisierte Schrift zusammen. Ebenso verfasste der Würzburger Bischof Franz Jung ein Grußwort. Auch hat sich Wasserlosens Bürgermeister Anton Gößmann mit einem Schreiben verewigt sowie die aktuelle Ausgabe des gemeindlichen Mitteilungsblatts beigefügt. Die bestehende Sammlung wurde außerdem durch viele Zeitungsartikel der örtlichen Presse erweitert. Ebenso, und passend zur aktuellen Corona-Pandemie, wurde ein selbst gestalteter Mund-Nasen-Schutz für die Nachwelt dazugelegt.

Segen für das Kreuz

Bevor die Arbeiten am 36 Meter hohen Kirchturm losgingen, segnete Pfarrer Christoph Dörringer das Kreuz mit einem Gebet und Weihwasser. Einige Schaulustige, darunter die komplette vierköpfige örtliche Kirchenverwaltung, waren zum Friedhof gekommen, um in sicherem Abstand zueinander Zeugen des historischen Moments zu werden. Nach der Kreuzsegnung wurde die aus Kupfer bestehende "Urne", in der die historischen Schriftstücke eingelagert sind, luftdicht zugelötet.

Stolz präsentieren der Schwemmelsbacher Kirchenpfleger Josef Sauer (links) und Pfarrer Christoph Dörringer das restaurierte Kreuz.
Foto: Barbara Rüger | Stolz präsentieren der Schwemmelsbacher Kirchenpfleger Josef Sauer (links) und Pfarrer Christoph Dörringer das restaurierte Kreuz.

Nach einem ersten Probedurchgang, bei dem das Kreuz und die Kugel passend justiert wurden, wurde es ernst. Der hölzerne Kaiserstiel, der die letzten Monaten kahl in den Himmel ragte, wurde verkleidet. Anschließend kam die goldglänzende Kugel, die einen Umfang von rund 60 Zentimeter hat, an ihren vorgesehenen Platz. Danach befestigten die beiden Handwerker, die in ihrem Arbeitskorb in schwindelerregender Höhe schwebten, das rund drei Meter hohe Kreuz mit massiven Schrauben.  

Zum Schluss kam noch die bewegliche Wetterfahne auf die Kreuzspitze. Als letzter und finaler Handgriff wurde noch der Blitzableiter angebracht. Damit waren die historischen Arbeiten beendet und Kugel und Kreuz sitzen nun wieder dort, wo sie hingehören.

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