Sennfeld

Kostenfreies Stromtanken hat bald ein Ende

Am Parkplatz an der Hauptstraße in der Nähe des Plans ist eine von drei E-Ladesäulen der Gemeinde Sennfeld installiert. Noch ist dort kostenfreies Stromladen möglich.
Foto: Silvia Eidel | Am Parkplatz an der Hauptstraße in der Nähe des Plans ist eine von drei E-Ladesäulen der Gemeinde Sennfeld installiert. Noch ist dort kostenfreies Stromladen möglich.

Elektroautos können bislang noch kostenfrei an Ladestationen der Gemeinde Sennfeld mit Strom geladen werden. Das soll sich ändern, über den Zeitraum entspannte sich allerdings eine Diskussion in der Gemeinderatssitzung.

Im Oktober 2019 hatte der Gemeinderat die kostenlose Stromladung bis Ende 2021 für E-Autos an den drei Doppel-Ladestationen im Ort beschlossen, zunächst probeweise als Service für die Bürger und als Beitrag zur Energiewende. Außerdem sollten noch sechs E-Bike-Ladestationen hinzukommen, ebenfalls mit kostenloser Ladung. Sie werden derzeit erst aufgebaut. Vermutet wurde damals, dass der Verwaltungsaufwand bei den Abrechnungen teurer sei als die Stromkosten.

In der Abrechnung für 2020 entstand für die Gemeinde nun eine Summe von 11 768 Euro, berichtete Bürgermeister Oliver Schulze in der Gemeinderatssitzung. 12 000 Euro waren im Haushalt eingeplant gewesen. Bei einer Besprechung der Gemeindeverwaltung mit der Cramer-Mühle über ein Bezahlsystem für die E-Autos hatte der Stromversorger laut Schulze vorgeschlagen, die Ladestationen ohne Kosten für die Gemeinde auszutauschen. Die neuen Stationen würden mit dem Bezahlsystem von ladenetz.de ausgestattet, deutschlandweit einem der größten Anbietern von Ladeinfrastrukturen. Die Abrechnung erfolge über einfache Registrierung mit einer App.

Der Säulentausch würde im Frühjahr 2022 erfolgen und ab 1. März 2022 eine Abrechnung über das Bezahlsystem erfolgen, lautete der Vorschlag, über den der Gemeinderat entscheiden sollte.

Damit war Stefan Eichhorn nicht einverstanden. Er sei bestimmt nicht gegen Elektro-Autos und auch nicht gegen E-Ladesäulen. Aber die Kosten für die Gemeinde seien explodiert, von 4000 auf fast 12 000 Euro. Er beantragte, den alten Ratsbeschluss von 2019 für kostenfreies Stromladen bis Ende 2021 aufzuheben und der Cramer-Mühle eine Umrüstung auf Bezahlsystem innerhalb eines Vierteljahres vorzugeben.

Dem pflichtete Peter Knieß bei, der meinte, die Cramer-Mühle habe 2019 mitgeteilt, es sei noch unsicher, welches Bezahlsystem sich durchsetze. Sie habe jetzt genügend Zeit gehabt, sich damit auseinanderzusetzen.

Die Erhöhung von 5000 auf 12 000 Euro Kosten pro Jahr erstaunte Christian Birkmeyer. Damals habe die Gemeinde nur einen Teilbetrag der tatsächlichen Kosten getragen, den Rest die Cramer-Mühle, erläuterte Verwaltungsleiter Thomas Wagenhäuser, und zwar wegen eines Fehlers im Zählersystem.

Die Nutzung von E-Autos habe inzwischen stark zugenommen, rechtfertigte Bürgermeister Schulze höhere Stromkosten. Im Übrigen sei der Haushaltsansatz dafür von 12 000 Euro sogar knapp unterschritten worden. Er schlug vor, den Tagesordnungspunkt auf die nächste Sitzung zu verschieben, um bei der Cramer-Mühle einen früheren Zeitpunkt für die Installation der neuen E-Ladesäulen nachzufragen. Außerdem erinnerte er daran, dass bei der Säule am Parkplatz Hauptstraße bald eine Baustelle zum Bebauungsplan Innenentwicklung herrschen werde.

Stefan Eichhorn forderte allerdings eine Abstimmung darüber, den alten Beschluss zur kostenlosen Stromladung aufzuheben und die Umstellung schnellstmöglich im nächsten Vierteljahr durchzuführen. Dem folgten nur sieben von 16 Räten.

Einstimmig erklärten sich aber alle Gemeinderäte damit einverstanden, auf Antrag von Christian Birkmeyer den Punkt bis zur nächsten Ratssitzung zu verschieben. Bis dahin soll die Gemeinde bei der Cramer-Mühle nachfragen, dass bis spätestens Ende des Jahres, aber besser schnellstmöglich die neuen Säulen mit Bezahlsystem installiert werden.

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