Werneck

Kreisaltenheim: 42 Bewohner mit Corona - acht sind verstorben

Auch acht Pflegekräfte sind aktuell infiziert. Das ganze Haus ist in Pandemiezonen aufgeteilt, Besuche sind nicht möglich. Dennoch soll etwas Weihnachtsstimmung gelingen.
Im Kreisaltenheim Werneck (Archivbild) kamen nach mehreren Reihentestungen zahlreiche Coronafälle zutage. Derzeit steht das ganze Haus unter Quarantäne.
Foto: Anand Anders | Im Kreisaltenheim Werneck (Archivbild) kamen nach mehreren Reihentestungen zahlreiche Coronafälle zutage. Derzeit steht das ganze Haus unter Quarantäne.

Kein guter Dezember und schwierige Festtage für die Bewohner und die Pflegekräfte des Kreisalten- und Pflegeheimes in Werneck. Laut einer Reihentestung Anfang des Monats hatten sich zahlreiche Bewohner und Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Es folgten noch strengere Schutzmaßnahmen und weitere Reihentests.

Und die Zahlen sind weiterhin sehr hoch. "Aktuell sind in der Einrichtung nach Feststellung des Gesundheitsamtes Schweinfurt 42 Bewohner und 8 Mitarbeiter mit SARS-CoV-2 infiziert", teilt Andreas Lösch", Pressesprecher des Landratsamtes mit. Außerdem sind seit Beginn der Infektionswelle vom Dezember bereits acht Bewohner an Corona gestorben. Bereits im Frühjahr hatte das Haus mit eine Infektionswelle zu kämpfen.

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Das gesamte Haus steht unter Quarantäne, heißt es weiter in der Pressemitteilung. Um die Infektionslage unter Kontrolle zu bekommen, sei die Einrichtung in Pandemiezonen eingeteilt worden. Das heißt, dass positiv getestete Bewohner in streng abgetrennten  Bereichen untergebracht sind. Auch Bewohner der Kontaktkategorie 1 sind separat untergebracht. Seniorinnen und Senioren mit Covid-19-Symptomen sind extra isoliert (Kohortenisolierung).

Noch kein Notstand von der Personalseite her

Für alle Betroffenen sei die Situation eine enorme Herausforderung. Trotz schwierigster Umstände habe man sich aber nicht unterkriegen lassen, so Simone Falkenstein, Leiterin der Einrichtung. Sie traf sich kurz vor Weihnachten mit Landrat Florian Töpper zum kurzen Informationsaustausch vor dem Haupteingang. Besucher dürfen derzeit wegen der Quarantäne nicht ins Haus. Landrat Florian Töpper, Vorsitzender des Verwaltungsrats der Einrichtung, nutzte das Treffen mit der Einrichtungsleiterin, um der Belegschaft zu danken. „Sie leisten in dieser sehr schwierigen Situation hervorragende Arbeit." Laut Simone Falkenstein stehen trotz der acht infizierten Mitarbeiter die Dienstpläne, es gebe noch keinen Notstand.

Landrat Florian Töpper (rechts) im Distanz- Gespräch mit Pflegefachkraft Jan Pfeuffer und Simone Falkenstein, der Leiterin des Kreisaltenheimes in Werneck
Foto: Andreas Lösch | Landrat Florian Töpper (rechts) im Distanz- Gespräch mit Pflegefachkraft Jan Pfeuffer und Simone Falkenstein, der Leiterin des Kreisaltenheimes in Werneck

Jan Pfeuffer, Pflegefachkraft im Kreisaltenheim, räumt ein, dass Kohortenisolierung und die Quarantäne der Einrichtung eine enorme Umstellung für alle Beteiligten bedeute. Aber: „Wir tun unser Bestes, um die Situation für alle so angenehm wie möglich zu machen. Mit Blick auf die Festtage ist auch dies eine große Herausforderung, so die Pflegefachkraft. Keinen Besuch empfangen dürfen, das Haus nicht verlassen können. "Das ist schwierig für alte Menschen, und sie sind traurig." Etwas Weihnachtsstimmung aufkommen lassen sollen Weihnachtslieder, die per Lautsprecher in den Bewohnerzimmern erklingen. Es wird eine Bescherung auf dem Zimmer geben. Dafür  können Angehörige Geschenke in der Einrichtung abgegeben, die aus Infektionsschutzgründen 24 Stunden aufbewahrt und dann ausgehändigt werden. Es werden Telefonate und Videochats mit Angehörigen organisiert, die Küche hat sich ein Festtagsmahl einfallen lassen, das auf die Zimmer gebracht wird.

Jan Pfeuffer: Ich werde mich impfen lassen 

Auch, wenn er mit 22 Jahren zu den jüngeren Mitarbeitern gehört, räumt Jan Pfeuffer ein, dass der Beruf derzeit körperlich wie seelisch an die Substanz geht. Hoffnung macht ihm die in wenigen Tagen beginnende Impfung. Die ist in den frühen Impfphasen nicht nur für Bewohnerinnen und Bewohnern von Alten- und Pflegeinrichtungen, sondern auch für besonders gefährdete Berufsgruppen wie Pflegekräfte  vorgesehen. „Ich werde mich impfen lassen, sobald das möglich ist“, so Pfeuffer.

„Die Belegschaft unseres Kreisaltenheims steht beispielhaft für die Berufsgruppen, die in Einrichtungen für besonders vom Virus gefährdete Menschen dafür sorgen, dass der Geist des Weihnachtsfestes auch unter solch schwierigen Bedingungen gelebt werden kann. Dafür danke ich von Herzen“, so Landrat Florian Töpper zum Abschluss seines Besuches.

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