Schweinfurt

Lärchenholz schützt das Schweinfurter Flussmeistergehöft

Mit 1,5 Millionen Euro hat der Freistaat den Bauhof des Wasserwirtschaftsamts in der Kurt-Römer-Straße energetisch aufgerüstet. Zum Nachahmen der Industrie empfohlen.
'Aus Holz und so einfach wie möglich' lautete die Vorgabe bei der Fassadengestaltung des Betriebshofs in der Kurt-Römer-Straße. Die Balken aus Lärchenholz schützen die Gebäude vor UV-Strahlung, Regen, Schnee und Eis. 
Foto: Gerd Landgraf | "Aus Holz und so einfach wie möglich" lautete die Vorgabe bei der Fassadengestaltung des Betriebshofs in der Kurt-Römer-Straße.

Bei der 25. Auflage der "Architektouren" ist im Sommer 2021 die Flussmeisterstelle in der Schweinfurter Kurt-Römer-Straße 7 eines von landesweit 208 Projekten, die die Bayerische Architektenkammer als vorbildlich und nachahmenswert unter dem Thema "Architektur gestaltet Zukunft" herausstellt. In eineinhalb Jahren wurde bei laufendendem Betrieb der Bauhof des Wasserwirtschaftsamts Bad Kissingen energetisch aufgerüstet, wobei die auffällige Holzfassade den täglichen Umgang der acht Mitarbeiter des Flussmeistergehöfts mit der Natur widerspiegelt.  

In der Corona-Krise gibt es heuer bei den "Architekturen" erneut keine Veranstaltungen vor Ort. Doch sind alle Projekte online gestellt. Eine Wanderausstellung soll es zudem geben. Das Architekturbüro "bel" aus Würzburg ermöglichte für diese Redaktion jetzt einen Ortstermin, an dem neben den beiden geschäftsführenden Partnern von bel (Lilli Esch und David Limmer) Franziska Radina vom Staatlichen Bauamt Schweinfurt sowie Leonhard Rosentritt, Leiter des Wasserwirtschaftsamts Bad Kissingen, teilnahmen.

Für die Umwelt und die Zukunft

Die Ertüchtigung der Bauten aus dem Jahr 1974 konzentrierte sich auf die äußeren Gebäudehüllen und die Dächer des zweigeschossigen Bürobaus mit angeschlossener Werkhalle, des freistehenden Nebengebäudes sowie des ehemaligen Labor (heute Schreinerei, Labor ist im Technischen Ämtergebäude an der Mainberger Straße untergebracht). 

Verwirklicht wurde nach den Plänen des Würzburger Architektenbüros die Energie- und CO2-Einsparung durch eine Gebäudehülle. Im Rahmen des europäischen EFRE Förderprogrammes (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) war dabei auch die Vorbildfunktion in der Schweinfurter Industrielandschaft zu beachten. Bei der energetischen Sanierung der Fassaden wurde so eine Zellulosedämmung hinter Holzfaserdämmplatten und einer vorgehangten Holzfassade mit Lärchenbalken realisiert. Die weiteren Maßnahmen: Dämmung im Sockelbereich aller erdberührten Bauteile samt der Kelleraußenwände des Büro- und des Laborgebäudes und die unterseitige Dämmung der Kellerdecken.

Die Flachdächer wurden ebenfalls saniert und mit neuer Abdichtung, Wärmedämmung und einer extensiven Dachbegrünung ausgestattet. Die Tore sind thermisch auf aktuellen Stand gebracht. Neue Fenster und Türen (teilweise mit Sonnenschutz) sind eingebaut. Aus baukonstruktiven und bauphysikalischen Gründen bekamen alle Gebäudeteile, auch die der aktuell nicht beheizten Maschinenhalle, eine wärmegedämmte Außenhaut. Die Kosten für die energetische Sanierung belaufen sich auf insgesamt 1,5 Millionen Euro. 

Zwei Bauhöfe des Amtes in der Region

Das für die gesamte Region Main-Rhön zuständige Wasserwirtschaftsamt Bad Kissingen hat für den Unterhalt der Gewässer der zweiten Ordnung (Flüsse wie die Fränkische Saale, die Thulba, Lauer, Wern und Volkach) und Wildbäche (vor allem im Bereich Rhön) Bauhöfe in Schweinfurt und Salz bei Bad Neustadt.

Zu den Aufgaben der Flussmeisterstellen zählen klassische Pflegearbeiten an den Gehölzen entlang von Wegen und Gewässern, die Instandhaltung von Wegen, aber auch Baubetriebsarbeiten wie der Betonbau sowie die Kontrolle von Kies- und Treibholzfängern und Maßnahmen zur Renaturierung. Dafür stehen in der Maschinehalle an der Kurt-Römer-Straße Heuerntegeräte, Kehrmaschine, Gerätschaften des Hochwasserschutzes, Bagger, Schlepper und auch eine Sandabfüllmaschine (samt Sandlager) bereit.

Das Team des Wasserwirtschaftsamtes Bad Kissingen (Ingenieure, Naturwissenschaftler, Umwelt-, Bau- und Verwaltungsexperten) befasst sich mit fast allen Facetten des Wassers, um den Menschen vor dem Wasser, aber auch die Lebensgrundlage Wasser vor den Menschen zu schützen. Die sieben Aufgabenbereiche das Amtes: Versorgung mit Trink- und Brauchwasser, Gewässer schützen und überwachen, Gewässeraufsicht, Pflege der Bäche und Flüsse, Hochwasserschutz, Heilquellen und die Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinien.

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