Gerolzhofen

Leserforum: Bus fährt nicht wirklich autonom

Zum Artikel „Steigerwaldbahn: Eck kritisiert 'Falschinformation' der Grünen“ vom 6. März erreichte die Redaktion folgende Leserzuschrift.

Es ist sehr interessant zu lesen, dass Herr Eck immer noch an den „Kur-Eiern“ aus Bad Birnbach festhält, nachdem ich mein Video auf YouTube veröffentlicht hatte, in dem ich den „Fahrer“ des autonomen Busses in Bad Birnbach sowie die Passagiere interviewte und sie auch nach ihrer Meinung zur aktuellen Lage der Steigerwaldbahn fragte. In diesem Video wird deutlich, dass eine Akkuladung gerade mal rund 60 Kilometer reicht. Sprich nach einer Fahrt der Strecke, auf der nicht einmal Begegnungsverkehr möglich wäre, müsste man den Bus laden.

Dazu kommen die ständigen Probleme, wie dass der Bus konsequent irgendwo stehen bleibt, da er den Weg nicht mehr findet und der Fahrer den Bus weitersteuern muss. Allgemein fährt der Bus nicht wirklich autonom, sondern einer eigenen Route nach und er kann keine eigenen Entscheidungen treffen. Alle interviewten Meinungen zusammengefasst würden etwa folgendes aussagen: „Der Bus ist ein guter Zubringer zum Bahnhof und interessant für Touristen, aber macht nur auf sehr kurzen Strecken Sinn. Auf der zwei Kilometer langen Strecke braucht man mit den durchschnittlichen acht km/h rund 20 Minuten, bis man das Ziel erreicht hat. Nach ein paar Jahren wird dieses Forschungsprojekt wieder eingestellt.“

Selbst die Junge Union distanziert sich mit dem oben genannten Wort „Kur-Ei“ von dieser Idee und befürwortet als Alternative, falls die Reaktivierung nicht klappen sollte, das Konzept „Autonomous Rail Rapid Transit“ aus China. Mehr dazu auf dem YouTube-Kanal von „FunkoLive“ im Interview mit Daniel Nagl.

Am „Ascherdonnerstag“ in Wiesentheid sprach Markus Söder über Bahn-Reaktivierungen. „Da gibt es bei euch ja auch einige“. Höchstwahrscheinlich meint er damit die Steigerwaldbahn, da Wiesentheid an dieser verläuft. Stattdessen fragte aber die Moderatorin, MdL Barbara Becker, ob damit auch die Mainschleifenbahn gemeint sei. Dies bestätigte Söder. Obwohl diese kaum was mit Wiesentheid zu tun hat, wird lieber nach diesem Vorzeigeprojekt der CSU gefragt, womit man entgegen argumentieren kann: „Nein wir sind nicht gegen die Bahn! Hier, wir setzen uns doch für Reaktivierungen ein!“. Dabei sprach Söder eigentlich von mehreren stillgelegten Bahnstrecken in der Region.

Im oben genannten Artikel erfreut mich allerdings ein Punkt: Es wird nicht mehr explizit über eine Alternative zur Steigerwaldbahn gesprochen, sondern es wird davon gesprochen, dies auszuprobieren, „falls eine Reaktivierung der Steigerwaldbahn nicht erfolgreich sei“. Obwohl ich nicht glaube, dass die CSU auf ein positives Ergebnis der Potentialanalyse durch die bayerische Eisenbahngesellschaft hofft, freue ich mich, dass sie außerdem das Ziel verfolgen, die Trasse als Ganzes zu erhalten. Auf diese Aussage kann man sie sicherlich nun auch festnageln.

Die übliche Hetze gegen alles, was Grün ist, ignoriere ich mal. War nichts neues dabei. Ich hoffe nun also, dass spätestens durch die Rede von Markus Söder auch im sehr ländlichen Raum klar wird, dass Bahn fahren keine Technologie mehr aus dem letzten Jahrhundert ist und wir mehr als zuvor auf die Schiene setzen und gerade in Zeiten wie jetzt Bahnstrecken-Reaktivierungen längst überfällig sind.

Dies bestätigte auch die kürzlich in Volkach stattgefundene Wahl-Veranstaltung, in dem sich keiner der Parteien oder Zuschauer negativ zur Bahnstrecke äußerte, sondern nur diskutiert wurde, wie man diese am Besten reaktivieren kann und dass es unsinnig war, damals die Strecke stillzulegen.

Simon Niedermeyer,
97078 Würzburg

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