Gerolzhofen

Leserforum: Der Fehler wäre unumkehrbar

Zum Thema Bahngegner („Tausend Streckenanlieger sind keine egoistische Minderheit“) erreichte die Redaktion folgender Leserbrief.

Da ich bisher nur der stille Mitleser war, versuche ich mal hier für etwas Aufklärung bezüglich der Bahnreaktivierung zu sorgen, da anscheinend nur zu viel missverstanden wird.

Die Bahngegner fordern aktuell E-Busse für die Region. Was sie dabei leider nicht beachten ist, dass die Produktion der Batterien dafür extrem viel CO2 ausstößt und diese Batterien die Reichweite drosseln. Diese müssten also nach einer gar nicht allzu langen Zeit ausgetauscht werden (kostspielig!). 

Die Bahn wiederum kann gerne mal mehrere Jahrzehnte fahren, und das mit garantiert mehr Passagieren. Langfristig könnte man diese Strecke dazu auch noch elektrifizieren und auf Öko-Strom setzen (Was anhand des Klimawandels auch notwendig sein wird, und was besser ist, als dann gar keine Bahn mehr zu haben).

Bezüglich des Klimaschutzes können wir jetzt noch was reißen, aber wenn in allerspätestens zehn Jahren der Notstand ausgerufen wird und wir ohne Bahn dastehen, dann stehen wir im wahrsten Sinne des Wortes da.

Eine echte Alternative zum Auto wird zwingend notwendig sein. Warum also so viel Geld in eine Erweiterung der B286 investieren, wenn man hier auch einfach den Verkehr entlasten kann und gleichzeitig den Menschen viel mehr Möglichkeiten und Lebensqualität bieten kann. Hiervon profitieren beide Seiten.

Der meiste Widerspruch stammt aber tatsächlich nur von Autofahrern, obwohl diese doch den Zug gar nicht unbedingt nehmen müssen. Diese behaupten, die Bahn wäre langsamer als das Auto.

Sie muss tatsächlich gar nicht schneller sein, da sie nur den Bus ersetzen soll und nicht unbedingt das Auto. Und sie wird in Schweinfurt übrigens drei Haltestellen ansteuern können. Nicht, wie immer behauptet, nur eine.

Die Bahn wird zusätzlich nicht durch Verkehr, Ampeln, Baustellen oder die Brückensperre 2022 aufgehalten und kann bequem außen rumfahren.

Von anderer Seite hieß es, die Bahn wäre zu laut. Ja gut, wenn die letzte Bahn auf der Strecke eine alte Diesellok war, könnte man das schon mal denken.

Ich habe mit vielen der aktuellen Buspassagiere gesprochen und kein einziger war gegen die Bahn.

Was mir wiederum aber bei den Bahngegnern auffällt ist, dass diese wohl lange nicht mehr mit einem Zug gefahren sind und daher vermutlich Angst vor dieser neuartigen Technologie haben. Und man muss bei einem vorbeifahrenden Zug warten. Toll! Das darf man an einer roten Ampel genauso.

Wenn Bürger im Jahr 2019 wirklich so wenig mit dem Bahnfahren vertraut sind und tatsächlich schon Angst vor so einer Technologie haben, dann ist das wirklich mehr als ein Armutszeugnis für die Region. Dies schottet nicht nur die Region ab und verhindert vielen Jugendlichen die notwendige Flexibilität. Nein, es fördert zusätzlich noch mehr die Landflucht.

Durch die Bahn könnte die Region viel besser angebunden werden, da der zwingend notwendige und vorgeschriebene Stundentakt von 5 bis 23 Uhr dies garantiert.

In punkto „Steuerverschwendung“: Das Geld kann entweder hier investiert werden oder ganz wo anders. Das Geld wird in jedem Falle benutzt.

Fazit: Selbst wenn sich die Kosten auf mehr als 30 Millionen Euro belaufen würden, wäre dies vergleichsweise wenig, und dies würde sich langfristig zu mehr als 100 Prozent rentieren.

Wenn wir andererseits die Strecke an einen Schrotthändler weit unter Wert verkaufen, ist auch zukünftigen Generationen diese Chance komplett genommen worden. Dies wäre ein unumkehrbarer Fehler, den wir selbst noch in 50 Jahren bereuen würden.

Simon Niedermeyer
97 447 Frankenwinheim

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