Grafenrheinfeld

Leserforum: Nein zur Mega-Kita in Grafenrheinfeld

Zum Artikel "Mega-Kindergarten" im Fokus vom 14. Mai erreichte uns folgender Leserbrief:

Die beiden Kitas Bühl und Fröschloch als "betagt" zu bezeichnen, ist angesichts der Baujahre 1908 bzw. 1988 wohl übertrieben. Für das weitaus betagtere Rathaus (1602) und die Alte Amtsvogtei (1626) werden ja auch keine "Ersatzneubauten" vorgeschlagen.

187 Kinder besuchen derzeit die Kitas, einschließlich 40 in der Schülerbetreuung. Bei den übereifrigen Neubauplänen der Gemeinde geht man aber von 375 aus, obwohl es 2019 gerade einmal 22 Geburten gab. In Corona-Zeiten ist wegen sinkender Einkommen und unsicherer Kinderbetreuungssituation nirgendwo mit einem Babyboom zu rechnen, mit einbrechenden Gewerbesteuereinnahmen aber schon.

Laut Internetauftritt befindet sich die angeblich mangelhafte Kita Bühl "in einer ruhigen Seitenstraße direkt hinter der Kirche und liegt somit zentral mitten im Ortskern …wurde letztmals 1991 renoviert und entspricht somit den Anforderungen der heutigen Pädagogik". Noch im Februar 2016 wurde in einer Gemeinderatssitzung argumentiert, dass die Kitas in einem guten Zustand sind, man habe "schließlich ständig investiert" und entschied gegen einen Neubau, gerade auch mit dem Hinweis auf die hohen Kosten im Vergleich zur Sanierung. Die von Bürgermeister Keller jetzt vorgelegten Wirtschaftlichkeitsberechnungen enthalten weder Außenanlagen noch Erschließung. Außerdem bleibt offen, was mit den bestehenden Kita-Gebäuden passieren sollte. Überdimensionierte Neubauten belasten künftige Generationen, während knappe Flächen und Ressourcen schnell verbraucht sind.

107 Kinder besuchen in sechs Klassen die hiesige Grundschule. Nach Schulschluss am Mittag steht der eingeschossige, großzügige Flachbau leer. Wäre da nicht auch Platz für die Schülerbetreuung?

Brauchen die Grafenrheinfelder einen neuen Riesenkindergarten? Das Kindeswohl hängt doch nicht von Gebäuden ab! Unsere Kleinen sollten langfristige und belastbare Beziehungen zum Betreuungspersonal aufbauen können. Ein Vorteil für die Träger von großen Kitas ist, dass Personalausfälle besser kompensiert werden können. Wenn aber die Bezugspersonen häufig wechseln, ist das für Kinder schwierig. Auch rein räumlich sind große Einrichtungen eine Herausforderung für die ganz Kleinen, die sich darin nicht gut orientieren können. Die pädagogische Qualität würde also leiden. Tatsächlich aufwerten würde man das Betreuungsangebot vor Ort eher durch innovative Konzepte wie Natur- und Waldkindergärten, die gar keine Gebäude brauchen.

Barbara Schug

97506 Grafenrheinfeld

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