Grettstadt

Leserforum: Neue Technologien für den Individualverkehr gefragt

Zum Artikel "VCD wertet Umfrage zur Steigerwaldbahn aus" vom 19. Februar erreichte uns folgende Leserzuschrift:

Manchmal frage ich mich, wer bei solchen Umfragen angesprochen wird. Sind da auch Personen dabei, die selbst Erfahrungen mit dem „Zuuchfahren“ haben?

Während meiner Schulzeit in den Siebzigern nutzte ich die Verbindung Grettstadt – Schweinfurt Hbf. Dies bedeutete täglich einen 15 minütigen Fußmarsch zum Bahnhof am anderen Ende von Grettstadt und nachmittags wieder zurück. Heute liegt eine der drei Grettstadter Bushaltestellen keine 200 Meter von meinem Elternhaus entfernt. Die gäbe es allerdings nach einer Reaktivierung der Bahnstrecke alle drei nicht mehr!

Vom Hauptbahnhof zur Schule wählten wir meist auch den 15-minütigen Fußmarsch, da die Zubringerbusse hoffnungslos überfüllt waren. Insgesamt waren wir an jedem Schultag also eine  Stunde zu Fuß unterwegs und das bei Wind und Wetter. Glaubt irgendjemand, dass heute Eltern ihren Kindern das noch zumuten würden? Mit der Reaktivierung der Bahnstrecke würde wohl die Zahl der „Elterntaxis“ noch mehr ansteigen.

Einkaufsfahrten in die Stadt mit dem Zug und anschließendes Heimschleppen der Einkäufe vom Bahnhof? Mag man gar nicht dran denken!

Bleiben noch die vielen Pendler in die Schweinfurter Betriebe. Werden diese die Zugverbindung plus Umsteigen auf den Bus nutzen, wenn jeder seinen Parkplatz sicher hat  und schon kaum Auto-Fahrgemeinschaften gebildet werden? Im Zweifelsfall entscheidet sich der Mensch morgens fürs längere Schlafen und gegen die Ökologie.

In Ballungszentren mit einem hohen Fahrgastaufkommen und guten Anbindungen sind Bahnstrecken ohne Frage sinnvoll. Auf dem platten Land aber, wo „der letzte Kilometer“ über das Mobilitätsverhalten entscheidet, muss weiter gedacht werden. Hier sind neue Technologien für den Individualverkehr gefragt, die gerade auch von in Schweinfurt angesiedelten Konzernen mitentwickelt werden.

Eine Reaktivierung der Bahnstrecke Schweinfurt-Kitzingen mit allen nicht absehbaren Folgekosten für die Anrainergemeinden wäre in meinen Augen ein Fall für das Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler.

Barbara Böhner
97508 Grettstadt

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