Gerolzhofen

Leserforum: Wenn der Wald dem Profit zum Opfer fällt

Zum Artikel "Haben Nationalpark-Aktivisten eine Waldmaschine beschädigt?" vom 28. Dezember erreichte die Redaktion folgender Leserbrief:

Die strafrechtliche Tat der Beschädigung eines Rückeschleppers ist zu verurteilen. Keine Frage. Dies sollte jedoch nicht vom Kern der Proteste gegen die jüngste ungehemmte Abholzung im Steigerwald ablenken. Es werden nach wie vor altehrwürdige Buchen gefällt, die den Steigerwald zu einem über viele Generationen hinweg unwiederbringlichen Naturerbe machen.

Ob die Fällungen für den Klimaschutz günstig oder schädlich sind, ist aufgrund von den bislang kurzen Beobachtungszeiträumen eher ein Glaubenskrieg unter Experten, angetrieben davon, dass die politischen Lager schnelle Antworten erwarten.

So werden aus kurzsichtigen Profitüberlegungen heraus auch 150-jährige Buchen gefällt, gerade so, als ob mit dem vielen abgestorbenen Holz im Wald nicht schon genug Arbeit wäre. Da hilft es auch nicht, wenn Forstamtsleiter Mergner betont, Bäume größer 80cm Durchmesser stehen zu lassen.

Im Umkehrschluss bedeutet es ja, dass systematisch die Bäume geschlagen werden, die kurz vor dieser Marke sind. Was soll da noch nachkommen?

Heute sollten alle eingefahrenen Bewirtschaftungsgewohnheiten und -akteure auf den Prüfstand kommen, inklusive der Verwertung des geschlagenen Holzes, das man vielerorts am Wegrand verrotten lässt. Zu wünschen wäre auch, dass viel mehr Bürger sich eine eigene Anschauung vom Zustand der Natur im Wald machen würden.

Für das heimische Naturerbe ist es ein Jammer, dass blindes Fällen und blindes Besprühen dem Ziel Nationalpark Steigerwald zuwider laufen. Eine Schlussfrage bleibt dennoch: Hätte die Main-Post über "Steigi bleibt"-Aktionen auch berichtet, wenn der  Rückeschlepper nicht beschmiert worden wäre?

Joachim Graff
96049 Bamberg

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