Gerolzhofen

Leserforum: Wie künstlicher Theaterdonner

Zum Artikel "Umwandlung im Gewerbepark geht nicht voran" vom 24. Februar erreichte die Redaktion folgende Leserzuschrift:

Knapp ein Jahr nach der letzten Kommunalwahl fällt nun auch dem Landtagsabgeordneten der Grünen, Paul Knoblach, auf, dass sich in den Conn-Barracks nichts tut. Soweit ist seine Beobachtung richtig.

Sein Versuch, dieses Musterbeispiel an passivem Verwaltungshandeln der Staatsregierung anzuhängen und auf Seiten der CSU eine Blockade-Politik herbeizuphantasieren, verfängt allerdings nur bei Uninformierten.

Allerdings sollte Knoblach dazu einmal im Landratsamt bei Landrat Florian Töpper nachfragen, warum sieben Jahre nach Abzug der Amerikaner bis auf den Motorpool das Gelände immer noch auf eine weitere Nutzung wartet. Seit Jahren kommt von dort kein Entwicklungsimpuls. Und das lahme Argument, die bis zur Kommunalwahl 2020 bestehende CSU-Mehrheit im Kreistag würde die Schuld tragen, ist seitdem auch widerlegt. Die jetzt im Kreistag bestehende „bunte“ Mehrheit bewirkt hier auch nichts.

Zur Erinnerung möchte ich hier noch anmerken, dass Paul Knoblach im Kreistag ebenfalls für die Grünen ein Mitglied der „bunten“ Mehrheit ist. Nachdem man hier den Kreistag also als bremsendes Element ausschließen kann, zeigt sich deutlich, dass der bremsende Faktor wohl der passive Landrat in Bezug auf die Entwicklung der Conn-Barracks ist. In der gleichen Zeit, in der man im Landratsamt in Schweinfurt mit der Sache befasst ist, hat seinerzeit der damalige Oberbürgermeister Erlangens, Dr. Balleis, einen ganzes Stadtviertel mit Gewerbe, Wohnungen und Forschungseinrichtungen hochgezogen.

Zu Knoblachs Aussagen zur weiteren Nutzung der Aufnahmeeinrichtung musste ich mich auch sehr wundern. Aktuell gilt die gemeinsame Erklärung zur Errichtung einer Aufnahmeeinrichtung zwischen dem Freistaat Bayern auf der einen Seite und dem Landkreis Schweinfurt und den Gemeinden Niederwerrn und Geldersheim auf der anderen Seite vom 8. April 2016. Mit ein wenig Recherchearbeit kann man die Erklärung auf der Seite des Landratsamtes Schweinfurt finden. Dort ist auch fixiert, dass der Betrieb der Einrichtung für Asylbewerber auf dem Gelände der Conn-Barracks spätestens am 31. Mai 2025 beendet wird.

Zum jetzigen Zeitpunkt so einen Wirbel über Anschlussverwendung zu veranstalten, ist aus meiner Sicht völlig übertrieben. Es wirkt auf mich wie künstlicher Theaterdonner vor dem Hintergrund, dass 2021 ein Wahljahr ist.

Unterzeichnet haben diese Erklärung 2016 übrigens Landrat Florian Töpper und die Bürgermeister Bärmann und Brust. Keiner der drei ist übrigens bei der CSU. Bärmann und Brust sind ebenfalls wie Knoblach Mitglieder in der „bunten“ Mehrheit im Kreistag. Das scheint dem eifrigen Abgeordneten Knoblach entgangen zu sein.

Aber es ist ja noch Zeit. Die nächste Kommunalwahl ist erst 2026.

Hans-Walter Schmalzbauer
97497 Dingolshausen

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