Sennfeld

Leserforum: Zu befürchten, dass ein Teil des Baumbestands fallen wird

Zum Artikel "Fünf Hektar für Gewerbe" erreichte unsere Redaktion folgende Leserzuschrift.

Laut Artikel vom 1. April war sich der Sennfelder Gemeinderat einig in seiner Zustimmung zum Flächennutzungs- und Bebauungsplan eines neuen 50 000 Quadratmeter umfassenden neuen Gewerbegebiets südlich des Ortes, Richtung Gochsheim. Damit ist die weitere Versiegelung einer "wertvollen Fläche", wie es in dem Artikel des Schweinfurter Tagblatts dazu heißt, beschlossene Sache.

Neben der Erschließung des neuen Gewerbegebietes hatte der Gemeinderat kurz vor Jahresschluss auch den Schulhaus-Neubau für ca. 17 Millionen Euro Herstellungskosten auf dem Bolzplatz der Dachsgrube beschlossen, auch in der Hoffnung auf erhebliche staatliche Zuschüsse. Die Alternative wäre die Sanierung der in der Ortsmitte bestehenden Schulgebäude gewesen.

Der Bolzplatz mit dem dahinter liegenden Spielplatz und der Schulsportanlage ist ein seltenes Kleinod in der Dorfmitte, eine grüne Lunge, von zumeist Linden- und Kastanienbäumen umstanden. Es steht zu befürchten, dass dem Schulbau dort nicht nur der Bolzplatz, sondern auch ein Teil des Baumbestandes zum Opfer fallen wird, der auch "möglichst nicht belastet werden soll", (Schweinfurter Tagblatt vom 11.12.2020).

Erstaunlich für mich, dass auch die drei Gemeinderäte der B90/Grüne-Fraktion dem Standortbeschluss für den Schulneubau zustimmten, denn wenn man daran glaubt, dass die Klimaerwärmung hauptsächlich durch den anthropogenen CO2- Ausstoß verursacht wird, dann sollte man in Anbetracht des besonders hohen CO2-Aufnahmepotenzials heimischer Laubbäume die Fällung gesunder Exemplare vermeiden.

Aber wie so oft: Auf großer Bühne die Weltklimarettung aus Deutschland propagieren, jedoch dort, wo es möglich wäre, die unmittelbare Umwelt zu schonen, obsiegen allzu oft die sogenannten Sachzwänge.

Ein anderer Aspekt ist die Beliebtheit des Areals bei Alt und Jung. Die älteren Kinder haben dort genügend Freiraum, ihre Spiele und Sportarten selbstbestimmt zu organisieren. Dies alles würde während der Bauzeit auf der Dachsgrube für Jahre nur sehr eingeschränkt möglich sein. Die nach Fertigstellung des Schulneubaus, durch Abbruch der Mittelschule "vorgesehene neue grüne Mitte", wird nicht an die Größenordnung des Bolzplatzes heranreichen, weil "das historische Grundschulgebäude als Haus für die Bürger, für Vereine oder die Volkshochschule erhalten bleiben soll."

Aus langer beruflicher Erfahrung und auch aus ehrenamtlicher Tätigkeit in Vereinen, weiß ich, dass es wohlfeil ist, Kritik zu äußern, weitaus schwerer dagegen, für Verantwortliche, Entscheidungen zu treffen. Deshalb mein Vorschlag, den für notwendig gehaltenen Schulneubau innerhalb des neu zu erschließenden Gewerbegebietes Ost zu errichten. Dies würde zwar weitere Schulwege als bisher aus dem Altdorf bedeuten – bei annähernd gleichen Entfernungen aus den Siedlungsgebieten Rempertshag, Flachsleite, Gochsheimer Höhe und Breiten Rain.

Damit könnte man die grüne Mitte an der Dachsgrube erhalten, der Umwelt im Kleinen einen großen Dienst erweisen und der Sennfelder Bevölkerung, vor allen den Kindern, einen natürlichen Lebensraum zum Treffen, Spielen und Sporttreiben inmitten des Dorfes bewahren, auf Kosten vielleicht etwas geringerer Zuwächse an Gewerbesteuereinnahmen.

Roland Wolfrum

97526 Sennfeld

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