Altenmünster

Liborius-Wagner-Besinnungspfad eingeweiht

Der selig gesprochene Liborius Wagner, der vor beinahe 400 Jahren Pfarrer in Altenmünster war, soll nicht vergessen werden. Ein neuer Weg der Besinnung erinnert an ihn.
Im Rahmen einer Maiandacht vor der katholischen Pfarrkirche in Altenmünster weihte Pfarrer Eugen Daigeler den Liborius-Wagner-Besinnungspfad ein. Mit im Bild vorne Landrat Florian Töpper (von links) Bürgermeister Friedel Heckenlauer mit Gattin und Winfried Höhne, der die Stelen entworfen hat.
Im Rahmen einer Maiandacht vor der katholischen Pfarrkirche in Altenmünster weihte Pfarrer Eugen Daigeler den Liborius-Wagner-Besinnungspfad ein. Mit im Bild vorne Landrat Florian Töpper (von links) Bürgermeister Friedel Heckenlauer mit Gattin und Winfried Höhne, der die Stelen entworfen hat. Foto: Rita Steger-Frühwacht

"Antiqissimae fidei novus martyr" zu Deutsch "Des uralten Glaubens neuer Zeuge" steht in Heidenfeld auf dem Grabstein gesetzt 30 Jahre nach dem Tod von Liborius Wagner in der Kirche von Heidenfeld. Diese Grabinschrift stellte Pfarrer Eugen Daigeler in seiner Ansprache in Bezug zum neu geschaffenen Liborius-Wagner Besinnungspfad. Dieser wurde angelegt auf einem Rundgang um die Altenmünsterer katholische Pfarrkirche und im Rahmen einer Maiandacht eingeweiht.

Ab 1626 in Altenmünster gewirkt

"Es geht um die Frage, was hat uns dieser Glaubenszeuge, der vor bald 400 Jahren lebte, heute noch zu sagen?", so Daigeler. Der Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Stadtlauringen, die nach Liborius Wagner (*1593 +1631) benannt ist, erläuterte, dass zwei Info-Tafeln, die von der Ortstraße "Am Dorfbrunnen" zur Pfarrkirche führen, die Lebensgeschichte des 1974 vom Papst selig gesprochenen Priesters berichte. Dieser wirkte von 1626 bis zu seinem Tod in Altenmünster und dessen daneben liegender Filiale Sulzdorf als Seelsorger. Im Konfessionskrieg, der von 1618 bis 1648 dauerte, wurde er von auf der Seite der Protestanten in Deutschland kämpfenden schwedischen Soldaten gefangen genommen, gefoltert und ermordet.

Mut zum Aufbruch und um Ausgleich und Versöhnung bemüht

Seine herausragenden Eigenschaften seien Mut zum Aufbruch in Neues und Unbekanntes gewesen, führte Pfarrer Daigeler aus. Weitere charakteristische Merkmale seines Handelns seien sein Einstehen für Glaubens- und Gewissensfreiheit, sein Bemühen um Ausgleich und Versöhnung sowie sein konsequentes Festhalten an einer getroffenen Entscheidung gewesen. Diese Haltungen "werfen Fragen für unser heutiges Leben als Christen auf", folgerte Daigeler.

Der Besinnungspfad gliedert sich um die Kirche in sechs Stationen mit Stelen, die diese Charaktereigenschaften des Seligen in den Mittelpunkt stellen, erläutern und den Besuchern Anregungen geben ihr eigenes Leben zu überdenken. Ferner ist es entsprechend der oben genannten Grabinschrift für Daigeler ganz wichtig, dass "sie einen altehrwürdigen Glaubenszeugen neu erschließen". Von 1990 bis zum Jahre 2019 lud ein "Pilgerhof", ein diözesanes Bildungshaus mit Scheunenkirche, in Altenmünster Menschen ein, sich hier an seinem priesterlichen Wirkungsort mit Liborius Wagner, seinem Leben, seinem Handeln und seiner Zeit auseinanderzusetzen.

Pfarrer Daigeler dankte Bürgermeister Friedel Heckenlauer, da der Markt Stadtlauringen die Bauherrschaft für den Besinnungsweg übernommen hat. Des Weiteren haben die Diözese Würzburg, die Pfarreiengemeinschaft Liborius Wagner Stadtlauringen und die Kirchenstiftung Altenmünster mitgewirkt.

Heckenlauer: Erinnerung an Liborius Wagner lebendig erhalten

"Es war mir ein Anliegen: Liborius Wagner soll in Altenmünster in Erinnerung bleiben", versicherte Friedel Heckenlauer in seinem Grußwort. Die Wesensmerkmale des Märtyrerpriesters zu kennen, könnte auch für uns heutige Menschen hilfreich sein, so der Bürgermeister. Landrat Florian Töpper wünschte, dass die Menschen Kraft finden beim Innehalten an diesen Stationen. Er dankte der Dorfgemeinschaft von Altenmünster, die sich dafür eingesetzt hat, "wovon ein solches Projekt lebt".

Gerald Kolb vom Amt für Ländliche Entwicklung Unterfranken und Vorsitzender des Dorferneuerungsprojektes "Seestern" (Anmerkung der Red. Ellertshäuser See) betonte "auch kleinere Maßnahmen in der Dorferneuerung sind wichtig für die Identität der Dorfgemeinschaft und sind es wert, gefördert und finanziell unterstützt zu werden". Die Konzeption des Besinnungsweges lag in den Händen von Wilfried Höhne.

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Altenmünster
  • Rita Steger-Frühwacht
  • Christen
  • Ellertshäuser See
  • Florian Töpper
  • Friedel Heckenlauer
  • Geistliche und Priester
  • Katholizismus
  • Kirchen und Hauptorganisationen einzelner Religionen
  • Kirchliche Stiftungen
  • Pfarrer und Pastoren
  • Protestanten
  • Päpste
  • Seelsorgerinnen und Seelsorger
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!