Schweinfurt

Logo! sendete live aus der ISM: "Mobbing ist total daneben"

500 Schulen haben sich für die Jubiläumstour der Kindernachrichten von KiKA beworben, 19 haben es geschafft. Wie die International School punkten konnte.
Gut beschirmt: Vor der Livesendung probte die Anti-Mobbing-Schule ISM mit den logo!-Moderatoren Tim und Linda.
Foto: Uwe Eichler | Gut beschirmt: Vor der Livesendung probte die Anti-Mobbing-Schule ISM mit den logo!-Moderatoren Tim und Linda.

"Geht ein Obstkorb um die Ecke und haut sich die Birne an": Der Wetterwitz von Carla (10) war was fürs Köpfchen bei der Livesendung der "logo!"-Kindernachrichten aus der International School Mainfranken (ISM) in Schweinfurt. Nach dem Wetterbericht darf bei den Kindernachrichten von KiKA und ZDF immer gelacht werden. Ansonsten ging's am Dienstagabend ab 19.50 Uhr um Kelso, den süßen Frosch: Kein Wetterfrosch, sondern ein cooler Streitschlichter aus dem ähnlich sonnigen Kalifornien. Die ISM hat sich als "Anti-Mobbing-Schule" beworben, unter 500 Schulen, für die Jubiläumstour "30 Jahre logo!".

Drei Wochen lang werden insgesamt 19 Orte besucht. Das Moderatoren-Duo Tim (Schreder) und Linda (Fuhrich) sind mit Übertragungswagen aus München angereist. Auch Jess (Lange) von KiKA-Live ist mit dabei, so dass die Fünftklässler am Dienstagabend gleich zweimal hintereinander "auf Sendung" sind. Das sei schon ungewöhnlich, meint Constanze Knöchel, Vizeleiterin der logo!-Sendungen. Die ehemalige Sportjournalistin beim "Schweinfurter Tagblatt" organisiert derzeit die Tour durch die Republik.

Deutschlehrerin  Sonja Weikhart hat durch einen Kollegen von der Geburtstagsaktion erfahren – und mit ihrer Klasse ein Bewerbungsvideo gedreht. Vor ein paar Wochen war das KiKA-Team zu Besuch an der ISM. "Kelso´s Choice" nennt sich das  Deeskalationsprogramm, eine amerikanisch-pragmatische Anleitung für Schüler, aus Konflikten Dampf rauszulassen. Per Drehrad können die Jungen und Mädchen unter neun Möglichkeiten wählen, Streit zu schlichten: Zum Beispiel "Wait and cool off" (frei übersetzt: "Atme erstmal tief durch"), "Talk it out" ("Sprich darüber") oder einfach "Walk away" ("Geh weiter"). Vermitteln kann ebenfalls helfen. Hauptsache, die Kinder und Jugendlichen (aber auch Erwachsenen) übernehmen Verantwortung, sind kein Frosch und schauen nicht einfach weg.

Kleinere Konflikte werden in der Gruppe gelöst

"Es geht erstmal darum, festzustellen, was ist ein kleines Problem, was ist ein großes Problem", sagt Sonja Weikhart. Bei einem "big problem", wenn echte Beleidigungen oder Gewalt im Spiel sind, müsse natürlich mit dem Lehrer gesprochen werden. Kleinere Konflikte, etwa um ein Spielzeug, könnten aber friedlich in der Gruppe gelöst werden. Die ISM, die seit 2016 in der Kalifornienstraße im ehemaligen "Yorktown Village" untergebracht ist, ist ein kleine Privatschule, mit rund hundert Schützlingen: Trotz oder gerade wegen des "Multikulti-Hintergrunds" vieler Kinder und Jugendlicher (Schulsprache ist Englisch) geht es sichtlich harmonisch zu. "Es kann auch an großen Schulen funktionieren", findet ein Schüler im Beitrag. Es gebe bereits Interesse einer anderen Schweinfurter Schule an "Kelsos Lösungen", berichtet "German Teacher" Weikhart: "Man muss halt Zeit investieren."

Zeit investieren auch die KiKA-Moderatoren, proben mit den Schülern, lassen sie "Happy Birthday" singen, erzählen von ihrem Beruf und beruhigen das Lampenfieber vor den 20 Minuten Livesendung: "Es tut nicht weh, ist schnell vorbei und macht wahnsinnig Spaß". Nina und Marie berichten vor der Kamera unaufgeregt von den Anti-Mobbing-Aktionen, Marie ("es ist frustrierend") von persönlichen Erfahrungen an einer anderen Schule. "Mobbing ist einfach total daneben", bestätigen Tim und Linda – und kann fiese Folgen für den Körper haben, durch Schlafstörungen und Stress. Nachrichten aus Mainz gibt es zwischendurch auch: Es geht kindgerecht um Donald Trumps Staatsbesuch in Großbritannien oder "You Tube-Influencer". Im Anschluss gibt es noch einen Wettkampf bei KiKA Live, mit Marshmallow-Mampfen etwa, Schüler Alex bedient die Seifenblasen-Maschine. Am Ende sind die jungen Streitschlichter um einige Autogramme und eine "wunderbare Erfahrung" (Sonja Weikhart) reicher.

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