Gernach

Maria mit dem Kind macht Mut

Maria im Strahlenkranz: Sie will Trost in Zeiten der Mutlosigkeit und Zeichen der Hoffnung sein.
Foto: Erhard Scholl | Maria im Strahlenkranz: Sie will Trost in Zeiten der Mutlosigkeit und Zeichen der Hoffnung sein.

Ganz verwittert war die Statue des Heiligen Urban hoch über der Eingangstür der Gernacher St-Aegidius-Kirche. St Urban ist der zweite Patron der Gernacher Kirche. Im Rahmen der Renovierung war diese Statue entfernt worden, sie bot ein erbärmliches Bild. Daran erinnerte Pfarrer Thomas Amrehn in seiner Ansprache anlässlich der Segnung der Marienstatue in der Conche (Fachbegriff für Nische) über der Eingangstür des Gernacher Gotteshauses.

Es war für ihn Anlass kritisch nachzufragen, wie wir mit dem kulturellen und spirituellen Erbe unserer Vorfahren umgehen. Er plädierte dafür, die Dinge, die für unsere Vorfahren bedeutsam waren, nicht einfach wegzuwerfen, sondern sie mit Achtung zu behandeln, sie in unsere Zeit mitzunehmen. So habe er - eher aus Zufall - in Dettelbach die Madonna entdeckt, die jetzt aus der Höhe auf die Besucherinnen und Besucher der Kirche herunterschaut.

Statue stammt aus Dettelbach

Der Vater des Diakons Ludwig Stauner in Dettelbach hatte viele Kunstwerke gesammelt, Diakon Ludwig Stauner verwaltete diese Schätze, und durch ihn stieß Pfarrer Amrehn auf diese Statue der Mutter Gottes, die um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert entstand. Sie ist aus Steinguss gefertigt. Von ihrer Größe her passt diese Statue gut in die Conche  am Kirchturm, deshalb bemühte sich Pfarrer Amrehn um ihren Erwerb.

Bevor sie ihren Platz dort über dem Haupteingang der St. Aegidius-Kirche fand, wurde sie von der Firma Steingalerie (Würzburg) gereinigt und in Teilen ergänzt so, dass sie lange Zeit Wind und Wetter standhalten kann. Die Kosten für die Renovierung beliefen sich auf 6300 Euro, 1850 Euro davon wurden durch Spenden aufgebracht. Ihren Strahlenkranz, der neu geschaffen wurde und so den Blick auf die Mutter mit dem Kind lenkt, schuf die die Dettelbacher Kunstschmiede Sauer.  

Pfarrer Amrehn feierte die Eucharistie mit der St. Aegidius-Gemeinde an der Gernacher Kirche. Bei diesem Gottesdienst segneet er die neu renovierte Marienstatue hoch oben am Turm.
Foto: Erhard Scholl | Pfarrer Amrehn feierte die Eucharistie mit der St. Aegidius-Gemeinde an der Gernacher Kirche. Bei diesem Gottesdienst segneet er die neu renovierte Marienstatue hoch oben am Turm.

So habe diese Statue als Schatz der Vergangenheit wieder einen guten Platz gefunden. "Die Mutter Gottes, zeigt uns ihren Sohn – sie lädt ein zum Gespräch mit ihrem Sohn, aber auch mit ihr" – so der Seelsorger in seinen Gedanken zu der alten Statue am neuen Platz. Maria mit ihrem Kind mache aber auch Mut, sich den Herausforderungen der Zeit zu stellen - nicht nur der Herausforderung zu Corona, sondern auch den Fragen, die sich in unseren Familien, in der Kirche stellen, und auf die wir nicht immer eine Antwort haben.

Maria mit dem Kind als Begleiterin

Die Lesung aus der Apostelgeschichte, die die Gemeinschaft der Apostel in ihrer Mutlosigkeit schildert, die dann aber durch die Sendung des Heiligen Geistes aufgebrochen wird, und die Apostel und Jünger stärkt, ihnen die Zuversicht gibt, die Botschaft des Evangeliums in die Welt zu tragen, könne auch uns Vorbild sein: Kirche ist die Gemeinschaft des Gebetes, aber Kirche also wir – haben auch die Aufgabe, das Evangelium zu verkünden. Maria mit ihrem Kind kann uns Begleiterin sein, sie kann uns Mut machen.

Nach dem Gottesdienst im Umgriff des Gernacher Gotteshauses dankte Pfarrer Amrehn allen, die sich für die Renovierung der Kirche und für die Renovierung der neuen Marienstatue eingesetzt haben, sei es mit tätiger Mithilfe, mit Geldspenden oder durch ihr Gebet. Er verwies darauf, dass auch staatliche Stellen den kulturellen Wert kirchlichen Lebens zunehmend schätzen, und dass es Bestrebungen gebe, diese zu fördern.

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