SCHWEINFURT

Missbrauch: 32-Jähriger muss hinter Gitter

Wegen sexuellen Missbrauchs einer widerstandsunfähigen Person, Körperverletzung und Diebstahl ist ein 36-jähriger Mann aus dem Schweinfurter Raum vor dem Schöffengericht zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden.

Der vorsitzende Richter sah es am dritten Prozesstag als erwiesen an, dass der Angeklagte in der Nacht vom 28. auf den 29. Mai 2011 den betrunkenen Zustand einer jungen Frau ausnutzte. Wie berichtet soll er gemeinsam mit zwei Bekannten die heute 34-Jährige sexuell missbraucht und körperlich misshandelt haben. Bis zuletzt bestritt der 36-Jährige die Tat, seine Anwältin plädierte auf Freispruch.

Getroffen hatte der Angeklagte die sehr betrunkene Frau um zwei Uhr in der Nacht auf einer Straße im Stadtgebiet Schweinfurt, als er mit zwei Bekannten unterwegs war. Die Frau begleitete die Männer in die Wohnung des 36-Jährigen. Dort wurde weitergetrunken. Laut Staatsanwalt hatte die Frau im Laufe des Abends auch einen Joint geraucht. „Durch die Kombination von Alkohol und Cannabis lässt sich der Filmriss begründen, den das Opfer erlitt“, sagte er in seinem Plädoyer.

Die 34-Jährige kann sich kaum an das erinnern, was dann passierte. Aufgeschlagene Knie und eine Brandwunde am Gesäß lassen vermuten, dass der Angeklagte und seine zwei Bekannten mit Gewalt vorgingen. Das bestätigt eine Sachverständige im Zeugenstand. Sehr wahrscheinlich war eine Art Stock im Einsatz, sagte sie. Neben Hämatomen, die auf eine Fesselung hinwiesen, waren am Körper Bissspuren erkennbar. Der Intimbereich der jungen Frau war komplett rasiert worden, und sie trug am nächsten Morgen einen ihr fremden Slip.

Der Staatsanwalt wies in seinem Plädoyer noch einmal darauf hin, dass am Slip des Opfers die DNA des Angeklagten festgestellt wurde. „Für mich ist klar, dass er bei der Tat dabei war.“

Nicht für die Verteidigerin. „Die Vorfälle des Abends haben sich in der Hauptverhandlung nicht klären lassen“, sagte sie. Die Indizienlage sei zu dünn, um ihren Mandanten zu verurteilen. Sie verwies darauf, dass der 36-Jährige einen Teil der Nacht nicht zuhause war, da er den Sohn eines Nachbarn nach dessen Auseinandersetzung in einer Bar ins Krankenhaus begleitete. Ein Polizist bestätigte im Zeugenstand den nächtlichen Einsatz in besagter Bar (etwa um 3.30 Uhr). Im Krankenhaus behandelt wurde der Nachbarssohn laut Ärzteprotokoll von 3.35 bis 3.55 Uhr. Was seine Bekannten in dieser Zeit gemacht haben, könne er nicht sagen, so der Angeklagte. Das Gericht kann die Frage nicht weitergeben: Ein Kumpel ist bisher unbekannt, der andere wird per Haftbefehl gesucht. Er soll sich in Rumänien befinden.

Trotzdem ist der Fall für das Schöffengericht klar, der Krankenhausbesuch kein Alibi für die gesamte Nacht. Auch in zwei weiteren Anklagepunkten hält der Richter den einschlägig vorbestraften Mann - darunter sexuelle Nötigung und Körperverletzung – für schuldig. Wie berichtet soll der Angeklagte in seiner Stammkneipe einen Bekannten im Mai 2013 krankenhausreif geschlagen und ihn beklaut haben.

Des Weiteren soll der 36-Jährige am 27. November 2012 im Schweinfurter Baumarkt Max Bahr einen Seitenschneider entwendet haben. Er selbst hatte das verneint: Er habe den Detektiv bemerkt und sich einen Spaß erlaubt. Dabei habe er vorgetäuscht, das Werkzeug zu klauen.

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