Schweinfurt

Mit Abstand, aber von Herzen

Sie hatten es sich anders vorgestellt, die Abiturienten des Celtis-Gymnasiums: Wie üblich hätte der große Tag auf der Maininsel mit der feierlichen Überreichung der Abiturzeugnisse beginnen sollen. Anschließend wäre man zum obligatorischen Gruppenfoto auf der Freitreppe des Schäfer-Museums und zum Festgottesdienst in Heilig-Geist gewandert, hätte sich am Abend bei einem opulenten Buffet gestärkt, bevor die Schulzeit schließlich in einer rauschenden Ballnacht auch offiziell beendet gewesen wäre.

Vielleicht wäre die feierliche Verabschiedung dieses Jahr sogar noch eine Spur glamouröser ausgefallen, war doch das Motto des Jahrgangs „The Golden 20s – ein Ab(i)gang mit Stil“. Dass man einen solchen auch unter den außergewöhnlichen Umständen der Corona-Zeit organisieren kann, zeigte sich am vergangenen Freitag am Celtis-Gymnasium, wo der Abiturjahrgang 2018-20 in einer eher ungewohnten, aber nicht minder feierlichen Zeremonie die Zeugnisse überreicht bekam, heißt es in einer Pressemitteilung.

Alle 111 Schüler des Jahrgangs hatten die Abiturprüfung bestanden – fünf mit der Traumnote 1,0 - und konnten schließlich erleichtert nach dieser ungewöhnlichen letzten Schulphase ihr Zeugnis in Empfang nehmen.

Stilvoll war dabei bereits der Auftakt: Die Abiturienten in Begleitung ihrer Eltern wurden in der mit roten Teppichen und üppigem Blumenschmuck dekorierten Aula der Schule zu den beschwingten Klängen von Charleston-Melodien aus den „Goldenen Zwanzigern“ empfangen und zu ihren Plätzen begleitet.

Die Zeremonie wurde in acht über den Tag verteilten Schichten von 10 Uhr bis 19.30 Uhr abgehalten – eine Energieleistung, aber vor allem: Ehrensache. Gerne trugen Schulleiterin Oberstudiendirektorin B. Weiß, Oberstufenkoordinatorin Studienrätin U. Springer und der Vertreter des Elternbeirats Herr  Schnarkowski ihre Reden achtmal vor.

Sowohl in ihren, als auch in den Beiträgen der Schüler wurde klar, dass sich gerade hinter dem Abitur 2020 noch mehr als sonst harte Arbeit und die Organisation vieler Beteiligter verbergen. So betonte . Schnarkowski die Schwierigkeiten der selbstständigen Vorbereitungszeit auf das Abitur von zuhause aus.

Die Schüler seien froh gewesen, sich nach den Wochen des Lernens am eigenen Schreibtisch, noch einmal mit ihren Lehrern austauschen zu können. Denn nichts ersetze das gemeinsame Lernen in der Schule, eine Tatsache, die auch von den Abiturienten in deren Beiträgen bestätigt und mit Anekdoten der vergangenen Schulzeit gestützt wurden.

Da von den Schülern auch Parallelen zu den 1920er Jahren gezogen wurden, die in einer Krise geendet seien, schloss Weiß, auch mit dem Wunsch, die kommenden 20er Jahre mögen für die Abiturienten tatsächlich „goldene“ werden. In Ihrer Abschlussrede betonte die Schulleiterin den Respekt, der den Schülern dieses Abiturjahrgangs gebühre. Sie alle hätten eine Reifeprüfung der besonderen Art mit Bravour bestanden. Sie lobte den Mut, das Durchhaltevermögen und den Zusammenhalt aller auf diesem Weg. Sie hätten, getreu ihrem Motto, „Abi(gang) mit Stil bewiesen!“ und könnten stolz auf sich sein.

Es folgte schließlich der Höhepunkt der Veranstaltung: Nach dem Gang über den roten Teppich zu einem selbst gewählten Musikstück warteten auf jeden Abiturienten und jede Abiturientin als Überraschung Bilder von ihrer Einschulung sowie eine Collage mit Fotos ihrer ehemaligen 5. Klassen. Die Abiturienten bekamen von Weiß die  Zeugnisse und von Springer eine Rose überreicht.  Mit Abstand, aber „von Herzen“, wie es abschließend in der Mitteilung heißt.

Lea Ernst (Q12, links) und Nele Blume (Q12).
Lea Ernst (Q12, links) und Nele Blume (Q12). Foto: W. Schmid

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