Schweinfurt

Mit Vollgas bei der WM der Mini-Flitzer in Texas dabei

Bei der WM in Texas durften die Schweinfurter Humboldt-Gymnasiasten (von links) Simon Körner, Ilias Asimakopoulos, Dominik Madinger, Julian Gehrig und Felix Eckert auch das Texas State Capitol besuchen.Foto: Fast Tech Crew
| Bei der WM in Texas durften die Schweinfurter Humboldt-Gymnasiasten (von links) Simon Körner, Ilias Asimakopoulos, Dominik Madinger, Julian Gehrig und Felix Eckert auch das Texas State Capitol besuchen.Foto: Fast ...

Austin in Texas, die Boxengasse von Red Bull beim Formel 1-Grand Prix der USA, das Texas State Capitol, und vor allem hunderte von jungen Leuten aus der ganzen Welt im Nobelhotel Hyatt Regency, die mit ihren Miniaturrennwagen gegeneinander antreten. Und mittendrin die „Fast Tech Crew“ des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums, deutsche Meister des weltweiten Wettbewerbs „Formel 1 in der Schule“. Das Erlebnis, bei dieser Weltmeisterschaft dabei zu sein, übertraf noch den respektablen 16. Platz.

Bis zur Weltmeisterschaft war es ein langer Weg

Hart erarbeitet hatten sich die fünf AvH-Abiturienten Simon Körner, Dominik Madinger, Julian Gehrig, Ilias Asimakopoulos und Felix Eckert ihr Abenteuer USA im Oktober vergangenen Jahres. Die Jungs bilden den harten Kern des P-Seminars „Formel 1 in der Schule“ mit insgesamt 14 Schülern. „Ich habe selten so engagierte Schüler erlebt“, gesteht ihr Lehrer, Studienrat Benedikt Friedrich, mit Blick auf den ganzen Kurs. Da sei es auch ihm leicht gefallen, zahllose Nächte und Wochenenden in das Projekt zu investieren.

25 000 Euro kostete das Projekt – das geht nur mit Sponsoren

Das begann nach dem Sieg der deutschen Meisterschaft in diesem multidisziplinären Wettbewerb am 30. April. Dabei hatte die Fast Tech Crew (FTC) überzeugt mit ihrer Teamleistung aus Konstruktion, Fertigung, Reaktionszeit, Fahrzeuggeschwindigkeit, Businessplan und Präsentation des nur 21 Zentimeter großen Rennwagens.

Für eine Teilnahme an der WM mussten allerdings rund 25000 Euro für Flug, Unterkunft und Startgeld aufgebracht werden. Ganz abgesehen vom Bau eines neuen Mini-Autos, einer neuen Team-Box, neuer Portfolios oder Team-Kleidung. Die Sponsorensuche war also die erste Aufgabe für die technikbegeisterte „Fast Tech Crew“. Dank 42 Unternehmen und Organisationen, darunter Großsponsoren wie ZF, Schaeffler, Lackwerk, Fresenius, fdm, ÜZ Lülsfeld, Autodesk, Madinger oder bayme vbm, war der Neustart gesichert.

Auch in den Ferien arbeitete das Team durch

Das hieß für die Schüler und ihren Lehrer, während der Sommerferien und in der Zeit bis zum Start nach Austin am 13. Oktober intensiv zu arbeiten. „Der Zeitaufwand war schon riesig“, denkt Felix Eckert zurück, der das Design verantwortete. Andere Hobbies blieben auf der Strecke, während der Schulwochen wurde teils bis 3 Uhr früh gearbeitet, Schlafmangel war angesagt. Was sich gelegentlich auch in den schulischen Leistungen widerspiegelte.

Der neue, von Dominik Madinger besonders aerodynamisch konstruierte blau-weiße Miniflitzer wurde Anfang September getestet. Aber – und das erwies sich bei der WM als Hindernis – der mit Gaspatronen angetriebene Bolide war zu schwer: Statt 54,5 Gramm wog er letztendlich 60 Gramm.

39 Teams aus 22 Nationen traten an

„Im Unterschied zur nationalen Ebene wurde in Austin die Rennzeit deutlich höher bewertet“, erklärt Lehrer Friedrich, so dass bei der WM „nur“ ein 16. Platz unter 39 Teams aus 22 Nationen herauskam. Auch der Bereich Social Media und Marketing erhielt mehr Bedeutung: Hier errangen die AvH-Gymnasiasten einen Sonderpreis, genauso wie in der Kategorie „Bild der Woche“, mit dem sich die Jungs und ihr Lehrer selber auf die Schippe nahmen. Insgesamt waren die Schweinfurter fünfmal nominiert für einen Award: Nach dem Weltmeister aus Griechenland am zweithäufigsten, weiß Team Manager Simon Körner.

Viel erlebt, viel gelernt und Kontakte in die Welt geknüpft

Viel intensiver als im deutschen Durchgang musste die Crew auch ihre Konstruktionsideen vor einer Jury verteidigen. „Wir haben vorher die englischen Fachbegriffe gebüffelt“, erklärt Ilias Asimakopoulos, der hauptsächlich für die Fertigung des Autos zuständig war. „Das hat super geklappt“.

Auch wenn eine leise Enttäuschung über ihr WM-Abschneiden bei den Jungs mitschwingt, wissen sie, dass sie stolz auf ihre Leistungen sein können, dass sie außergewöhnliche Erfahrungen und Erlebnisse hatten, viel für das (Berufs-)Leben gelernt haben und besondere Kontakte knüpfen konnten: Zu gleichgesinnten Jugendlichen aus der ganzen Welt und zu namhaften Unternehmen.

Mit einer Präsentation dankt das Team den Sponsoren

Ganz professionell wollen sie daher ihren Sponsoren Dank sagen mit einem speziellen Nachmittag am Freitag, 27. Januar, in der Aula des AvH. Den Teamstand der WM werden sie ebenso präsentieren wie ihre Erfahrungen bei dieser schulischen Formel 1-WM. Und professionell präsentieren kann die Fast Tech Crew mittlerweile.

Um deren einmalige Erfahrungen nutzen zu können, hat sich bereits ein neues P-Seminar am AvH der Mini-Formel 1-Aufgabe gestellt. In diesem Jahr wäre die WM in Singapur, im Vorfeld des dortigen Formel 1-Grand Prix, das Ziel.

Eigens für die Weltmeisterschaft in Austin/Texas konstruierten und bauten die Humboldt-Gymnasiasten diesen Mini-Boliden.
Foto: Fast Tech Crew | Eigens für die Weltmeisterschaft in Austin/Texas konstruierten und bauten die Humboldt-Gymnasiasten diesen Mini-Boliden.
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