Bergrheinfeld

Mülltonnenverwaltung kommt auf die Kreismülldeponie

Auf der Kreismülldeponie Rothmühle gibt es keinen Stillstand. Immer wieder stehen Änderungen an.
Foto: Horst Fröhling | Auf der Kreismülldeponie Rothmühle gibt es keinen Stillstand. Immer wieder stehen Änderungen an.

Die Kreismülldeponie Rothmühle war im Mittelpunkt der jüngsten Gemeinderatssitzung. Hier standen ein Baugesuch und die Antworten auf einen Fragekatalog der Grünen-Fraktion zu Abfällen aus dem Atomkraftwerk zur Debatte.

Zunächst stand das Baugesuch zum Neubau einer Abstell- und Lagerfläche mit Büro – und Sozialcontainern an. Darüber informierte Thomas Fackelmann, Leiter des Abfallwirtschaftszentrums. "Wenn auf der Deponie neue Sachen geplant sind, so hat dies auch eine politische Dimension", so Bürgermeister Ulrich Werner. Deshalb werde das Vorhaben im Gremium vorgestellt.

Auf der vorgesehenen Fläche seien laut Fackelmann die Mülltonnenverwaltung sowie Stellplätze für Lkws geplant. Die Nachbarn, die Familie Geuder, habe dem Projekt zugestimmt. Pro Jahr fielen rund 5000 Änderungen bei 37 500 Rest- und den 31 000 Biomülltonnen an. Dies solle jetzt direkt in der Deponie geschehen. Zurzeit sei diese Dienstleistung ausgelagert, so dass man keinen Überblick über diese Tonnenänderungen bzw. die Gefäßverwaltung habe. Dies möchte der Landkreis ab 1. Oktober 2021 selbst durchführen.

Müllfahrzeuge haben künftig ihren Standort auf der Rothmühle

Stark zugenommen habe in den vergangenen vier Jahren der Sperrmüll. Dieser sei von 6000 Tonnen (2017) auf 8500 Tonnen (2020) gestiegen. Zurzeit arbeite man an der Kapazitätsgrenze, so Fackelmann. Um Leerfahrten der Müllfahrzeuge zu reduzieren – diese sind aktuell in Gochsheim stationiert – sollen diese künftig ihren Standort auf der Rothmühle haben. Auch die Büro- und Sozialcontainer würden hier auf einer neuen Schotterfläche errichtet. Die Anfahrt des Geländes erfolge über die Zufahrt des Abfallwirtschaftszentrums.

Die neue Schotterfläche und der Standortwechsel der Müllfahrzeuge habe nichts mit den Abfällen aus dem Atomkraftwerk zu tun, sagte Fackelmann auf Anfrage von Gemeinderat Bernhard Klotz. Gemeinderat Klaus Eusemann bemängelte, dass Lkw auf einer Schotterfläche abgestellt würden und so möglicherweise Öl oder Diesel versickern könnte. Dies sei zulässig und bestehe keine Gefahr, so Fackelmann.

Abfälle aus dem AKW kommen auf Kreismülldeponie

Gemeinderat Thomas Geißler sieht eine gewisse Problematik, da im Abfallwirtschaftszentrum immer mehr gebaut werde. Von zu viel verbrauchter Fläche sprach Gemeinderätin Ulrike Hochrein und wies auch auf mögliche Konflikte mit Radfahrern hin. Die Lkw würden nicht über den Radweg anfahren, versicherte Fackelmann. Aktuell werde die Stellfläche benötigt. Bei acht Gegenstimmen befürwortete das Gremium das Baugesuch.

Der zweite Punkt war der Fragekatalog der Grünenfraktion im Hinblick auf den Rückbau des AKW Grafenrheinfeld und der daraus folgenden Abfällen, die auf der Deponie entsorgt werden. Bisher sind bereits gut 2,9 Tonnen Isoliermaterial in der Kreismülldeponie angeliefert worden. Bis zum Komplettabriss des AKW in etwa zwölf Jahren sollen rund 1850 Tonnen sogenanntes freigemessenes Material aus dem Rückbau hier gelagert werden.

Eignung wird von unabhängigen Gutachter festgestellt

Das angelieferte Material dürfe maximal noch eine Radioaktivität von zehn Mikrosievert aufweisen und werde im offenen Bereich eingebaut, antwortete Fackelmann. Dies werde im Betriebstagebuch dokumentiert. Dieses Kataster sei auch von der Öffentlichkeit einsehbar.

Die Eignung der Deponie für diesen Müll sei von einem unabhängigen Gutachter festgestellt worden. Überprüft werde der anfallende Müll von PreußenElektra, dem Landesamt für Umwelt und dem Staatsministerium für Umwelt. "Übersteigt eine Charge die Grenzwerte, nimmt der Landkreis sie nicht an", so Fackelmann. Weiter betonte er, dass nicht immer einer alles dazu beantworten könne und verwies auf Informationen von PreußenElektra. Die Pressesprecherin habe ihn über den ersten Transport von Abbruchmaterial informiert, ergänzte Bürgermeister Ulrich Werner. Am vergangenen Mittwoch wurde die zweite Charge Müll aus dem stillgelegten AKW in die Kreismülldeponie Rothmühle angeliefert.

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