Niederwerrn

"Neue Mitte": Panoramablick neben preußischer Kappendecke

Unebenes Gelände: Der geplante Tief- oder Lichthof in der 'Neuen Mitte', dem Areal zwischen künftigem Kolonialwarenmuseum, Bücherei und Energiescheune, ist nicht mehr nötig – was der Gemeinde Kosten spart.
Foto: Uwe Eichler | Unebenes Gelände: Der geplante Tief- oder Lichthof in der "Neuen Mitte", dem Areal zwischen künftigem Kolonialwarenmuseum, Bücherei und Energiescheune, ist nicht mehr nötig – was der Gemeinde Kosten spart.

Um die Planungen zur Gestaltung der Niederwerrner "Neuen Mitte" drehte sich die letzte, donnerstägliche Gemeinderatssitzung. "Im Großen und Ganzen ist das wirklich gut, aber....", zitierte Bürgermeisterin Bettina Bärmann eine Stellungnahme der Regierung. Mit dem "Aber"  waren Bestrebungen der Gemeinde gemeint, eine möglichst weitgehende Barrierefreiheit herzustellen.

Auf der Freifläche neben der einstigen Synagoge, der heutigen Gemeindebibliothek, und dem Altdorfpfad soll eine neue Ortsmitte entstehen, die Altort und Siedlung städtebaulich verbindet. Die angestrebten maximal sechs Prozent Neigung auf den Wegen oder Rampen müssen nun nicht überall umgesetzt werden, eine Förderung gibt es dennoch. Damit entfällt auch der teure Tiefhof, der, in Anpassung an die Topografie, an der Nordseite geplant war, und als Lichtspender für den Bürgersaal gedient hätte.

Architekt Stefan Schlicht vom Schweinfurter Büro Schlicht Lamprecht stellte die aktuelle Variante vor. Der Bürgersaal wird nun vom nördlichen Gebäuderiegel des Bürgerhauses, an der Schulstraße, in den südlichen Trakt verlegt, Richtung Bücherei, wo er direkt an einen zentralen Platz anschließt.

Nordriegel soll mit Holzfassaden entstehen

Bei neun Meter Höhenunterschied auf dem (von der Schweinfurter Straße her) ansteigenden Gelände wäre einiger baulicher Aufwand nötig geworden, um maximale Barrierefreiheit zu erreichen, mit entsprechenden Kosten. Der Nordriegel soll nun mit Holzfassaden entstehen (mit Café), der Südriegel (mit Bürgersaal und darüberliegenden Vereinsräumen) aus verputztem Mauerwerk und Betonbauteilen bestehen.

Der Café-Bau am Hang erhält Panoramafenster, mit Blick auf den Altort, sowie Fensterläden. In Sachen Backfiliale laufen die Verhandlungen noch. Dazu kommt ein Durchgang nach Westen, Richtung Schlossgasse. Eine Energiescheune soll das gesamte Areal versorgen, inklusive Bücherei, Museum und künftiger Musikschule. Die Gemeinde kooperiert bei diesem Vorreiter-Projekt mit der ÜZ Mainfranken und dem Amberger "Institut für Energietechnik".

Thomas Wohlfahrt (SPD) fragte nach einem größeren Nahwärmenetz, das auch die Schule mit einschließt. Die Möglichkeit werde geprüft, so Bärmann. Vermutlich dürfte die Energiescheune aber etwas zu klein sein. Bettina Häckner sprach sich seitens der Grünen für komplett erneuerbare Energie und Passivhaus-Standards in der Neuen Mitte aus. Dies würde allerdings einige technische Anforderungen bedeuten, meinte Planer Schlicht, etwa bei der Lüftung: "Wir brauchen ein ausgelotetes Konzept."

Dann gibt es noch das künftige Kolonialwarenmuseum Maul im Fachwerkhaus Höhengasse 8, das bisher in der Flemingstraße untergebracht ist. Grünen-Gemeinderätin Sabine Fedetto verwies bei der Außengestaltung auf die nötige Kühlung im Sommer, angesichts des Klimawandels. Nach einer europaweiten Ausschreibung soll im Februar oder März die Auftragsvergabe erfolgen. Von planerischem Interesse sind auch ein alter Stall neben der Energiescheune, mit "preußischer Kappendecke", sowie Kellergewölbe im Umfeld.

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