Niederwerrn

Neue Wege durchs Oberwerrner "Nadelöhr" geplant

Durch diese enge Gasse muss es kommen, das Feuerwehrauto: Die Neue Straße in Oberwerrn soll nach der Kanalsanierung mit markierten Parkflächen neu gestaltet werden.
Durch diese enge Gasse muss es kommen, das Feuerwehrauto: Die Neue Straße in Oberwerrn soll nach der Kanalsanierung mit markierten Parkflächen neu gestaltet werden. Foto: Uwe Eichler

Die Ratssitzung begann mit Blitzlichtgewitter: Für die Gemeindebroschüre wurden die aktuellen Mitglieder des Kommunalparlaments porträtiert, im "Fotostudio" vor dem Sitzungssaal (dem Gemeindezentrum). Drinnen stand die Neue Straße im Fokus, als Seitenstraße der Bergstraße in Oberwerrn, was für reges Publikumsinteresse sorgte.

Seit 2017 befasst sich das Gremium mit der "Problemstraße". Nach einer Kanalbefahrung hat der Abwasserzweckverband festgestellt, dass die Kanäle sanierungsbedürftig sind, die Rhön-Maintal-Gruppe (RMG) sieht Erneuerungsbedarf an ihren Frischwasserleitungen. Die Gemeinde ließ durch das Büro IWM Gochsheim mehrere Varianten prüfen, um bei dieser Gelegenheit die enge Straße, mit Gehweg auf der einen und parkenden Autos auf der anderen Seite, umzubauen. Ein Grund war auch das neue Feuerwehrauto, das Probleme mit dem "Nadelöhr" hat.

Ohne Gehweg

Eine Erkenntnis von Ingenieur Müller: Bei optimaler Fahrbahnbreite, genügend Platz für Parker und Befestigung des Gehwegs bliebe ein 94 Zentimeter breiter Streifen für Fußgänger, Kinderwägen und Rollatoren übrig – für Müller die schlechteste Lösung. Die Gemeinde favorisiert nun 16 versetzte Parkflächen, in verkehrsberuhigter Zone, ohne Gehweg. In einer Bürgerversammlung nach den Ferien sollen die Details geklärt werden.

Der  Umbauplan stößt auf Widerspruch bei vielen Anliegern, die sich 2018 mehrheitlich für den Erhalt des Ist-Zustands ausgesprochen haben. Damals gab es noch die Sorge, durch Straßenausbaubeiträge zur Kasse gebeten zu werden – die Satzung wurde mittlerweile gekippt. Jetzt hat der Abwasserzweckverband (AZV) Gelder in den Haushalt eingestellt und wartet auf das weitere Vorgehen Niederwerrns.

Der Planer stellte noch einmal alle Varianten vor. Es soll eine Entwässerungsmulde geben, die mittig oder auf einer Seite verlaufen könnte, was entweder zu Problemen beim Schneeräumen oder zu einseitiger Belastung bei Starkregen führen würde. Denkbar wären auch 18 Parkplätze (mit Gehweg), gar keine oder Grünflächen. Sicher ist, dass die Kosten zuletzt gestiegen sind. Sie betragen nun je nach Ausführung zwischen 292 000 und 325 000 Euro. Der marode Untergrund muss ebenfalls stabilisiert werden.

Spielende Kinder gefährdet

Gabriele Reuß (CWVO) sprach von "trügerischer Sicherheit" eines Ausbaus. Bei parkenden Autos ohne Gehweg seien spielende Kindern gefährdet. Die CWVO hätte gerne eine Komplettlösung, wolle die Bürger mitnehmen – und dafür zwei Varianten, über die diese am Ende entschieden könnten.  Es brauche am besten Schrittgeschwindigkeit, meinte Müller auf Nachfrage von Thomas Wohlfahrt (SPD). Vorbild sind vorhandene Spielstraßen in Niederwerrn.

Eine Spielstraße sei damals durch die Anwohner abgelehnt worden, stellte Roland Fick (FW) fest, mit dem Bürgerzitat: "Wir wollen keinen Schnickschnack." Aus seiner Sicht könne man die 300 000 Euro sparen. Dafür gab es angedeuteten Publikums-Applaus. Er gehe davon aus, dass sich der Bürgerwille geändert habe, meinte Martin Pensel (CSU), mit Blick auf die weggefallenen Ausbaubeiträge.

Bürgermeisterin Bettina Bärmann plädierte für den Ausbau. Wenn AZV und RMG neue Leitungen verlegen würden ,"dann bleibt ohnehin nicht mehr viel von der Straße übrig." Der Erhalt des Ist-Zustands wurde abgelehnt (bei zwei Gegenstimmen),  mit 14 zu fünf Stimmen sprach sich das Gremium für eine verkehrsberuhigte Zone und 16 Parkplätze aus. Die Abflussrinne soll in der Mitte verlaufen.

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