Oberschwarzach

Neuer Glanz für die Sebastiani-Reliquie

Sie freuen sich über das restaurierte Reliquiar: Bürgerhauptmann Georg Wagner (links) und Pfarrvikar Kai Söder.
Foto: Gudrun Theuerer | Sie freuen sich über das restaurierte Reliquiar: Bürgerhauptmann Georg Wagner (links) und Pfarrvikar Kai Söder.

Nicht nur das ehrwürdige Julius-Echter Schloss von Oberschwarzach befand sich für viele Jahre in einem Dornröschenschlaf, auch ein 150 Jahre altes Reliquiar der Kirchengemeinde führte rund 50 Jahren lang ein eher verborgenes Dasein - bis vor einiger Zeit der Pfarrvikar Kai Söder eher durch Zufall von dem monstranzförmigen Reliquiar erfuhr, das vom damaligen Ortsgeistlichen im Jahr 1870 speziell für die traditionelle Sebastiani-Feier in Auftrag gegeben worden war. Das Reliquiar befand sich in einer Vitrine im Schloss und war, genauso wie sein Aufbewahrungsort, in einem denkbar schlechten Zustand.

Trotzdem entschloss man sich, das Kleinod im Januar diesen Jahres, als die Sebastiani-Tradition der Oberschwarzacher zum ersten Mal als Immaterielles Kulturerbe begangen werden konnte, beim Festgottesdienst mit einzubeziehen. Während der Feier stand es am Seitenaltar unter dem Bild des Hl. Sebastian und wurde am Ende von Zelebrant Kai Söder für den allgemeinen Schlusssegen in den Altarraum geholt. Ursprünglich wurden solche Reliquien-Monstranzen eher für den Einzelsegen genutzt, bei dem der Priester sie zum Kuss an die Gläubigen reichte.

Was das Reliquiar, in dem sich ein Knochenpartikel des hl. Sebastian befindet, vom Oberschwarzacher Schloss dann aber doch unterscheidet, ist, dass seine Restaurierung nicht nur schneller, sondern auch kostengünstiger vonstatten ging. Aber die Reinigung, das Lackieren und Polieren des silbernen Kunstwerkes bei einem Silberschmiedemeister in Bamberg war natürlich nicht umsonst. Deshalb hatten sowohl Kai Söder, als auch Bürgerhauptmann Georg Wagner beim Festgottesdienst dieses Jahr schon einmal mögliche Finanzierungsmodelle vorgestellt. Statt von jedem Mitglied der Bürgerwehr zehn Euro einzusammeln, wie Söder schmunzelnd vorgeschlagen hatte, hatte Wagner die Idee, zum 410. Sebastianifest im Jahr 2021 wieder ein Bürgerfest wie zum 400. Jubiläum zu veranstalten und dort die Spendentrommel zu rühren.

Daraus wird aber leider aufgrund der Corona-Pandemie nichts werden. Und so freuten sich Bürgerhauptmann und Pfarrvikar umso mehr, dass mit der VR-Bank Gerolzhofen eine langjährige Unterstützerin auch hier wieder als Sponsor bereitstand und die Kosten der Restaurierung übernahm. Jetzt kann das Kleinod beim 410. Sebastianifest 2021 in neuem Glanz erstrahlen.

Auch wenn das Fest im kommenden Jahr wahrscheinlich nicht wie gewohnt und nur im kleinen Kreise stattfinden kann, ist es dem Bürgerhauptmann ein großes Anliegen, dann trotzdem dem Heiligen Sebastian die Ehre zu erweisen und für den Schutz der vergangenen 409 Jahre zu danken.

Pfarrer Kai Söder wird leider nicht dabei sein können. Zum 1. Oktober wurde er zum Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft "Schweinfurter Rhön, Hesselbach" ernannt. Sein letzter Einsatz bei den Oberschwarzachern wird die Erstkommunionfeier am Sonntag sein. Bei seiner Verabschiedung werden sich die Oberschwarzacher dann nicht nur für seinen Einsatz um die Reliquienmonstranz bedanken, sondern auch für gute und harmonische Zusammenarbeit in den vergangenen fünf Jahren, ist sich Bürgerhauptmann Wagner sicher.

Im Januar wurde das Reliquiar zum 1. Mal nach rund 50 Jahren wieder beim Sebastianigottesdienst eingesetzt. Damals noch nicht restauriert.
Foto: Gudrun Theuerer | Im Januar wurde das Reliquiar zum 1. Mal nach rund 50 Jahren wieder beim Sebastianigottesdienst eingesetzt. Damals noch nicht restauriert.
Inmitten der Rosette befindet sich ein Knochepartikel des hl. Sebastian
Foto: Gudrun Theuerer | Inmitten der Rosette befindet sich ein Knochepartikel des hl. Sebastian
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