Gerolzhofen

Neues Projekt:"Manchmal brauchst du einen Engel"

Das Projekt im Steigerwalddom will  keinen esoterischen Engelskult schüren, sondern über die Funktion und Bedeutung der biblischen Engelsfiguren aufklären.
Pastoralassistent Florian Oberle (links) und Pastoralreferent Josef Pohli sind für die Adventsprojekte in der katholischen Pfarrei Gerolzhofen zuständig. In der Mitte steht die moderne Skulptur 'Blue Angel' aus der Kunstsammlung der Diözese.
Foto: Klaus Vogt | Pastoralassistent Florian Oberle (links) und Pastoralreferent Josef Pohli sind für die Adventsprojekte in der katholischen Pfarrei Gerolzhofen zuständig.

An diesem Wochenende startete in der katholischen Pfarrei Gerolzhofen ein neues Kirchenprojekt, das unter dem Titel steht "Manchmal brauchst du einen Engel". 

Gerade in schwierigen, dunklen Zeiten tue es gut, sich geborgen und beschützt fühlen zu können. Auch himmlischer Beistand sei dann sehr willkommen, erklärt Pastoralreferent Josef Pohli, der zusammen mit einem Team des Pfarrgemeinderats die Ideen entwickelt hat.  Man versucht den unterschiedlichen Vorstellungen und Funktionen von Engeln, den Boten Gottes, nachzugehen. Es geht dabei um Fragen wie "Glaube ich an Engel – und wie stelle ich sie mir eigentlich vor?", "Gibt es Momente in meinem Leben, in denen ich den Schutz eines Engels spüren konnte?" oder "Wann bin ich ein Engel für andere?"

Vier Wochen lang

Die vier Adventswochen beschäftigen sich thematisch mit dem Engel der Wegweisung, dem Engel der Ermutigung, dem Gute-Nachricht-Engel und dem Engel der Zuwendung. Dazu gibt es jede Woche auf dem rechten Seitenaltar die passenden Impulsen für eine kleine Auszeit, einen "Engelsmoment für dich". Die schriftlichen Anregungen liegen in Kuverts auf und können jederzeit kostenlos abgeholt und mitgenommen werden.

Mit 'Engelsmoment für dich' sind die schriftlichen Anregungen überschrieben, die an einem der Seitenaltäre in Kuverts zum Mitnehmen bereitliegen.
Foto: Klaus Vogt | Mit "Engelsmoment für dich" sind die schriftlichen Anregungen überschrieben, die an einem der Seitenaltäre in Kuverts zum Mitnehmen bereitliegen.

Engel an der Himmelsleiter

Eine „Himmelsleiter“ an der Brüstung der Empore lädt über die gesamten vier Wochen ein, selbst gebastelte Engel zwischen Himmel und Erde schweben zu lassen. Besucher des Steigerwalddoms können ihre mitgebrachten Engelsfiguren einfach selbst an der Leiter befestigen. Unter dem Titel „Sei ein Engel!“ kann man sich außerdem an einer Wand mit Engelsflügeln fotografieren lassen. Außerdem sind Jung und Alt eingeladen, eigene Engelsbilder zu malen oder Engelsgeschichten aufzuschreiben, die dann in der Kirche präsentiert werden sollen.

Engels-Bilder mit der Drohne

An den beiden Samstagen des 2. und des 4. Advent (5. und 19. Dezember) gibt es jeweils als Abschluss des Vorabendgottesdienstes einen etwa 20-minütigen „Rundflug zu den Engeln des Steigerwalddoms“. Dahinter verbirgt sich eine Meditation von Pfarrer Stefan Mai mit musikalischer Umrahmung, bei der Fotos und kleine Videos von verschiedenen Engel-Darstellungen im Steigerwalddom gezeigt werden. Die Aufnahmen entstanden unter Einsatz einer Drohne. 

Im Steigerwalddom gibt es an den Altären zahlreiche Engel-Darstellungen. Diese werden in zwei Vorabend-Gottesdiensten im Drohnen-Film vorgestellt.
Foto: Klaus Vogt | Im Steigerwalddom gibt es an den Altären zahlreiche Engel-Darstellungen. Diese werden in zwei Vorabend-Gottesdiensten im Drohnen-Film vorgestellt.

Besonders auffällig ist die moderne Skulptur "Blue Angel", die als Leihgabe der Kunstsammlungen der Diözese Würzburg jetzt im Advent im Chorraum des Steigerwalddoms steht. Die Gestalt hat sowohl Füße nach unten als auch nach oben und verdeutlicht somit die Funktion eines Engels als Bote Gottes, der mit beiden Beinen sowohl auf Erden als auch im Himmel steht.

Das Kirchenprojekt „Manchmal brauchst du einen Engel“ startete an diesem Wochenende mit Familiengottesdiensten, die musikalisch mit modernen Liedern besonders gestaltet wurden. Dafür zuständig war das "Engel-Quartett" mit Maja, Elias und David Oppermann und Katharina Müller.

Pfarrer Stefan Mai betonte im Gottesdienst, das Projekt wolle natürlich keinen esoterischen Engelskult schüren, sondern uns über die Funktion der biblischen Engelsfiguren zum Nachdenken bringen - eine Funktion, die weit entfernt ist von aller Engels-Esoterik und Engels-Kitsch an Weihnachten oder auf vielen Gräbern in den Friedhöfen.

"Angelus enim officii nomen est, non naturae - Engel ist die Bezeichnung für eine Dienstfunktion, nicht für ein Wesen", so predigte Augustinus schon um 400 nach Christus über die Engel. In der Bibel sind Engel Boten, die meist ohne Flügel in Menschengestalt Botschaften von Gott ausrichten. Sie überbringen Botschaften, die Angst nehmen. Aber auch Worte, die aufrütteln. "Engel sind Ausdruck von Gottes Nähe und Zuwendung - Chiffren dafür, dass Gott sich trotz Unbegreiflichkeit Menschen mit Wort, Stimme oder Berührung Menschen zuwendet und durch Menschen, Träume und Ereignissen des Lebens erfahren werden kann", sagte Pfarrer Mai.

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