Schweinfurt

Noch im Grundschulalter soll jedes Kind schwimmen können

Wie der Landkreis das Zusammenleben von Eltern und Kinder fördern, Eltern mit Eltern ins Gespräch und Bildung in die Familien bringen will. Aus dem Jugendhilfeausschuss.
Von den Fördermaßnahmen beim Erlernen des Schwimmens verspricht sich der Landkreis auch langfristig eine erhöhte Nutzung der Schwimmbäder der Gemeinden.
Foto: Marion Gerber | Von den Fördermaßnahmen beim Erlernen des Schwimmens verspricht sich der Landkreis auch langfristig eine erhöhte Nutzung der Schwimmbäder der Gemeinden.

Unter dem Titel "Familienbildung" ordnen das Landratsamt und der Kreistag eigene Angebote und deren Vernetzung mit den Strukturen anderer Träger für das Zusammenleben von Kindern und Eltern ein. Informationen zum aktuellen Stand der Maßnahmen zur Familienbildung gab die Verwaltung in der Sitzung des Jugendhilfeausschuses.

Um die Kinder, die Jugendlichen und die Eltern aller Kulturen vor Ort zu erreichen, setzt der Kreis bei seinen Angeboten auf die Zusammenarbeit mit Kindertagesstätten, Büchereien oder etwa mit den Schulen. Im Fokus steht dabei stets die Förderung der Lebenskompetenz, also die Entwicklung zu einem Erwachsenen, der sich selbst kennt und mag, der empathisch ist, kritisch und kreativ denkt, kommuniziert und Beziehungen hat, Entscheidungen durchdacht trifft, Probleme löst und Gefühle sowie Stress bewältigen kann.  

Eltern unterstützen Eltern

Zu dem Maßnahmenkatalog zählen ein Online-Wegweiser (zu Angeboten, Terminen und Beratungsstellen unter www.familie-sw.de), der Elternbrief zur Entwicklung des Nachwuchses für Familien mit Kindern bis drei Jahren, die Vermittlung von Referenten an Gruppen, die Veranstaltungsreihe "Brunch und Tratsch" (Informationen bei einem Essen), sonstige Veranstaltungen, der Elterntalk, die Fortbildung, die Begleitung zugewanderter Eltern und die Bildungslotsen (ebenfalls für Bürger mit Migrationshintergrund). 

Mit dem Projekt "Elterntalk" des Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration wollen das Landratsamt und die Diakonie Schweinfurt Eltern von Kindern bis 14 Jahre ins Gespräch bringen. Mütter und Väter laden als "Experten in eigener Sache" andere Eltern ein. Die Treffen sollen einen Austausch von Wissen und Erfahrungen vor allem zu den Themen Medien (Internet, TV, Spiele), zum Konsum (Taschengeld, Markenkleidung, Verschuldung), zur Suchtvorbeugung und zur Erziehung in einem überschaubaren Kreis (bis zu acht Eltern) ermöglichen. Zu dem Projekt gehört die Ausbildung zum ehrenamtlichen Moderator.

Im Jahr 2018 nahmen an 75 Terminen in Landkreis 337 Gäste teil – zu 96 Prozent Frauen. Einen weiteren Elterntalk wollen über 97 Prozent der Teilnehmer besuchen. 93 Prozent stuften die Veranstaltungsform als empfehlenswert ein.  

Mehr Bildung für die Kinder

Auf einhellige Zustimmung traf im Jugendhilfeausschuss die Bezuschussung des Angebots "Elternbegleitung" der Diakonie Schweinfurt, die der Landkreis in den kommenden zwei Jahren mit jeweils 40 000 Euro fördern will. Fachkräfte begleiten im Rahmen der Maßnahme Familien mit einem hohen Bedarf an praktischer Hilfe und Unterstützung im Hinblick auf die Bildung ihrer Kinder. Die Inanspruchnahme ist freiwillig, niedrigschwellig und es bedarf keines Antrags. 2019 notierte die Diakonie Schweinfurt im Bereich der Elternbegleitung 5000 Kontakte.

Auf Antrag von Bündnis90/Die Grünen wird der Landkreis das Erlernen des Schwimmens fördern, "denn jedes Kind sollte spätestens mit Ende der Grundschulzeit schwimmfähig sein", so das Amt für Jugend und Familie. Gedacht ist an eine Förderung der Gemeinden als Träger von Frei- und Hallenbädern, an die Unterstützung des Schwimmunterrichts in den Grundschulen durch Vereine und Verbände, an eine Schwimmwoche sowie an eine Bezuschussung bei den Gebühren für Schwimmkurse. Aufgabe der Verwaltung ist es jetzt, die Förderrichtlinien zu entwickeln. Die jährlichen Ausgaben sind auf über 100 000 Euro geschätzt.

Im Namen der Ehre

Obwohl die Schulen im Landkreis kaum Interesse an dem Projekt "Heroes" der Gesellschaft zur Förderung beruflicher und sozialer Integration (gfi) zeigen, werden dafür 1000 Euro (bei beantragten 10 000 Euro) für den Haushalt 2021 vorgemerkt. Mit Hereos soll die Unterdrückung im Namen der Ehre (Zwangsehen, Ehrenmorde, patriarchalische Weltbilder) insbesondere unter männlichen Jugendlichen mit einem Migrationshintergrund hinterfragt werden.   

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