Oberschwarzach

Oberschwarzacher Gemeindewald wird zertifiziert

Schon jetzt wird im Oberschwarzacher Gemeindewald auf Kahlschläge verzichtet und ein angemessener Totholzvorrat erhalten.
Foto: Gudrun Theuerer | Schon jetzt wird im Oberschwarzacher Gemeindewald auf Kahlschläge verzichtet und ein angemessener Totholzvorrat erhalten.

Mit dem Gütesiegel "PEFC" für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung will die Marktgemeinde Oberschwarzach das Holz aus ihrem Gemeindewald wettbewerbsfähig machen. Deshalb stimmte der Marktgemeinderat in seiner jüngsten Sitzung  einstimmig einer  Zertifizierung zu. Zuvor hatte Forstobersinspektor Tobias Hahner über die verschiedenen Gütesiegel informiert. PEFC weist mit 66,6 Prozent zertifizierter Waldfläche den derzeit größten zertifizierten Flächenanteil in Deutschland auf. Weltweit werden knapp 230 Millionen Hektar nach PEFC-Standards bewirtschaftet. Vier Prozent der Waldfläche in Deutschland werden nach dem Standard FSC bewirtschaftet. Das Naturland-Zertifikat nimmt mit 0,5 Prozent aktuell den kleinsten Anteil ein.

Es mache auf jeden Fall Sinn, sich zertifizieren zu lassen, so Hahner, denn die Verbraucher legen immer mehr Wert auf eine "grüne" Beschaffung. Und durch ein Zertifikat werde ein verantwortungsvolles Handeln belegt, auch im Bezug Ökologie und soziale Gesichtspunkte. Kriterien sind unter anderem die Erhaltung beziehungsweise der Aufbau von Mischbeständen aus standortgerechten Baumarten. Kahlschläge sind grundsätzlich zu unterlassen, und ein angemessener Totholzvorrat ist zu erhalten. Der Einsatz von Pestiziden soll vermieden werden, und auf geschützte Biotope sowie auf gefährdete Tier- und Pflanzenarten ist besondere Rücksicht zu nehmen. Beim Einsatz von Maschinen ist der Boden besonders zu schonen. Alles Punkte, auf die bereits jetzt schon geachtet werde, so Hahner.

Für die Zertifizierung muss die Markgemeinde nun eine freiwillige Selbstverpflichtungserklärung erstellen, mit der sie sich zur Einhaltung des PEFC-Standards verpflichtet. Für das Zertifikat fällt eine jährliche Gebühr in Höhe von 0,18 Euro pro Hektar an. Die Einhaltung der Standards wird dann durch jährliche Audits überprüft. Mit der Waldzertifizierung kann die Markgemeinde auch einen Antrag auf die Bundeswaldprämie stellen, die die Bundesregierung im Rahmen des Konjunkurpaktes für den Erhalt und die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder zur Verfügung stellt. Darin sind 100 Euro pro Hektar für PEFC zertifizierte private und kommunale Waldbesitzer vorgesehen.

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