Schweinfurt

Partei will „Ungleichbehandlung Frankens“ beseitigen

Detlev Tartsch kandidiert für die Frankenpartei im Stimmkreis Schweinfurt für den Landtag und Bezirkstag.
Foto: Frankenpartei | Detlev Tartsch kandidiert für die Frankenpartei im Stimmkreis Schweinfurt für den Landtag und Bezirkstag.

Kaum einem Politiker sieht man die Parteizugehörigkeit so leicht an wie Detlev Tartsch. Der Nürnberger mit Schweinfurter Wurzeln trägt eine auffällig rote Basecap mit dem Franken-Rechen. Er zieht für die Partei „Die Franken“ in den Landtags- und Bezirkstagswahlkampf, jeweils als Direktkandidat im Stimmkreis Schweinfurt. Seine These ist einfach erklärt. Zwischen Franken und Bayerns Süden gebe es eine große Verteilungsungerechtigkeit, die beseitigt werden müsse. Franken solle gemessen an seinem Anteil innerhalb des Freistaats bedacht werden.

Um dies zu belegen präsentiert sich Tartsch als ein Füllhorn an statistischen Angaben. Franken mache ein Drittel des Freistaats aus und ist so groß wie Belgien, sagt er. Ein Drittel der Wirtschaftsproduktivität sei dort angesiedelt. „Da fängt das Problem an“, sagt er 73-Jährige. Denn die „Fleischtöpfe“ seien ungleichmäßig verteilt. Beispiel Universitäten: Die beiden Münchner Hochschulen würden mit 486 Millionen Euro Unterstützung bedacht, die fränkischen nur mit 200 Millionen Euro. Und zu Elite-Unis wolle man die Standorte Würzburg und Nürnberg-Erlangen auch nicht machen.

Größte wirtschaftliche Unterschiede

Weiteres Beispiel: Während in München mit der Erweiterung der zweiten S-Bahn-Stammstrecke geklotzt werde, seien im fränkischen Land viele Bahnlinien nicht einmal elektrifiziert. Zu einem Kronzeugen für seine Ansichten macht Tartsch den diesjährigen Bericht einer Enquete-Kommission des Landtags, die die gleichwertigen Verhältnisse in Bayern untersucht hat. „Jeder politisch Interessierte sollte ihn lesen“, empfiehlt Tartsch. „Bayern ist das Bundesland mit den größten wirtschaftlichen Unterschieden“ im Innern, sagt er.

Was ist mit den vollzogenen Verlagerungen von Behörden und auch Teilen des Heimatministeriums in den Norden? „Peanuts“, findet Tartsch, die die Ungleichheit nicht beseitigen könnten. Das sei aber wichtig, um das Abwandern von jungen Menschen etwa in den Odenwald oder die Metropolregion München zu verhindern.

Eigenes Bundesland? Zu früh

Im Gespräch mit Detlev Tartsch kommt man irgendwann auch zur Frage nach einem eigenständigen Bundesland Franken. Aus Bayern auszusteigen, kann sich Tartsch vorstellen, allerdings sieht er dazu die Zeit noch nicht reif. Da müssten sich die Franken erst selbst ihrer Stellung bewusst werden. Deswegen auch Tartschs Feuerwerk an statistischen Belegen. Es würde schon weiterhelfen, wenn das Land Bayern-Franken hieße.

Tartsch sagt, er wisse, dass die Frankenpartei nicht den politischen Umschwung einleiten könnte: „Aber wir können Nadelstiche setzen.“ Und sie ist pragmatisch. Um an die nötigen Mittel zu kommen, strebt sie 1,25 Prozent der Stimmen an. Dann gibt es Wahlkampfkostenerstattung.

Steckbrief

Detlev Tartsch wohnt in Nürnberg und ist stellvertretender Kreisvorsitzender der Franken-Partei für Nürnberg-Fürth. Der gebürtige Schweinfurter hat nach eigenen Angaben weiterhin einen engen Bezug zur Stadt, nachdem er sich dort öfters beruflich aufhält. Der 73-Jährige ist Rentner und leitet ehrenamtlich als Geschäftsführer einen Versandhandel für Franken-Utensilien.

Für Gleichheit der Franken mit den Altbaiern plädiert Detlev Tartsch, der Landtags- und Bezirkstagskandidat der Franken-Partei, in der Kurzform seiner Forderungen auf dem Bierdeckel.
Foto: Josef Schäfer | Für Gleichheit der Franken mit den Altbaiern plädiert Detlev Tartsch, der Landtags- und Bezirkstagskandidat der Franken-Partei, in der Kurzform seiner Forderungen auf dem Bierdeckel.
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