THEATER/KULTURFORUM

Planungen laufen trotz Corona weiter

Die Planungen für die Sanierung der Bühnen- und Haustechnik sowie des Daches des Schweinfurter Theaters laufen trotz der Corona-Krise weiter.
Die Planungen für die Sanierung der Bühnen- und Haustechnik sowie des Daches des Schweinfurter Theaters laufen trotz der Corona-Krise weiter. Foto: Lamber

Die Sorge um das Theater und den Fortbestand der Kultur in Schweinfurt und Deutschland wegen der Auswirkungen der Corona-Krise auf das gesellschaftliche Leben treiben Theaterchef Christian Federolf-Kreppel um. Wann sein Haus wieder öffnet und inwiefern der neue Spielplan für die Saison 2020/21 ab September umgesetzt wird, sind Unwägbarkeiten seiner Arbeit im Moment.

Seit 14. März ist das Theater wie alle anderen Kultureinrichtungen in der Stadt wegen der Ausgangsbeschränkungen geschlossen. Die Mitarbeiter im Theater sind trotz Schließung gut beschäftigt. Kasse und Verwaltung sind ebenso besetzt wie die Technik. Wartungsarbeiten und Reparaturen werden laut Federolf-Kreppel vorgezogen, auch die Planung der Sanierung läuft im Hintergrund weiter. Die Jour-Fix-Termine mit dem Planungsbüro, das die mit über 30 Millionen Euro geschätzte Sanierung der Bühnen- und Haustechnik des Mitte der 1960er Jahre gebauten Hauses plant, finden weiter statt. Wann genau die Sanierung beginnt, ist im Moment noch offen, sicher ist, dass das Theater auch während der Sanierung weiter geöffnet bleibt und es verkürzte Spielzeiten gibt.

Gut ein Dutzend der Theater-Mitarbeiter hilft in anderen städtischen Abteilungen aus oder beim Gesundheitsamt. Einige sind zum Beispiel als Helfer bei der Teststrecke des Gesundheitsamtes in der Ledward-Kaserne, wo Patienten mit Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus getestet werden.

Das Publikum, so der Theaterchef, halte weiter die Treue und sei verständnisvoll, was ihn sehr freue. „Die Kultur ist Mitte März in voller Fahrt zum Stillstand gebracht worden“, so der Theaterleiter. Man sehne sich danach, „dass unser stilles Haus wieder atmen und leben kann“.

Eines der wichtigsten Projekte für die nachhaltige Entwicklung der Innenstadt ist der Neubau des Kulturforums am Martin-Luther-Platz. Im Sommer vor vier Jahren hatte Oberbürgermeister Sebastian Remelé (CSU) seine erste Idee dazu präsentiert, mittlerweile ist das Projekt weit fortgeschritten. Im Hintergrund wird weiter daran gearbeitet, auf mehreren Ebenen. Die Bauverwaltung stimmt sich mit dem Architekturbüro ab, das die im Dezember vergangenen Jahres vom Stadtrat genehmigten neuen Pläne für die Weiterentwicklung des Kulturforums bearbeitet, in denen nun ein ebenerdiger Saal mit Platz für bis zu 130 Personen vorgesehen ist. Der Auftrag für die Gestaltung des Stadtmuseums ist vergeben. Das Museum neu aufbauen wird die vor acht Jahren gegründete Firma BOK und Gärtner, eine Agentur für Kommunikationsdesign und Szenografie aus Münster, die Erfahrung in der Gestaltung neuer Museen hat und hauptsächlich für öffentliche Auftraggeber arbeitet.

Die Firma hatte sich im Wettbewerb mit zwölf Firmen als die aus Sicht der Jury geeignetste herauskristallisiert. Laut der städtischen Pressesprecherin Anna Barbara Keck wird in den nächsten Monaten gemeinsam mit dem Team von Kulturforum-Leiterin Katharina Christ, der Bauverwaltung und dem Architekten ein Konzept für die Gestaltung des neuen Museums, das in die Alte Reichsvogtei integriert wird, erarbeitet.

Die Herausforderung ist zum einen die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes, zum anderen in die teils recht kleinen Räume eine moderne, innovativ gestaltete Ausstellung über die Geschichte Schweinfurts zu integrieren, die darüber hinaus auch die bisher fehlenden 100 Jahre Stadtgeschichte seit 1920 integriert. Seit Monaten schon gibt es vom Kulturforum-Team einen Sammlungsaufruf an die Bürger, Erinnerungsstücke aus den vergangenen Jahrzehnten dem Museum zur Verfügung zu stellen.

Der Auftrag für ein Konzept, wie das neue Stadtmuseum aussehen soll, wurde kürzlich vergeben. Es kommt in die dann sanierte Alte Reichsvogtei (rechts) am Martin-Luther-Platz.
Der Auftrag für ein Konzept, wie das neue Stadtmuseum aussehen soll, wurde kürzlich vergeben. Es kommt in die dann sanierte Alte Reichsvogtei (rechts) am Martin-Luther-Platz. Foto: Oliver Schikora

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