Gerolzhofen

Preis für die Flüchtlingshelfer

Die diesjährigen Preisträger von „Geo innovare“ mit Geo-net-Vertretern (von links): Monika Hofmann (Diakonie Schweinfurt), Herbert Heger (Fahrradwerkstatt), die Landtagsabgeordnete Claudia Stamm, Silvia Kreis-Amarantidis (Allerweltstreff), Stadtrat Thomas Vizl, Hans-Josef Fell (Vorjahres-Preisträger und Laudator), Anne Bauerfeld (Asylcafé), Matthias Seng (Geo-net), Kerstin Krammer-Kneissl (Deutschkurse), Stadtrat Toni Niedermeier, Oswald Kubin (Kleiderkammer/Möbellager, Rotarier) und Stadträtin Birgid Röder. Auf dem Foto fehlt Susanne Seinstra aus dem Helferkreis.
Foto: Guido Chuleck | Die diesjährigen Preisträger von „Geo innovare“ mit Geo-net-Vertretern (von links): Monika Hofmann (Diakonie Schweinfurt), Herbert Heger (Fahrradwerkstatt), die Landtagsabgeordnete Claudia Stamm, Silvia ...
Hans-JosefFell
| Hans-JosefFell

Es waren insgesamt 462 Flüchtlinge, die ab August 2015 nach Gerolzhofen kamen. Sofort hatten sich Menschen in Gerolzhofen bereit erklärt, sich um sie zu kümmern. Stellvertretend für den gut 100 Personen starken Helferkreis in Gerolzhofen zeichnete die politische Gruppierung Geo-Net bei ihrem Neujahrsempfang sieben von ihnen mit dem Preis „Geo innovare“ aus.

Laudator war der Vorjahrespreisträger, der ehemalige Bundestagsabgeordnete Hans-Josef Fell aus Hammelburg. In ihrer Festrede stellte die Landtagsabgeordnete Claudia Stamm (Bündnis 90/Die Grünen) ebenfalls das Thema Flucht und Asyl in den Mittelpunkt (siehe Bericht unten).

„Wir Kommunalpolitiker dürfen nicht nur in geschlossenen Zirkeln diskutieren, sondern müssen mit der Bevölkerung im Dialog stehen.“ Mit diesen Worten eröffnete Thomas Vizl, Geo-net-Stadt- und -Kreisrat, den Empfang im Vereinsheim des FC Gerolzhofen, zu dem auch CSU-Kreisräte wie Michael Geck (ehemaliger Bürgermeister von Sulzheim) gekommen waren.

Musikalisch sorgte der Musiker Horst Brand für den passenden Rahmen, denn er holte Asylbewerber als Musiker an seine Seite, die musikalische Vielfalt in den Empfang brachten.

Auf langatmige Rück- und Ausblicke verzichtete Toni Niedermeier, Sprecher von Geo-Net. „Das würde nur den Abend aufblähen“, sagte er in seiner Begrüßung und beließ es bei der Auflistung einiger Aktionen der Gruppierung.

Die Frage der Flüchtlinge und Ausländer sei keine Überforderung, eröffnete Hans-Josef Fell seine Laudatio. Deutschland könnte viel mehr als eine Million Flüchtlinge schultern, was von Parteien wie der AfD, die seiner Ansicht nach nur Ausgrenzung und keine Lösung kennen, anders gesehen würde.

Der nach Ansicht von Fell zu Unrecht kritisierte Satz „Wir schaffen das“ von Bundeskanzlerin Angela Merkel werde dank einer „starken und engagierten Bürgerschaft“ auch in Gerolzhofen gelebt. Ab August 2015 fanden die ersten von 462 Flüchtlingen in der Dreifachturnhalle in Gerolzhofen eine vorübergehende Heimstätte und erlebten die Betreuung durch Ehrenamtliche. Mit der Zeit wuchs der Helferkreis und erweiterte seine Aufgaben: Begrüßungsteam, Deutschunterricht, Kleiderkammer/Möbellager, Fahrrad-Werkstatt und Allerweltstreff entstanden.

Koordination und Unterstützung kam von der Diakonie Schweinfurt. Die Erfolge: Fast alle Syrer besuchten Integrationskurse oder Schulen, einige gar die FOS in Schweinfurt mit Ziel Fachabitur. Erste Jobs sind vermittelt. Die Kinder gehen in den Kindergarten und in die Schule und, wie einige Erwachsene auch, zu Fußballvereinen. Es sei aber noch viel zu tun, so Fell, etwa beim Wohnraum - nicht nur für Flüchtlinge, und bei noch mehr Einbindung in Vereine.

Weltweit gebe es über 35 Millionen Klimaflüchtlinge wegen der Vernichtung von Lebensräumen, insbesondere wegen der Erderwärmung als Folge „unseres Konsums fossiler Rohstoffe fürs Autofahren, Heizen und die Beleuchtung“.

Fell forderte dazu auf, „unsere Lebensweise und unsere Wirtschaftsart weg von klimazerstörendender und Ölkriege befeuernder Energienutzung hin zu erneuerbaren Energien zu bewegen. Das sei genauso wichtig wie die Förderung fairen Handels, anstatt „mit Exportsubventionen die Lebensmittelmärkte in Afrika zu zerstören“. Foto: Guido Chulek

Die diesjährigen Preisträger von „Geo innovare“ mit Geo-net-Vertretern (von links): Monika Hofmann (Diakonie Schweinfurt), Herbert Heger (Fahrradwerkstatt), die Landtagsabgeordnete Claudia Stamm, Silvia Kreis-Amarantidis (Allerweltstreff), Stadtrat Thomas Vizl, Hans-Josef Fell (Vorjahres-Preisträger und Laudator), Anne Bauerfeld (Asylcafé), Matthias Seng (Geo-net), Kerstin Krammer-Kneissl (Deutschkurse), Stadtrat Toni Niedermeier, Oswald Kubin (Kleiderkammer/Möbellager, Rotarier) und Stadträtin Birgid Röder. Auf dem Foto fehlt Susanne Seinstra aus dem Helferkreis.
Foto: Guido Chuleck | Die diesjährigen Preisträger von „Geo innovare“ mit Geo-net-Vertretern (von links): Monika Hofmann (Diakonie Schweinfurt), Herbert Heger (Fahrradwerkstatt), die Landtagsabgeordnete Claudia Stamm, Silvia ...
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