Schweinfurt

Ramadan-Spenden als Lebensmittelpakete für Anker-Einrichtung

Die gelungene Ramadan-Aktion als Gruppenbild: (von links) Cinar Odlukaya, Bewohner Abdul, Benjamin Kraus (Leiter der Anker-Einrichtung).
Die gelungene Ramadan-Aktion als Gruppenbild: (von links) Cinar Odlukaya, Bewohner Abdul, Benjamin Kraus (Leiter der Anker-Einrichtung). Foto: Halil Cesur

Eigentlich wollte der Schweinfurter Fußballverein FV Türkgücü seinen Fußballern aus der Anker-Einrichtung ein wenig helfen, die situationsbedingt die Unterkunft nicht verlassen dürfen. Daraus wurde eine tolle Spendenaktion. So der Wortlaut einer Pressemitteilung.

Der Fastenmonat Ramadan ist für Menschen mit muslimischem Glauben der wichtigste Monat im Jahr. Es wird ein Monat lang von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf Essen und Trinken verzichtet. Doch wenn man schon den ganzen Tag nichts gegessen und getrunken hat, sollte man am Abend beim Fastenbrechen vitamin- und kalorienreich essen, damit man fit durch den Ramadan kommt.

Religiöse Verpflichtungen

Ramadan bedeutet aber nicht nur den ganzen Monat fasten, sondern er bringt auch bestimmte religiöse Verpflichtungen mit sich: zum Beispiel die Bedürftigen mit Spenden zu unterstützen. Diese Art von Spende wird im Islam als "Fitre" bezeichnet, also als eine Art von Almosen, die jeder Muslim innerhalb des Ramadan-Monats abgeben muss/sollte.

Eigentlich geben die in Deutschland lebenden Mitbürger mit türkischer Herkunft meistens ihre Ramadan-Spenden den Moscheen, oder sie schicken diese über Organisationen an Bedürftige in der Türkei. Dies ist häufig der übliche und legitime Weg.

"Wir wollten dieses Jahr an die Hilfsbedürftigen in Deutschland spenden", sagt Cinar Odlukaya, Vorsitzender des Fußballvereines FV Türkgücü in Schweinfurt. Die Idee entstand durch Flüchtlinge, welche selbst beim Türkgücü Fußball spielen und seit der Corona-Krise situationsbedingt die Unterkunft nicht verlassen dürfen.

"Von unseren Fußballern erfahren wir, dass sie in der Unterkunft gut versorgt sind", betont Tayfun Akyol, Leiter der Jugendabteilung. "Unser Gedanke bei dieser Aktion war, dass sie speziell im Ramadan etwas mehr bzw. eine größere Auswahl an Essen zur Verfügung haben, wenn sie abends um 21 Uhr das Fasten brechen oder nachts um 4 Uhr essen müssen, bevor die Sonne aufgeht."

Der Verein macht bereits seit mehreren Jahren eine gute Integrationsarbeit, indem er beispielsweise Flüchtlinge in den Verein einbindet und somit soziale Kontakte mit der Gesellschaft ermöglicht.

Unerwartet große Unterstützung

"Unsere Spendenaufruf stieß auf großes Interesse in der türkischen Community in Schweinfurt, obwohl wir die Aktion eher klein halten wollten", sagt Cinar Odlukaya. Nach einem konstruktiven Austausch mit den Verantwortlichen des Ankerzentrums einigte man sich gemeinsam über die Inhalte und die Art der Übergabe der Pakete. Auch die Unterstützung von der türkischen Bevölkerung soll beachtlich gewesen sein.

Mehr als zwei Dutzend Menschen packten mit an. Durch die gesammelten Spenden konnte der Verein eine Vielzahl an Lebensmittelpaketen für die Bewohner im Ankerzentrum bereitstellen. Die Essgewohnheiten der Bewohner indes sind unterschiedlich geprägt, daher wurde der Inhalt der einzelnen Lebensmittelpakete sorgfältig ausgewählt. Alle Pakete wurden einheitlich mit Reis, Dosenwurst, Zucker, Eier, Öl, Käse, Oliven, Dosenkonserven, Salami, Linsen, Fertigsuppen, Tomatenmark, Marmelade und einer Packung Salz verpackt.

Sichtbare Freude

Mehrere Personen stellten ihre privaten Autos für den Transport zur Verfügung. Die bereitgestellten Pakete wurden an eine Vielzahl von Bewohnern verteilt. Der Glaube stand hierbei nicht im Vordergrund. Wichtig war es, ihnen ein wenig helfen zu können. "Bei unserer Spendenaktion habe ich gemerkt, wie gut es uns hier in Deutschland geht, das war mir nicht so bewusst", so Cinar Odlukaya. Die Freude der Menschen in der Unterkunft war sichtlich erkennbar.

Der Leiter der Anker-Einrichtung, Benjamin Kraus, begrüßte die Initiative des Vereins und richtete allen an der gelungenen Ramadan-Aktion Beteiligten seinen Dank aus. Besonders in der schwierigen aktuellen Situation wisse man ehrenamtliches Engagement zum Wohle der Bewohner sehr zu schätzen. Möglichen weiteren Projekten stehe man seitens der Anker-Einrichtung aufgeschlossen gegenüber.

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