Röthlein

Röthlein: Drei Jahre Schonfrist für die Säuleneichen vor der Kirche

Die Eichen müssen nicht weichen, denn der Bauausschuss stimmte einstimmig für eine Schonfrist von drei Jahren. das Foto zeigt Bernhard Kaub (Mitte), den Initiator der Unterschriftenaktion gegen die Fällung, Bürgermeister Peter Gehring (links), Gemeinderäte und Bürger zum Ortstermin der Bauausschusssitzung.
Foto: Daniela Schneider | Die Eichen müssen nicht weichen, denn der Bauausschuss stimmte einstimmig für eine Schonfrist von drei Jahren.

Vor der Röthleiner Pfarrkirche hat sich einen große Menschenmenge versammelt, die Polizei kontrolliert das Geschehen. Normalerweise sind Außentermine des gemeindlichen Bauausschusses weniger gut besucht, doch gleich der erste Programmpunkt auf der Agenda – die beantragte Entfernung der beiden Säuleneichen vor der Pfarrkirche – polarisiert scheinbar die Bevölkerung.

Die Stimmung ist aufgeheizt, erste harschere Wortwechsel machen die Runde. Ein Plakat wirbt für den Erhalt der fast 30 Jahre alten Bäume "Wir sind gesund und wollen leben", dazu werden die Ergebnisse der Unterschriftenaktion veröffentlicht. Das Ergebnis ist eindeutig: 453 Röthleiner sprechen sich für den Erhalt der zwei Säuleneichen vor der Pfarrkirche aus, 28 enthalten sich und elf votieren für eine Fällung. Vor Beginn der Bauausschusssitzung übergibt Initiator Bernhard Kaub dann die Unterschriftenliste an Bürgermeister Peter Gehring.

Kurz zur Historie: Seit fast 30 Jahren stehen die beide Säuleneichen vor der Pfarrkirche auf gemeindlichem Grund. Optisch machen sie aktuell eine weniger gute Figur. Bei der kürzlich erfolgten Kirchenrenovierung wurden nämlich die rückwärtigen Seiten der Bäume mächtig gestutzt, um Platz für das Baugerüst zu schaffen. Die Pfarrgemeinde hatte bereits im September 2019 eine Entfernung beantragt; wohl mit der Option einer Ersatzpflanzung, bestätigen sowohl der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Georg Ziegler, wie auch Bürgermeister Gehring. Im Februar 2020 beschloss dann der vorherige Gemeinderat nach einem Besichtigungstermin, den beiden lädierten Bäumen eine Erholung zu gönnen und sie vorerst nicht zu fällen, sondern die Entscheidung um ein Jahr zu vertagen.

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Und so stand das Thema nun zum dritten Mal auf der Agenda und wurde wie üblich im Amtsboten bekannt gegeben. Das brachte dann wohl die Bürgerinitiative auf den Plan, wie  Initiator Bernhard Kaub erläuterte. Für ihn gehört das Thema nämlich eher in den Umweltausschuss, zudem, so Kaub, wurde die Bauausschusssitzung "zu kurzfristig" einberufen und zudem befürchtete die Bürgerinitiative wie berichtet das zeitnahe Fällen der Bäume kurz vor dem Beginn der Schonfrist für Gehölze.

Bürgermeister Peter Gehring eröffnete dann die Sitzung vor großem Publikum, erläuterte noch einmal kurz den Stand der Dinge und kritisierte die Vorgehensweise der Initiatoren in Sachen Berichterstattung. Anschließend informierte Bauhofleiter Roland Geis, der beide Bäume  untersucht hatte. Seine Einschätzung: die Eichen sind trotz eines kleinen Prozessionsspinner-Befalls im letzten Jahr gesund, müssten aber besser gepflegt, sprich ausgedünnt und in Fasson gebracht werden. Eine Entfernung bezeichnete Geis als teuer und problematisch, da dort verschiedene Leitungen im Erdreich liegen. Auch eine mögliche Neuanpflanzung wäre durch das vorhandene Kabelwerk eher schlecht möglich.

Anschließend hatten die Mitglieder des Bauausschusses das Wort. Alle signalisierten Verständnis für den Antrag der Pfarrgemeinde, die ja die Hauptarbeit für die Kehrarbeiten trägt, sahen aber auch eine Entfernung von gesunden Bäumen aus optischen Gründen (Martin Weth) als nicht zielführend.

Freunde der Eichen wollen beim Kehren helfen

Kritik äußerten die Ausschussmitglieder an der Vorgehensweise der Initiative. Andreas Hetterich fühlte sich durch das aggressive Verhalten "unter Druck gesetzt". Doris Gill schlug schließlich vor, die Bäume in Fasson zu bringen und dann in einem Jahr erneut über das Schicksal der Eichen zu entscheiden. Bürgermeister Peter Gehring setzte im Namen der Verwaltung sogar noch eins drauf und erweiterte diese Frist auf drei Jahre. Abschließend stimmte das Gremium geschlossen gegen den Antrag der Pfarrgemeinde und dann für den Antrag der Verwaltung. Die Bäume haben jetzt drei Jahre Zeit sich zu regenerieren, vorausgesetzt sie bleiben gesund und ungefährlich für die Fußgänger.

Georg Ziegler zeigte sich abschließend enttäuscht von der Art und Weise der Aktion, hofft aber nun, dass die Unterschriftenlistenunterstützer ihr signalisiertes Versprechen wahr machen und bei Kehren, Hege und Pflege der beiden Eichen tatkräftig unterstützen.  

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