Schweinfurt

Schaeffler baut Zeitkonten ab - auch in Schweinfurt

Einbrüche beim Automobilgeschäft belasten Ergebnis. Warum auch in Schweinfurt in den nächsten Monaten der Betrieb tageweise ruht.
Sparprogramm beim Automobilzulieferer Schaeffler: Zeitkonten werden abgebaut, indem in den nächsten Monaten tageweise geschlossen wird, auch in Schweinfurt.
Foto: Daniel Karmann | Sparprogramm beim Automobilzulieferer Schaeffler: Zeitkonten werden abgebaut, indem in den nächsten Monaten tageweise geschlossen wird, auch in Schweinfurt.

Schaeffler leidet wie die meisten Zulieferer der Automobilindustrie unter der schwächelnden Konjunktur. Das Industriegeschäft, das sein Management in Schweinfurt hat und rund ein Viertel des Umsatzes ausmacht, konnte im ersten Quartal sogar zulegen. Dennoch greift auch hier ein Sparprogramm. Am 16. und 17. August sowie am 4. und 5. Oktober werden die Fabriken dichtgemacht, um Zeitkonten abzubauen.

Der Konzern rechnet für die Automobilproduktion für das Gesamtjahr mit einem Rückgang um vier Prozent. Noch im Februar war lediglich mit einem Minus von einem Prozent kalkuliert worden. Für das erste Halbjahr weist Schaeffler nun für den Automotive-Bereich einen Rückgang um 2,9 Prozent beziehungsweise von 2,4 Prozent für das Ersatzteilgeschäft aus. Gleichzeitig wuchs das Industriegeschäft um 5,9 Prozent.

Der Umsatz sank im zweiten Quartal um rund zwei Prozent

Wie das Unternehmen berichtet, ging im zweiten Quartal der Umsatz währungsbereinigt um zwei Prozent auf 3,6 Milliarden Euro zurück. Das Betriebsergebnis sank von 404 auf 284 Millionen Euro. Das entspricht einer Marge von nur noch 7,9 Prozent (Vorjahr 11,1). Schaeffler rechnet nun beim Umsatz mit minus 1 bis plus 1 Prozent und einer Gewinnmarge von 7 bis 8 Prozent (vorher 8 bis 9 Prozent).

Das klare Bekenntnis zur E-Mobilität, das auch in einem starken Engagement für den Rennsport (Formul E) zum Ausdruck kommt, scheint noch keine Früchte zu zeitigen. Im zweiten Halbjahr sei es jedoch gelungen mit einem globalen Premiumhersteller einen Auftrag zur E-Motorenfertigung in Höhe von 1,1 Milliarden Euro zu gewinnen, teilt Schaeffler mit.

Schweinfurter Betriebsrat will über Ruhetage in der Weihnachtszeit verhandeln

Während das Unternehmen in seiner Pressemitteilungen nur sehr allgemein auf das zum Jahresbeginn ausgerufene Effizienzprogramm RACE verweist, zeigt der Betriebsrat bereits Konsequenzen auf, die die Mitarbeiter treffen. Und dies trotz der guten Entwicklung des Industriegeschäftes auch in Schweinfurt. So will der Betriebsrat baldmöglichst eine Vereinbarung über Ruhetage in der Weihnachtszeit vereinbaren, "damit die Mitarbeiter die Zeitkontoverwendung besser planen können". Wie es in einem Rundbrief der Arbeitnehmervertretung weiter heißt, gebe es über die Reduzierung von 40 Stundenverträgen noch keinen Vorstandbeschluss.

"Als Betriebsräte sind wir für eine differenzierte Betrachtung. Wenn Arbeit tatsächlich wegfällt, macht diese Maßnahme Sinn. Wenn aber Projekte und Aufgaben ungekürzt weitergehen, wirkt die Verkürzung demotivierend."

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